Auf dem Weg zur Deutschprüfung zu Gast in der Unfallklinik

Elf Männer und Frauen stehen in blauen Schutzanzügen auf dem Flur der Intensivstation des BG Klinikums in Buchholz. Sie sind Gäste aus Syrien, Ägypten, Ghana, der Türkei, Aserbaidschan und Serbien und konnten gestern einen Blick hinter die Kulissen des Klinikums werfen. Bei einem dreistündigen Rundgang besuchten sie Schockraum, Notaufnahme, Intensivstation, Ergo- und Physiotherapie und das Luftrettungszentrum der Klinik.

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Elf Männer und Frauen stehen in blauen Schutzanzügen auf dem Flur der Intensivstation des BG Klinikums in Buchholz. Sie sind Gäste aus Syrien, Ägypten, Ghana, der Türkei, Aserbaidschan und Serbien und konnten gestern einen Blick hinter die Kulissen des Klinikums werfen. Bei einem dreistündigen Rundgang besuchten sie Schockraum, Notaufnahme, Intensivstation, Ergo- und Physiotherapie und das Luftrettungszentrum der Klinik.

Syrer kennen nur Kriegsverletzungen

Die acht Männer und drei Frauen nehmen an einem Kurs „Deutsch für ausländische Ärzte“ teil, bei dem sie das Sprachzertifikat B2 erwerben wollen, denn ausländische Ärzte müssen eine Deutschprüfung bei der Ärztekammer ablegen, um ihre Approbation zu erlangen. Das ist die Erlaubnis, in Deutschland als Arzt zu praktizieren.

Während des insgesamt achtmonatigen Kurses lernen die Teilnehmer konkrete Sprachhandlungen am Arbeitsplatz zu bewältigen. „Dafür erhalten die Teilnehmer ein Training durch Ärzte und Dozenten in Fachsprache“, sagt Myriam Vittinghoff, die das Projekt betreut. „Die Teilnehmer sollen lernen, ihre Fachkenntnisse neu und in deutscher Sprache abzurufen“, erklärt sie. Dabei wolle sie den Teilnehmern einen bestmöglichen Blick in die Praxis vermitteln. So ist auch die Zusammenarbeit mit dem BG Klinikum Duisburg entstanden. „Vor einigen Monaten hat zum ersten Mal ein syrischer Pfleger seine Praxisanwendung bei uns absolviert“, sagt Herrmann Casper, Physiotherapeut und für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Davon habe Myriam Vittinghoff gelesen und sich sofort bei der Klinik gemeldet. Es sei für die Klinik „keine Frage“ gewesen, den Kursteilnehmern einen Einblick zu ermöglichen. Zunächst einmal sei die Veranstaltung ein Schnupperkurs für die Ärzte und Pfleger. „Man muss sehen, was sich daraus entwickelt“, sagt Caspar. Denkbar seien zum Beispiel anschließende Hospitationen.

Der Besuch einer modernen Unfallklinik wie des BG Klinikums sei für die Kursteilnehmer etwas Besonderes, so Vittinghoff. „Die meisten unserer Teilnehmer kommen aus Syrien und kennen bisher hauptsächlich schwere Kriegsverletzungen“, sagt sie. Nun sollten sie die Arbeit in einem modernen Klinikum der Unfallchirurgie kennenlernen.

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