Auszubildender erhielt milde Strafe für Sex mit 13-Jähriger

Was sind schon sieben Jahre Altersunterschied wenn man sich liebt? Das Gesetz kennt darauf eine eindeutige Antwort: ein Verbrechen. Zumindest dann, wenn die eine Hälfte der Romanze noch unter 14 Jahren alt ist. In dem Fall, mit dem sich ein Jugendschöffengericht des Amtsgerichts Duisburg gestern befassen musste, kam der Angeklagte dennoch mit einem mahnenden Zeigefinger und einer Geldbuße davon.

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Was sind schon sieben Jahre Altersunterschied wenn man sich liebt? Das Gesetz kennt darauf eine eindeutige Antwort: ein Verbrechen. Zumindest dann, wenn die eine Hälfte der Romanze noch unter 14 Jahren alt ist. In dem Fall, mit dem sich ein Jugendschöffengericht des Amtsgerichts Duisburg gestern befassen musste, kam der Angeklagte dennoch mit einem mahnenden Zeigefinger und einer Geldbuße davon.

Die Anklage warf ihm schweren sexuellen Missbrauch vor. Im Juni 2016 hatte er sich als Heranwachsender mit einer 13-Jährigen im Landschaftspark getroffen. Mit einer mitgebrachten Decke machte es sich das Paar in einem stillen Winkel bequem und hatte Sex. Für sie war es das erste Mal.

„Ich wusste, dass sie erst 13 war“, gab der inzwischen 21 Jahre alte Angeklagte zu. „Aber ich habe mit weiter keine Gedanken darüber gemacht.“ Schließlich habe das Mädchen es doch auch gewollt.

Daran ließen Textnachrichten, die sich die beiden jungen Leute vor und nach dem Schäferstündchen schickten, wenig Zweifel. Mit einem diabolischen Vergnügen verlas der Vorsitzende seitenweise den Chat-Verkehr, der die Zuhörer im Saal zum Fremdschämen trieb. Da begann und endete jeder Satz mit dem Wort „Schatz“ und der Angeklagte und seine zu junge Freundin verstiegen sich dazu, sich als „Ehemann“ und „Ehefrau“ anzusprechen.

Die Liebelei war allerdings durch einen eifersüchtigen Denunzianten gestört worden. Die Eltern des Mädchens griffen ein. Es gab eine Anzeige und eine erzwungene Unterbrechung der Beziehung. Inzwischen allerdings ist das Paar wieder zusammen - mit Einverständnis der Eltern.

Das Jugendschöffengericht ging davon aus, dass der Angeklagte angesichts seiner Lebensumstände - er wohnt bei den Eltern, ist im dritten Lehrjahr - und angesichts der nicht zuletzt durch die Chat-Nachrichten dokumentierten Reifeverzögerungen noch einem Jugendlichen gleichzustellen sei. Zudem sei die Tat im Zusammenhang mit einer Liebesbeziehung zu sehen. Der 21-Jährige wurde verwarnt. Obendrein muss er 1000 Euro Geldbuße an die Opferschutzorganisation „Weißer Ring“ bezahlen.

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