Anzeige erstattet

Beleidigende Schmierereien an Moschee-Rohbau in Duisburg

Schmiererein am Rohbau einer Moschee in Duisburg.

Schmiererein am Rohbau einer Moschee in Duisburg.

Foto: HO

Duisburg.  Unbekannte haben den Rohbau der Mevlana Moschee in Meiderich beschmiert. Die Bewegung, die hinter der Moschee steht, ist nicht unumstritten.

Bislang unbekannte Täter haben zwischen Samstag, 29. Dezember, um 16 Uhr und Sonntag, 30. Dezember, um 15 Uhr den Rohbau einer Moschee auf der Winterstraße in Mittelmeiderich mit roter Farbe beschmiert. Als die Verantwortlichen des Moschee-Vereins am Bau die Worte „Schimmelpilz Kulturverein gez. Allah“ und einen Davidstern bemerkten, erstatteten sie Anzeige. Bislang gibt es keine Hinweise auf die Täter.

Der Moscheeverein schreib unsere Redaktion an und machte auf seiner Facebookseite auf den "rassistischen Übergriff" aufmerksam. In der Folge berichtete auch der türkische Staatssender TRT über die Schmiererei.

Die Milli-Görüs-Bewegung

Die noch im Bau befindliche Mevlana Moschee gehört der nicht ganz unumstrittenen türkischen Milli-Görüs-Bewegung. Im nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzbericht steht, "die ideologischen Wurzeln der Milli Görüs-Bewegung gehen auf den verstorbenen türkischen Politiker und ehemaligen Ministerpräsidenten der Türkei Necmettin Erbakan zurück." Dessen Kerngedanken lassen sich in die beiden Schlüsselbegriffe „Milli Görüs“ (Nationale Sicht) und „Adil Düzen“ (Gerechte Ordnung) aufteilen.

Demnach ist die Welt zweigeteilt: "Einerseits in die auf dem Wort Gottes fußende religiösislamische gerechte Ordnung (Adil Düzen), andererseits in die von Menschen entworfene westliche Ordnung mit angeblicher Gewalt, Ausbeutung und Unterdrückung (Batil Düzen – Nichtige Ordnung)", beschreibt der Verfassungsbericht die Milli-Görüs-Ideoligoe in ihren Grundzügen.

Zum „Wohl der Menschheit“ solle diese Zweiteilung überwunden und die westliche Ordnung durch die „gerechte Ordnung“ ersetzt werden. Dabei ist das erste Ziel der „Mission“ von Milli Görüs, diese „gerechte Ordnung“ in der Türkei durchzusetzen. Das Land soll dadurch in jeder Hinsicht erstarken und danach die „Mission“ in die Welt hinausgetragen werden. "Trotz eines zum Teil martialischen Vokabulars hat die Milli GörüsBewegung innerhalb und außerhalb der Türkei ihre Ziele stets ausschließlich mit politischen Mitteln verfolgt", halten die deutschen Behörden fest. Dennoch sei das Ziel der politischen Bewegung Milli Görüs nicht mit den Grundprinzipien der freiheitlichen demokratischen Grundordnung vereinbar.

"Darüber hinaus treten anti-semitische Einstellungen sowohl in „Adil Düzen“ als auch bei Äußerungen Necmettin Erbakans und einiger Milli Görüs-Funktionäre deutlich zu Tage", so der Bericht.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben