Stadtmuseum

Ausstellung Teil zwei: 900 Jahre Duisburger Stadtgeschichte

Dem Klang des Mittelalters lauschen: Museumsleiterin Dr. Susanne Sommer und der Duisburger Stadtarchäologe Dr. Thomas Platz an der Hörstation.

Dem Klang des Mittelalters lauschen: Museumsleiterin Dr. Susanne Sommer und der Duisburger Stadtarchäologe Dr. Thomas Platz an der Hörstation.

Foto: Lars Fröhlich / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Die Ausstellung „Dispargum – Königshof, Kaiserpfalz, Hansestadt“ ist nach einer Pause wieder geöffnet. Neues Licht und neue Funde.

Dass eine Ausstellung zweimal eröffnet wird, klingt kurios. Bei der Stadtarchäologie-Ausstellung „Dispargum – Königshof, Kaiserpfalz, Hansestadt“ im Kultur- und Stadthistorischen Museum am Innenhafen ist die zweite Eröffnung ein Jahr nach der ersten mehrfach begründet: Wegen des Einbaus der neuen Klimaanlage musste die im November 2018 eröffnete Präsentation bereits nach drei Monaten schließen. Aber nicht endgültig, entschied Museumschefin Dr. Susanne Sommer, nach einer Pause die Fortsetzung.

Außerdem wurde die Ausstellung für die zweite Runde lichttechnisch verbessert und um neue Exponate erweitert, die viele Duisburger interessieren dürften. Waren doch die Archäologen zuletzt höchst erfolgreich bei ihren Grabungen im künftigen Mercatorquartier. Jetzt haben Einzelbesucher, aber auch Schulklassen die Möglichkeit, noch fast ein Jahr lang tief in die Geschichte der Stadt einzutauchen.

An der Hörstation altniederfränkischen Texten lauschen

Die Ausstellung ist das Ergebnis eines Seminars an der Universität Bonn über die „für Duisburg und die Region wichtige Epoche von der Spätantike bis ins Mittelalter“, das Stadtarchäologe Dr. Kai Thomas Platz geleitet hat. Dabei ging es auch darum, diese Zeit greifbar zu machen. Dass es gelungen ist, sie hörbar zu machen, darauf ist Platz besondern stolz.

So können Besucher jetzt in der nachgebauten „Aula regia“, dem wichtigsten Raum eines Königshofs, mit Blick auf das Porträt des wohl bei Goch geborenen römisch-deutschen Kaisers Otto III. Originaltexten in Altniederfränkisch und Althochdeutsch lauschen. Wobei nicht viele profane Texte in diesen Sprachen erhalten seien, weil Latein die Sprache etwa für Urkunden war, erläutert Platz.

Neue Erkenntnisse aus der Duisburger Stadtgeschichte

Und dass in den klösterlichen Schreibschulen die deutschen Worte oft nach lateinischer Satzstellung angeordnet wurden, erschwert das Verständnis zusätzlich. Bei einem Text handelt es sich um eine Handschrift aus Essen, in dem es um Anordnungen für den Allerheiligentag geht. Eingelesen und damit erstmals hörbar gemacht hat diesen Texte Prof. Dr. Martin Schubert, Mediävist an der UDE. In den ausliegenden Kladden kann man die Texte im Original und in der Übersetzung nachlesen, während man im Ohr dem Klang der Vergangenheit hat.

„Die Forschung ist erheblich weiter gegangen“, kündigt Platz neue Erkenntnisse aus der Duisburger Stadtgeschichte an, von denen er einige bei der Eröffnung am Sonntag, 10. November, um 11 Uhr vortragen wird. Inzwischen gibt es tiefere Erkenntnisse über die Zeit von 400 n. Chr. bis zum Ende der Zeit als Kaiserpfalz um 1300.

Gefäße des täglichen Gebrauchs im Mercatorquartier ausgegraben

Auch können sich Besucher auch zum ersten Mal einige der umfangreichen Funde ansehen, die im Mercatorquartier zutage gefördert wurden. Es sind vor allem Gefäße des täglichen Gebrauchs aus Keramik vom 11. bis 14. Jahrhundert. Mit den filigranen Metallobjekten und kostbarem Schmuck will die Ausstellung die Atmosphäre eines fränkischen Marktplatzes vermitteln. Höhepunkt in der nachempfundenen „Krypta“ ist eine Ledersohle, die als „Sohle Christi“ als Reliquie verehrt wurde.

Die Ausstellungseröffnung ist öffentlich, der Eintritt ist frei.

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