Museum Küppersmühle

Bernar Venet lässt in Duisburg Funken fliegen

Eine Schlosserwerkstatt im Museum: Der schweißende Bernar Venet und im Hintergrund ein Werk aus der Serie „Unbestimmte Oberfläche“.

Eine Schlosserwerkstatt im Museum: Der schweißende Bernar Venet und im Hintergrund ein Werk aus der Serie „Unbestimmte Oberfläche“.

Foto: Zoltan Leskovar

Duisburg.   Der französische Künstler trat zur Eröffnung der Ausstellung „Hommage an Jannis Kounellis“ im Museum Küppersmühle an Schleifer und Schweißgerät.

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Ausstellungseröffnungen im Museum Küppersmühle sind ein gesellschaftliches Ereignis. Politische und künstlerische Prominenz glänzen mit Anwesenheit. Schon Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder und Ex-Vizekanzler Sigmar Gabriel sonnten sich gern an der Seite berühmter Künstler – und umgekehrt. Markus Lüpertz war diesmal zwar als Künstler, aber nicht als Ausstellender im Publikum.

Bereits zum zweiten Mal war jetzt Ministerpräsident Armin Laschet am Philosophenweg zu Gast. Diesmal begleitet von Europa-Minister Stephan Holthoff-Pförtner, sprach er am Montag zur Eröffnung der Ausstellung „Hommage an Jannis Kounellis“; die zunächst geplante Einzelausstellung war – wie berichtet – nach dem Tod des Künstlers im Februar 2017 in eine „Hommage“ umgewandelt worden.

Rauminstallation von Anselm Kiefer

Als einer der erfolgreichsten und bekanntesten deutschen Künstler hat Anselm Kiefer eine Rauminstallation eigens für die Ausstellung beigesteuert, der ebenso gekommen war Timm Ulrichs, Michael Sailstorfer und Bernar Venet. Der französische „Stahlarbeiter“ griff nach den Reden in einer Werkstatt im Nebenraum zu Schweißgerät und Schleifer.

Museumsdirektor Walter Smerling konnte im wieder überfüllten großen Ausstellungssaal das Sammlerpaar Sylvia und Ulrich Ströher ebenso begrüßen wie sechs Bergleute in Knappenkluft vom Anthrazit-Bergwerk Ibbenbüren, die die glänzenden Kohlestücke für Kiefers Installation handverlesen hatten, wie Smerling sagte.

Ministerpräsident Laschet lobt Tugenden der Bergleute

Als letzte Ausstellungeröffnung des Ruhrkunst-Museen-Projekts „Kunst & Kohle“ galt es schließlich noch einmal, den Abschied von dem schwarzen Stoff zu feiern, der das Land mit geprägt hat. Laschet erinnerte daran, dass die Montan-Union als Wurzel der Europäischen Gemeinschaft ebenso aus den zuvor stets kriegswichtigen Materialien Kohle und Stahl erwachsen sei wie das Sozialmodell Mitbestimmung, das Frieden und Wohlstand gebracht habe. Heute gelte es, die Tugenden der Bergleute zu bewahren, so Laschet: Untertage laute die Frage nicht, woher der Kollege kommt oder welche Religion er hat, untertage gelte nur die Frage: Kann ich mich auf dich verlassen?

Zuvor hatte Wolfgang Heit als Vorstandsvorsitzender der Brost-Stiftung auch Sprecher des Sponsorenkreises mit großer Zuversicht die Zukunft des Reviers beschworen. „Wir müssen die Dinge nicht abschaffen, sondern transformieren“, sagte Anselm Kiefer. Und Bernar Venet gönnte sich erstmal einen Schluck aus dem Wasserglas, bevor er ankündigte: „Ich gehe jetzt an die Arbeit.“ Dann wurden die Ventile der Gasflaschen geöffnet, die Schutzbrillen heruntergeklappt und die Flamme entzündet. Wärme, Lärm und Gerüche aus der „Schlosserei“ vertrieben das Publikum prompt.

>>> KUNST & KOHLE MAL DREI IN DUISBURG

In Duisburg gibt es gleich drei von insgesamt 17 „Kunst & Kohle“-Ausstellungen im Revier. Anfang Mai hatten das Lehmbruck-Museum die Ausstellung „Reichtum: Schwarz ist Gold“ eröffnet (bis 7. Oktober) und das Museum DKM „Die schwarze Seite“, die sich der Lebens- und Arbeitswelt der Bergleute widmet (bis 16. September).

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