Kulturfestival

„Autorschafft“ bündelt kulturelle Kompetenzen in Ruhrort

Wolfgang van Ackeren (links) vom Lokal Harmonie und Heiner Heseding vom Kreativquartier Ruhrort sind die Programmverantwortlichen von „Autorschafft“.

Wolfgang van Ackeren (links) vom Lokal Harmonie und Heiner Heseding vom Kreativquartier Ruhrort sind die Programmverantwortlichen von „Autorschafft“.

Foto: Zoltan Leskovar / FUNKE Foto Services

An neun September-Tagen stehen in Duisburg-Ruhrort Hörspiele, Lesungen und Konzerte im Zeichen von Radiokunst und Literatur im Mittelpunkt.

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An neun September-Tagen steht das Kulturprogramm in Ruhrort im Zeichen von Radiokunst und Literatur. „Autorschafft“ könne man mit seinen 20 Veranstaltungen schon ein Festival nennen, dabei soll des erst in den kommenden Jahren zum „großen Wurf“ kommen, sagt Heiner Heseding vom Kreativquartier Ruhrort. Er hatte mit Wolfgang van Ackeren, Programmverantwortlicher im Lokal Harmonie, die Idee, aus den vorhandenen Kompetenzen im Hafenquartier mit den Schwerpunkten Klangkunst und Autorenveranstaltungen ein bedeutsames Festival zu organisieren. „Hier ist alles am Ort“, sagt auch der Autor, Übersetzer und Kleinverleger Thomas Frahm, der in der Nähe des Radiomuseums wohnt und sich mit dem Vortrag „Bücher unabhängig Verlegen“ (20., 18 Uhr, KMC-Cafe im ehemaligen „Ruhrorter Hof“) beteiligt.

In der ehemaligen Eisenwarenhandlung an der Harmoniestraße beginnt „Autorschafft“ am Samstag, 16. September, um 19 Uhr mit einem Konzert in der Reihe „Impuls“. Zu Gast ist die schwedische Klangkünstlerin Hanna Hartmann. Ebenfalls Schwedin ist Ylva Betancor, die am 17. um 18 Uhr ihre Produktion „World Disorder“ über die Documenta 14 für den Deutschlandfunk Kultur vorstellt.

Als Live-Hörspiel wie am 23. um 19 Uhr im Lokal „Rose“ von Martin Sherman aufgeführt. Olaf Reifegerste hat aus dem Originaltext des amerikanischen Autors über eine in der Ukraine geborene Jüdin im ausgehenden 20. Jahrhundert eine hörspieltaugliche Fassung gebaut, die unter seiner Regie von Esther Krause-Paulus gesprochen und gespielt sowie von Ute Völker vertont und musikalisch begleitet wird.

Buch und Bratkartoffeln

Das Lesungsprogramm eröffnet der reisende Koch Tom Waschat am 19. um 20 Uhr im Lokal Harmonie. Er stellt sein buch „Tom Waschat unterwegs – Der Club der hohen Augenbrauen“ vor, das im Oktober erscheint. Darin erzählt er vom Reisen, stellt Rezepte vor – und serviert dazu Bratkartoffeln und seine Lieblingsmusik. Die in Ruhrort lebende renommierte Autorin Barbara Köhler liest am 21. aus ihrem Buch „42 Ansichten zu Warten auf den Fluss“; gemeint ist die Emscher, an der sie den Sommer 2016 teilweise in Castrop-Rauxel in der Skulptur „Warten auf den Fluss“ verbrachte. Diese Betrachtungen hat sie in 44 Neunzeiler verdichtet.

Und das Literaturbüro Ruhr holt Clemens Meyer ins Lokal. Der vielfach preisgekrönte Autor liest am 22. unter dem Titel „Die stillen Trabanten“ Geschichten „aus unserer Zeit, so zerrissen wie unser Leben, so düster wie die Welt, so schön wie die schönsten Hoffnungen“, so die Ankündigung.

„Literaire Concert“

An die deutsch-niederländischen Wurzeln des Hafenstadtteils erinnert das „Literaire Concert“ am 18. im „Zum Anker“ mit Noor und Mike Roelofs – sie Schauspielerin, er Musiker. „Rudi Gall und Konsorten“ geben am 16. ein Singer-Songwriter-Konzert im Lokal, Lyrik begegnet Musik bei Alio Loco am 23. im Gemeindehaus, wenn Dirk Schirok, Holger Schörken und Klaus Grospietsch schräge Texte mit zeitgemäßen Kompositionen verbindet. Mit dabei sin auch Diktaphone und Transistorradios.

Vorträge und Workshops runden das Programm ab. So vermittelt WDR-Redakteurin Heide Rasche im „MitRaum“, neuerdings Coworking-Space, wie man attraktive Interviews führt, und spricht Ralf Koss in der „Taverne im Deutschen Haus“, wie man Publikationen über Crowdfunding finanziert.

„Vom Kasteel zu Duisburg“ auf der Rheinfels

Ein weiterer attraktiver Programmpunkt ist auf dem Fahrgastschiff Rheinfels zu erleben: Während einer Hafenrundfahrt am Samstag, 23. September, um 16.30 Uhr wird das anlässlich des 300-jährigen Hafengeburtstags im Vorjahr vom WDR produzierte Feature „Vom Kasteel zu Duisport“ zu Gehör gebracht. Mit an Bord ist der Autor Michael Brocker, der für Fragen Rede und Antwort stehen wird (Rundfahrt 12 Euro, für die Veranstaltungskosten geht der Hut rum).

Am zweiten Wochenende wird das Gemeindehaus Ruhrort mit Konzerten und einem neuen Veranstaltungsformat wesentlicher Austragungsort. So sollen am 24. September von 15 bis 18 Uhr bei einem Speeddating unter dem Titel „Vortragswaisen“ Autoren, Publikum und der Literaturbetrieb in schneller Folge aufeinandertreffen. An der Teilnahme interessierte Autoren und Verlage melden sich bis zum 15. September unter info@kreativquartier-ruhrort.de

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