Gründerserie

BangNi hilft Chinesen und Deutschen beim Start in der Fremde

Ich helfe dir: Michelle Lorenz und Raik Richter (v.r.) haben BangNi gegründet, Lei Li (l.) ist ihre erste Angestellte in Duisburg.

Foto: Tanja Pickartz

Ich helfe dir: Michelle Lorenz und Raik Richter (v.r.) haben BangNi gegründet, Lei Li (l.) ist ihre erste Angestellte in Duisburg. Foto: Tanja Pickartz

Duisburg.   Wer für Studium, Job oder mit einer Firma ins Ausland geht, braucht oft Hilfe. BangNi leistet sie für Chinesen in Deutschland und auch umgekehrt.

Fremdes Land, andere Kultur, neue Sprache: Wo gibt es Wohnung, Job und Kita-Platz, wie funktionieren Schule und Uni? Für Chinesen, die in Duisburg leben, arbeiten oder studieren wollen, stellen sich diese und hundert andere Fragen. Naheliegend, ein Unternehmen zu gründen, das bei der Suche nach Antworten hilft. Seit 2015 gibt’s BangNi – gegründet von Michelle Lorenz und Raik Richter. Der Name, chinesisch für: „Ich helfe dir“, ist auch für Deutsche und ihre Unternehmen ein Angebot.

Die klassische Website bringt in China nichts

„Wir haben uns zufällig auf einer Messe in Bochum getroffen“, berichten die beiden Ostasienwissenschaftler. Raik Richter, er stammt aus Chemnitz, trug sich schon mit dem Gedanken der Selbstständigkeit und absolvierte das sbm-Programm (Small-Business-Management) an der Universität Duisburg-Essen (UDE), Michelle Lorenz, gebürtig aus Potsdam, gab ihren Job beim ostasiatischen Wirtschaftsverein in Hamburg auf.

Das Re-Location-Angebot, die Unterstützung nach der Ankunft in Deutschland, sei „schon ganz gut bekannt im chinesischen Netzwerk“. Das aufzubauen war die erste Hürde. Marketing über Soziale Netzwerke heißt dort: Statt Facebook und Google gibt’s das populäre „WeChat“. „Es ist eine Weiterentwicklung von What’sApp“, erklärt Raik Richter, „in China nutzt jeder das Smartphone. Die klassische Website bringt dort nichts.“

Eine gelungene interkulturelle Kommunikation sei entscheidend für den Unternehmenserfolg und die Voraussetzung dafür, sich im jeweils anderen Land zurecht zu finden, sagt Michelle Lorenz: „Firmen dürfen in China nicht naiv vertrauen, sondern sollten zuverlässige Partner haben, Datensicherheit ist ein wichtiges Thema.“

Chinesen wollen alles auf einmal in kurzer Zeit

Auch für Chinesen sei Deutschland eine fremde Welt. „Das fängt beim Essen an, wir gelten als unflexibel und langsam.“ Dass Firmen bei geplanten Ansiedlungen Kontakt zu den Behörden halten müssen, sei ihnen neu, unverständlich, dass Wohnen und Gewerbe unter dem gleichen Dach sich ausschließen. „Dass hier um 16 Uhr der Firmenparkplatz leer ist, versteht da niemand.“ Duisburg sei als Standort hingegen „super interessant“ für Chinesen. „Es liegt nah Düsseldorf und an der Landespolitik .“

Nach zwei Jahren ist vom Businessplan wenig geblieben. „Wir sind auf dem Weg, uns zu etablieren“, sagen Lorenz und Richter. Nach Lei Li, der ersten Mitarbeiterin in Duisburg, gibt es mit Muxing Li auch die erste in Changchun – in der nordostchinesichen Metropole gibt es ein großes VW-Werk. Das sich ihre Arbeitszeit verstetigt, das ist ein großer Wunsch der beiden Gründer: „Aber Chinesen wollen alles auf einmal und das in möglichst kurzer Zeit.“

>>> Steckbrief: Die BangNi GbR

Gegründet: 2015

Branche: Beratung, Marketing und Sprachschule

Gesellschaftsform: GbR

Mitarbeiter: Raik Richter und Michelle Lorenz (Gründer), Lei Li (Duisburg), Muxing Li (Changchun, China)

Kontakt: Mülheimer Straße 116, 47047 Duisburg,
Internet: www. bangni.de 0203/9857 1733

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