Haustiere

Bei Hitze bleiben die Neumühler Miezen cool

„Britsch Kurzhaar“ schnüffelt am Spielzeug. Einen anderen als den Rassenamen wird die Katze erst von ihren künftigen Besitzern erhalten.

„Britsch Kurzhaar“ schnüffelt am Spielzeug. Einen anderen als den Rassenamen wird die Katze erst von ihren künftigen Besitzern erhalten.

Foto: Jörg Schimmel

Neumühl.   Am „Welttag der Katze“ gewährt der weltweit größte Zoohändler Norbert Zajac Einbllick in 1000 Quadratmeter Katzenwelt am Konrad-Adenauer-Ring.

Sie sind die populärsten Haustiere in Deutschland - weit vor dem Hund, Kleinnagern, Vögeln und Fischen: Die Katzen. Am Mittwoch, dem Welttag der Katze, besuchte die Redaktion Duisburg-Nord das Tierfachgeschäft Zoo-Zajac in Neumühl und sprach mit Inhaber Norbert Zajac über die Welt der Samtpfoten.

Am Neumühler Konrad-Adenauer-Ring leben derzeit vier Katzenrassen auf über 1000 Quadratmetern. Britische Kurz- und Langhaarkatzen, Bengalen und Maine-Coon-Katzen können die Kunden im Zoo-Großmarkt von Norbert Zajac betrachten und erwerben. Am besten nach eingehender Beratung, wenn es nach Haustier-Unternehmer und -Experte Zajac geht.

So seien die Eigenschaften der Katzen so unterschiedlich wie ihre Herkunft. Bengalen-Kätzchen, etwa, seien enorm quirlig und ausdauernd: „Das ist nur etwas für die sportliche Familie, da muss man sich drüber im Klaren sein.“ Britische Kurzhaarkatzen hingegen seien da schon gemütlicher veranlagt.

Eine solche Katze hat es auch der siebenjährigen Valentina angetan, die am Welttag der Katze gemeinsam mit Mama und Papa nach Neumühl gekommen ist, um sich Samtpfoten anzuschauen und sich zu informieren. Natürlich auch, um zu schmusen: Eine grau getigerte Mieze hat es dem Mädchen angetan.

Erst 2004 wieder Katzen ins Programm genommen

Als Zajac Anfang September 1975 sein erstes Zoofachgeschäft in Meiderich eröffnete, gehörten zum Angebot auch Katzen: „Allerdings war es damals nach kurzer Zeit sehr eng“, sagt Norbert Zajac, „deshalb haben wir den Verkauf schnell eingestellt und erst 2004 hier wieder aufgenommen, weil wir hier genug Platz haben.“

Liebe und Faszination für die Samtpfoten treibe ihn auch heute noch um: „Es ist schon etwas dran an dem Sprichwort: Der Hund hat seinen Herrn, die Katze ihren Diener.“ Viele Missverständnisse gebe es in Bezug auf Katzen und deren Haltung, sagt Norbert Zajac: „Die Tatsache, dass Katzen gerne auch mal alleine sind, bedeutet nicht, dass man ihnen weniger Zuwendung entgegen bringen muss“, sagt der Mann, der als Jugendlicher bereits Ziervögel züchtete und verkaufte: „Dann gibt es Leute, die sagen, Katzen seien wegen ihrer Art einfach zu halten“, sagt Zajac, „aber es gibt gar keine Tiere, die einfach zu halten sind. Jedes Tier braucht Zuwendung.“

Einzelgänger und „Teamplayer“

Tendenziell seien Katzen natürlich Einzelgänger, könnten aber auch als „Teamplayer“ exzellent funktionieren: „Es gibt da keine fixen Muster, das ist alles sehr individuell.“ Subjektiv, sagt Zajac lachend, könne man Katzen sogar für ungerecht halten – was sie freilich nicht seien: „Die Katze sucht sich selbst aus, welchen Menschen sie mag und welchen nicht“, sagt der 64-jährige, „und dass muss bei der Katze nicht automatisch der Mensch sein, der sich am meisten um sie kümmert.“

Legenden und Verschwörungstheorien ranken sich um die Katze. Manche wollen in den Samtpfoten die Verkörperung des Bösen sehen, weil in der Bibel keine Katzen erwähnt werden. Oder Übersinnliches im Wesen der Tiere entdecken, wie es schon die alten Ägypter taten. Manche sehen in Katzen den größten Singvogel-Killer, andere wiederum sagen, es sei Pflicht, Katzen Auslauf zu gewähren.

„Ist mir alles bekannt“, sagt Norbert Zajac lachend , „ich kann mit 42 Jahren Erfahrung nur sagen, dass man jedes Tier individuell betrachten muss. Natürlich gebe es Katzen, die man aus der Wohnung ins Freie lassen solle: „Aber bitte nicht in einer Stadt wie Duisburg“, sagt Zajac, „weil die Gefahr sehr, sehr groß ist, dass die Katze sich mit Krankheiten ansteckt.“

Großes Risiko der Krankheitsansteckung

Die Viruserkrankung Katzenleukose, das FIV-Virus, Katzenpocken, Katzenschnupfen oder die Katzenseuche seien nur einige von zahlreichen Krankheiten, mit denen sich frei laufende Katzen in der Großstadt schneller anstecken könnten, als etwa auf dem Land: „Gegen einige kann man die Tiere impfen lassen, gegen andere nicht.“

Katzen seien außerdem Anpassungskünstler, sagt Norbert Zajac: „Wir bekommen die Tiere von hervorragenden Züchtern, die sie bereits an ein Leben ohne natürlich Auslauf gewöhnt haben. Sie vermissen es nicht, weil sie es nicht kennen“, sagt Zajac. Dies sein natürlich anders bei Hauskatzen, die etwa von Kindern von draußen mit nach Hause genommen würden: „Die gehen nachher die Wände hoch.“

Diese und andere Fragen, sagt der Tierhändler, behandle er in einem Video im Internet, das er gerade vor vier Tagen fertig gestellt habe: „Ich hatte ehrlich gesagt keine Ahnung, dass heute Weltkatzentag ist. Habe ich den Film doch zur richtigen Zeit gedreht . . .“

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