KULTURSTADTPLAN

Auf Entdeckungstour zur Kultur in Duisburgs Innenstadt

Vom Lebensretter-Brunnen auf der Königstraße führte der Weg der Klasse 2a der GGS Böhmer Straße bei dem Kulturstreifzug in die kleine Grünanlage zwischen Commerzbank und Sparkasse und weiter bis in den Innenhafen.

Foto: Zoltan Leskovar

Vom Lebensretter-Brunnen auf der Königstraße führte der Weg der Klasse 2a der GGS Böhmer Straße bei dem Kulturstreifzug in die kleine Grünanlage zwischen Commerzbank und Sparkasse und weiter bis in den Innenhafen.

Duisburg.   Die Klasse 2a der GGS Böhmer Straße ging auf Entdeckungstour zu Kunstwerken in Duisburgs City. Ein Angebot des „lebendigen Kulturstadtplans“.

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Es ist schon immer so gewesen – am letzten Tag wird vorgelesen. Wahlweise werden nach den Zeugniskonferenzen in der letzten Woche vor den Sommerferien auch mehr oder minder lehrreiche Filme geguckt. Die Klasse 2a der Gemeinschaftsgrundschule Böhmer Straße geht am Mittwochvormittag andere Wege. Die 28 Mädchen und Jungen haben sich mit ihrer Klassenlehrerin Kornelia Burs am Lifesaver-Brunnen in der Innenstadt versammelt. Gemeinsam mit Katharina Nitz, Künstlerin und Kunstvermittlerin, unternehmen sie eine Entdeckungstour zur Kultur in der City.

Frauen tragen Badeanzüge

„Wer weiß denn wie dieser Brunnen heißt?“, fragt Katharina Nitz. Sofort schnellen vier, fünf Arme in die Höhe. „Lifesaver, das heißt Lebensretter“, weiß nicht nur Julian. „Richtig“, lobt Katharina Nitz, „aber warum heißt der denn so? Wer rettet denn da wen?“ Auch die Antwort ist kein Problem für die Zweitklässler: „Der Vogel die Frau.“ Aber woher sie denn wüssten, dass dies eine Frau ist, will die Tourleiterin wissen. Da passen die meisten der kleinen Kulturexperten dann doch. Aber ein pfiffiger Kopf ist immer dabei: „Weil die Figur einen Badeanzug trägt.“ Jawohl, gut erkannt.

Innenstadt und Ruhrort sind besonders beliebt

Die Achtjährigen aus der Buchholzer Schule sind gut vorbereitet, denn der Streifzug zu sehenswerten Kulturpunkten in der Innenstadt und am Innenhafen stützt sich auf den 2014 erstmals veröffentlichten Kulturstadtplan für Kinder, der in allen Klassenzimmern der GGS hängt. „Die Kinder arbeiten gern damit“, erzählt Kornelia Burs. „Vor allem lieben sie die großen Boxen mit den verschiedenen Stadtteilbildern, die man zu einem Gesamtplan der Stadt zusammenlegen kann.“

Die Idee, durch geführte Streifzüge den Kulturstadtplan erlebbar zu machen, sei im vergangenen Jahr entstanden, erklärt Petra Müller von der Schulkulturkontaktstelle der Stadt: „Wir haben geführte Touren für jeden Stadtbezirk entwickelt, damit die Kinder ihre Stadt besser kennenlernen können.“ Interessanterweise seien aber von den Grundschulen nur zwei Streifzüge nachgefragt worden – die Kunsttour durch die Innenstadt und die Hafentour durch Ruhrort, sagt Petra Müller.

Führungen sind noch kostenlos

Möglich machte das Angebot die Stiftung der Sparkasse „Unsere Kinder – unsere Zukunft“. Petra Müller: „Dadurch können wir die Führungen derzeit noch kostenlos anbieten.“

Welche Stationen angelaufen werden, welche Informationen für die Kinder spannend sein können, welchen praktischen Teil man einbaut, damit die Aufmerksamkeit nicht nachlässt, wo und wie viele Pausen in die etwa eineinhalbstündigen Führungen eingebaut werden, das haben Katharina Nitz und Tina Koch ausgeklügelt, die als Kunstvermittlerinnen und bei der Arbeit mit Kindern viel Erfahrung einbringen.

Das merkt man auch bei der Kunsttour am Mittwoch. Katharina Nitz hat die Rasselbande bestimmt, aber freundlich im Griff. Zwischenrufe gelten nicht, wer was zu sagen hat, muss sich melden. Nitz erschlägt die Kinder nicht mit Informationen, sondern leitet sie fragend zum genauen Hinsehen und Entdecken an. Dabei geht es nicht nur um die Kunstwerke an sich. Zwischendurch ist auch mal der Denkmalschutz ein Thema, oder die Frage, warum Bronze Grünspan ansetzt.

Angebot der Schulkulturkontaktstelle

Sieben Streifzüge in sieben Bezirke hat die Schulkulturkontaktstelle per Flyer angeboten. Angenommen worden seien aber nur die Kunsttour in die Innenstadt sowie die Hafentour durch Ruhrort.

Lehrer und Lehrerinnen, die mit ihren Grundschulklassen an einer solchen Tour teilnehmen wollen, wenden sich an die Schulkulturkontaktstelle unter 0203/283 49 96, oder per Mail: petra.mueller@stadt-duisburg

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