Ausländerbehörde

Ausländeramt Duisburg: Studie lobt, Betroffene sind genervt

Wer bei der Duisburger Ausländerbehörde im Bezirksamt Süd am Sittardsberg etwas zu erledigen hat, sollte es nicht eilig haben. Die Behörde ist weiterhin stark unterbesetzt.

Wer bei der Duisburger Ausländerbehörde im Bezirksamt Süd am Sittardsberg etwas zu erledigen hat, sollte es nicht eilig haben. Die Behörde ist weiterhin stark unterbesetzt.

Foto: Foto: Stephan Eickershoff / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Das Duisburger Ausländeramt hat eine schnelle Telefon-Hotline. Vielen hilft das nicht: Wer Aufenthalts- oder Asylfragen hat, muss lange warten.

Lob für ihre Arbeit hören die Mitarbeiter der Duisburger Ausländerbehörde selten, deshalb dürfte sie das Ergebnis dieses Kundenservice-Test freuen: Ihre Hotline-Nummer (0203/283-4119) ist die am schnellsten erreichbare im Vergleich der 20 größten deutschen Städte.

Bereits nach zehn Sekunden hatten die Testanrufer bei einer Untersuchung des Technologieunternehmens Solvemate Kontakt zu einem Mitarbeiter. Die schlechte Nachricht: Hilfreich ist das für Anrufer nur bedingt, besonders Ratsuchende in Asylfragen müssen sich wegen des anhaltenden Personalnotstands in der Behörde weiterhin auf lange Wartezeiten gefasst machen.

Wer die Hotline anruft, sollte Deutsch sprechen

Weil sich angesichts des Brexit besonders in Deutschland lebende Briten bei den Ausländerbehörden informieren wollen, testete der Plattform-Betreiber für automatisierten Kundenservice die Wartezeiten. Besonders viel Geduld brauchten Anrufer in München – nach 20 Minuten in der Warteschleife wurde der Anruf abgebrochen, so lief es in Hamburg nach gut zehn Minuten.

Was das vergleichsweise vorbildliche Duisburger Ergebnis trübt: Wer anruft, muss Deutsch sprechen – mit Fremdsprachen, selbst Englisch, funktioniert die Verständigung nicht, wie die Test-Anruferin feststellte.

Zu wenige Tickets für Termine

Telefonische Terminvereinbarungen mit der Behörde sind nur möglich, wenn’s nicht um Aufenthalts- oder Asylfragen geht – dafür muss ein Termin-Ticket im Sitz der Behörde im Bezirksamt-Süd gezogen werden. Kürzlich sei sie selbst mitternachts hingefahren, um ein Ticket zu ziehen, dass es ihr ermöglicht, am folgenden Vormittag einen Termin zu bekommen, berichtete Canan Celik, Mitglied des Integrationsbeirates, in der letzten Sitzung über einen anhaltenden Personalengpass im Ausländeramt.

Den bestätigte die Leiterin des städtischen Personalamts, Katja Kirmizikan. Obwohl aus dem Paket der 117 zusätzlichen Verwaltungsstellen 14 für die Ausländerbehörde ausgeschrieben wurden – zwölf wurden zwischenzeitlich besetzt – sind derzeit insgesamt 33 von 159 Stellen in der Behörde vakant.

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