Gericht

Messer an Hals – Asylbewerber wollte Ausreise erzwingen

Der Haupteingang des Land- und Amtsgerichts Duisburg am König-Heinrich-Platz

Foto: Stephan Eickershoff

Der Haupteingang des Land- und Amtsgerichts Duisburg am König-Heinrich-Platz

Duisburg   Ein Syrer (25) mit psychischen Problemen hatte eine Mitarbeiterin des Ausländeramtes mit einem Messer bedroht. Jetzt steht er vor Gericht.

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Weil er unbedingt noch am selben Tag in sein Heimatland Syrien geflogen werden wollte, soll ein 25-Jähriger am 9. März in einem Büro des Duisburger Ausländeramtes einer Mitarbeiterin ein Messer an den Hals gehalten haben. Er konnte dazu überredet werden, das Messer sinken zu lassen. Beherzte Zeugen konnten die Frau, die eine leichte Schnittverletzung erlitt, aus der Gefahrenzone ziehen. Nun steht der 25-Jährige wegen erpresserischen Menschenraubes und gefährlicher Körperverletzung vor dem Landgericht am König-Heinrich-Platz.

Am Vormittag des Tattages soll der zur Tatzeit in einer Asylbewerberunterkunft in Neudorf lebende Mann die Mitarbeiter des Amtes mit dem eher selten geäußerten Wunsch überrascht haben, er wolle sofort ausreisen. Als eine Mitarbeiterin ihn um einen Moment Geduld bat und einen Kollegen hinzu rufen wollte, soll der 25-Jährige das Messer gezogen haben. „Ich töte Euch alle“, soll er gedroht haben, bevor Polizisten ihn schließlich zur Aufgabe überreden konnten.

Erst in der Psychiatrie, dann im Gefängnis

Nach dieser Tat landete der Mann zunächst in einer geschlossenen Anstalt. Doch eine Gutachterin war der Meinung, dass diese Tat nichts mit einer psychischen Erkrankung zu tun habe. Also landete der 25-Jährige in der Untersuchungshaft. Bei zwei anderen Taten, die der Beschuldigte bereits 2016 begangen haben soll, geht die Staatsanwaltschaft dagegen davon aus, dass der Mann im Zustand erheblich eingeschränkter Schuldfähigkeit handelte und fordert zum Schutz der Allgemeinheit seine dauerhafte Unterbringung.

Am 29. September soll der Beschuldigte in einem Schnellimbiss in Neuenkamp von einer Zeugin ein Messer verlangt haben, sonst würde er sie und sich erschießen. Nach einem Gerangel mit einem einschreitenden Zeugen soll der 25-Jährige auf der Straße auf ein Auto gesprungen sein und sich dann mit dem Ruf „Gott ist groß“ auf die Straße gelegt haben. Am 2. Oktober 2016 soll er gegen 4 Uhr morgens auf der Gutenbergstraße in der Stadtmitte ein Auto beschädigt haben. In beiden Fällen soll der 25-Jährige bei der Festnahme erheblichen Widerstand geleistet haben.

Der Angeklagte schweigt zu den Vorwürfen. Für das Verfahren sind bis Ende September drei weitere Verhandlungstage geplant.

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