Innenhafen

Bei weltgrößter Drachenbootregatta steht Spaß im Vordergrund

Die Trommlerin ist ein wichtiges Teammitglied. Ihre Schläge helfen ihren Kameraden, gleichmäßig zu paddeln. Nur so kann das Boot schnell fahren.

Die Trommlerin ist ein wichtiges Teammitglied. Ihre Schläge helfen ihren Kameraden, gleichmäßig zu paddeln. Nur so kann das Boot schnell fahren.

Foto: Ute Gabriel / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Amateure und Profis haben sich drei Tage lang beim Paddeln gemessen. Bei der Spaßregatta in Duisburg nahmen 3500 Teilnehmern in 170 Teams teil.

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Rhythmische Trommelschläge dröhnen, Jubel und Applaus übertönen sie. Lautstark feuern die Zuschauer die Teams an, die bei der Drachenboot-Regatta im Innenhafen mitmachen. Samstag gehört die Strecke den Amateuren, die beim Spaßrennen teils in Kostümen gegeneinander antreten.

Drachenbootregatta in Duisburg

Der Guiness-Rekord steht auch in diesem Jahr: Seit 2005 steigt in Duisburg die weltweit größte Spaßregatta mit Drachenboote.
Drachenbootregatta in Duisburg

Die 21 Mitglieder vom Love Boat setzen auf das Motto „Glanz oder gar nicht“ und tragen daher goldene und silberne Kleider, Hemden Blaser, Hüte oder Diademe mit Pailletten. „Das ist eine der wenigen Regatten, die für Anfänger geeignet ist. Das lassen wir uns dann natürlich nicht entgehen“, sagt Kapitänin Miriam Tölle, die wie die meisten Teilnehmer die Endplatzierung nicht so verbissen sieht.

Jessica Seegert, die zu einer Homberger Kneipenmannschaft gehört, stecken bereits drei Rennen in den Knochen, und sie freut sich schon auf das nächste. Dass sie mit den „Dexter Devils“ noch nicht gewonnen haben, findet sie gar nicht so schlimm. „So treten wir jetzt gegen schlechtere Gegner an“, sagt sie, lacht und erinnert sich an den Tipp, den sie gerade von ihren Teamkollegen bekommen hat: „Du musst geil paddeln.“

Siegessicher sind dagegen die Schwestern Malina und Janina Etzel. Sie starten eigentlich unter anderer Flagge, unterstützen aber zeitweilig als Paddelsöldner die Mannschaft der SPD-Ratsfraktion. Gerade den Chauvispruch gehört, sie wären nur als Zierde dabei. Das spornt die beiden aber erst recht an. „Die werden schon sehen“, sagt Malina lässig, „Bisher habe ich alle meine Rennen gewonnen.“

Bier-Doping für starke Arme

Zuversichtlich ist auch CDU-Ratsfrau Silvia Linn, die zusammen mit anderen Christdemokraten antritt. „Wir haben Ehrgeiz, aber der Spaß steht im Vordergrund“, sagt sie und beobachtet ihre Gegner, Duisburger Geschäftsleute, beim „Doping“. Wolfgang De Marco nimmt einen kräftigen Schluck von seinem kühlen, isotonischen Bier. „Das trinken wir für einen entsprechenden Zug im Arm“, scherzt er und verweist an den Joker der Truppe: Stadtentwicklungsdezernent Carsten Tum. Dieser ist nämlich schon das fünfte Jahr bei der Drachenbootregatta, aber als Geheimwaffe sieht er sich nicht. „Ich bin zumindest kein Bremser“, sagt er selbstbewusst.

Vor allem zählt der olympische Gedanke

Bei der weltweit größten Spaßregatta mit Drachenbooten zählt zwar der olympische Gedanke und nicht die Zielzeit , doch Werner von Häfen, der den Wettbewerb mit der Wanheimer Kanu-Gilde organisiert, weiß auch, dass einige Paddler recht verbissen dabei sind, denn der Verein mit seinen gut 800 Mitgliedern stellt auch viele Teilnehmer für die Regatta.

Welt- und Europameister sowie Paddler aus der Nationalmannschaft messen sich jedoch traditionell am Sonntag, dem dritten und letzten Tag, gegen andere Spitzensportler und nicht gegen Amateure.

Neues gab es bei der 18. Auflage der Drachenbootregatta jedoch ebenfalls. Stand-Up-Paddler sind auf großen Boards mit einer siebenköpfigen Besatzung um die Wette gefahren und mussten dabei von Schwimmerinnen Bälle und Bojen einsammeln. „Beim Stand-Up-Paddeln geht es ganz entspannt zu, wenn man will“, sagt Roger Theyssen, der dieses Rennen betreut. Es gebe sogar eine Variante mit Yoga. Drachenbootrennen seien dagegen viel anstrengender. „Da hauen heute alle richtig rein, um eine gute Zeit zu fahren.“

Wer Stand-Up-Paddeln aber als Leistungssport betreiben will, für den könne er ein Ganzkörpertraining sein. Ob es Sport oder Spaß ist, das kümmert jedoch die Freunde Theo Hildebrandt (11) und Ben Wingenter (10) auf den Boards nicht. „Wir geben ordentlich Gas, und gerade das macht uns Spaß.“

Zum Schluss kommt der Höhepunkt

Sehr zufrieden ist auch Organisator Werner von Häfen, als er Sonntagnachmittag ein Zwischenfazit zieht: „Alles ist super gelaufen, das war die beste Regatta, die wir jemals gehabt haben“, freut er sich. „Ich war erstaunt, wie viele tausend Besucher hier waren und noch immer hier sind.“ Und der sportliche Höhepunkte sollte noch folgen, die Profisportler würden anschließend nach zum Finale antreten. Für einen echten Regattafan keine Frage: „Wir haben hier schönen Sport gesehen.“

Tausende Enten für den guten Zweck

Gut 4000 Plastikenten hat der Verein für Menschen mit Körperlich- und Mehrfachbehinderung (VKM) am Sonntag im Innenhafen zu Wasser gelassen, zudem 52 verzierte Promi-Enten. Viele Zuschauer hofften, dass ihr Favorit gewinnt und sie einen Preis bekommen, ein Fahrrad oder eine Reise. „Wir sind sehr zufrieden“, freut sich Diana Münter (VKM). Der Erlös fließt an Kinder- und Jugendprojekte ihres Vereins. Wer jedoch auf schnellere Rennen steht, den lockte die 18. Drachenbootregatta, wo sowohl Amateure als auch Profis antraten.

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