Gericht

Auszubildender springt flüchtendem Dieb auf den Rücken

Die historische Fassade des Land- und Amtsgerichts Duisburg an der Königstraße. Wegen räuberischen Diebstahls musste sich ein 26-Jähriger vor Gericht verantworten. Er hatte in einem Supermarkt in Duisburg in die Kasse gegriffen.

Die historische Fassade des Land- und Amtsgerichts Duisburg an der Königstraße. Wegen räuberischen Diebstahls musste sich ein 26-Jähriger vor Gericht verantworten. Er hatte in einem Supermarkt in Duisburg in die Kasse gegriffen.

Foto: Foto: Stephan Eickershoff

Duisburg.  Mit einer Geldstrafe kam ein 26-Jähriger vor dem Amtsgericht Duisburg davon. Spontan hatte er in einem Supermarkt in die Kasse gegriffen.

Unruhig ging es am Nachmittag des 11. Juni in der Filiale eines Discounters in Rheinhausen zu. Statt zu bezahlen, griff ein 26-Jähriger in die Kasse. An der Flucht hinderte ihn ein sportlicher Auszubildender.

Statt seinen kleinen Einkauf zu bezahlen, hatte der Angeklagte blitzschnell in die Kasse gegriffen, 380 Euro gepackt und war losgerannt. Zunächst vor eine Glasscheibe, die offenbar so sauber geputzt war, dass der Dieb sie nicht erkannt hatte. Dann auf den Parkplatz, wo ein 20-jähriger Auszubildender dem Täter auf den Rücken sprang und sich wie ein Klammeraffe festhielt.

Der Anblick der Geldscheine in der Kasse hatte den Angeklagten hingerissen

Weitere Mitarbeiter des Geschäfts griffen ein. Sie brachten den 26-Jährigen mit vereinten Kräften in ein Büro, wo sie ihn kurz danach der Polizei übergaben. Der Angeklagte gestand die Tat vor dem Schöffengericht unumwunden ein: „Ich habe wirklich mein Brötchen und meine Flasche Wasser bezahlen wollen“, so der Schweißer. Aber beim Anblick der Scheine habe er spontan zugegriffen.

Die Anklage lautete ursprünglich räuberische Diebstahl. Doch die Richter gingen am Ende nur von einfachem Diebstahl aus. Der 26-Jährige habe zwar mit den Armen gefuchtelt, als der Zeuge ihn zu Boden rang, aber nicht gezielt geschlagen. Und er habe nicht entkommen wollen, um die Beute zu behalten. Die Geldscheine waren dem Angeklagten nämlich schon auf dem Parkplatz aus der Hand gefallen. Vor dem Amtsgericht am König-Heinrich-Platz kam der Angeklagte deshalb mit einer Geldstrafe von 900 Euro (90 Tagessätze zu je zehn Euro) davon.

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