Prozess

Aus geplantem Geldtransfer in Duisburg wurde ein Raub

Prozess in Duisburg.

Prozess in Duisburg.

Foto: Foto: Stephan Eickershoff

Duisburg.  Zwei 23 und 22 Jahre alte Angeklagte sollen am 26. November in Duisburg-Marxloh einen Mann in eine Falle gelockt und ihn beraubt haben.

Erneut muss sich das Landgericht Duisburg mit einer Gewalttat mit ungewöhnlichem Hintergrund befassen. Die Anklage wirft einem 23-jährigen Hochfelder und einer 22-jährigen Frau aus Gelsenkirchen Raub und Freiheitsberaubung vor. Am 26. November 2017 sollen die beiden Syrer einen Mann in eine Marxloher Wohnung gelockt und überfallen haben.

Der Geschädigte hatte, um die Kosten für einen geplanten Geldtransfer von Deutschland in den Libanon sparen zu wollen, per sozialem Netzwerk jemanden gesucht, der Geld in umgekehrter Richtung überweisen wollte. Ein Mittäter der Angeklagten meldete sich zum Schein. Die Angeklagte soll den Zeugen in einer Wohnung an der Dahlstraße erwartet und so getan haben, als sei sie allein.

Räuber sprangen aus Wandschränken

Verabredungsgemäß wurde das Geld – 15.000 Dollar beziehungsweise 12.800 Euro - unter telefonischer Kontrolle zeitgleich in Beirut und Duisburg übergeben. Doch als der Zeuge die Marxloher Wohnung wieder verlassen wollte, sprangen drei Männer, darunter soll auch der 23-jährige Hochfelder gewesen sein, aus Wandschränken hervor, fesselten den Geschädigten mit Klebeband und nahmen ihm die 12.800 Euro, die er gerade erst bekommen hatte, wieder ab. Nachdem die Täter verschwunden waren, konnte sich der Mann erst nach 30 Minuten selbst befreien.

Nach Verlesung der Anklageschrift, zogen sich die an dem Verfahren beteiligten Juristen zu einem Rechtsgespräch zurück. Im Falle einer Verständigung könnte der Prozess bereits am nächsten Verhandlungstag beendet werden. Ein Mittäter war für seine Tatbeteiligung bereits 2018 in zweiter Instanz vom Landgericht zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt worden.

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