Duisburg. Michael Jackson, Madonna und ein Star mit Schweißfüßen: Thomas Gottschalk erlebte mit „Wetten, dass..?“ in Duisburg ganz besondere TV-Momente.

Thomas Gottschalk wird am Samstagabend seinen Abschied von „Wetten, dass..?“ feiern. Um 20.15 Uhr wird der Showmaster der alten Schule nur noch dieses eine Mal durch die bekannte ZDF-Unterhaltungssendung führen. In mehr als 150 Folgen versammelte der Moderator mit den blonden Locken Millionen TV-Zuschauer um seine mit Stargästen besetzte Couch – gleich sieben Shows wurden dabei aus Duisburg übertragen.

Es ist der 5. November 1988: Zum ersten Mal wird der Show-Klassiker aus der Rhein-Ruhr-Halle ausgestrahlt. Im Jeans-Outfit führt Thomas Gottschalk durch die Sendung, die er erst ein Jahr zuvor von „Wetten, dass..?“-Erfinder Frank Elstner übernommen hat. Dass die Rhein-Ruhr-Stadt zum Ort des Geschehens wurde, ist wohl auch dem 2014 verstorbenen Karl-Heinz Hasenbrink zu verdanken. Der erste Hallenchef der Hamborner Mehrzweckhalle schaffte mit seinen Technikern die Voraussetzungen dafür, dass sich TV-Produktionen nach Duisburg locken ließen.

„Wetten, dass..?“ mit Thomas Gottschalk: Auftritt von Michael Jackson in Duisburg

Es ist wohl das Duisburg-Highlight der langen „Wetten, dass..?“-Geschichte: Am 4. November 1995 tritt Michael Jackson in der Rhein-Ruhr-Halle auf. Der „King Of Pop“ singt seinen „Earth Song“, tanzt über die Bühne und reißt sein weißes Shirt auf. Auf einem Hubwagen, der in die Höhe gefahren wird, schwebt der Popstar am Ende sogar über das Publikum. Wind- und Nebelmaschinen sorgen für viel Dramatik. Ein unvergessener Auftritt.

Michael Jackson und Thomas Gottschalk in Duisburg: In der Rhein-Ruhr-Halle präsentierte der „King of Pop“ seinen „Earth Song“.
Michael Jackson und Thomas Gottschalk in Duisburg: In der Rhein-Ruhr-Halle präsentierte der „King of Pop“ seinen „Earth Song“. © picture-alliance / dpa | Achim Scheidemann

Die 1200 Karten für die Halle waren im Nu vergriffen, weitere 2000 Zuschauer verharrten am Abend in der Kälte und vor der Halle: Der Auftritt des Superstars wurde schließlich per Leinwand übertragen. Eigentlich hätte Gottschalk den schüchternen Sänger liebend gern auf seine Couch gezerrt, um ihm mehr zu entlocken. Doch dem hatte das Management von Jackson schon vorab einen Riegel vorgeschoben. Am Ende dauerte der Auftritt des Stars nur etwas mehr als sieben Minuten – die dennoch zu einer Rekord-Einschaltquote und einem Marktanteil von 52 Prozent führten.

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Madonna und Céline Dion waren 1998 in Duisburg zu Gast

Das Duisburger Publikum darf sich einige Jahre nach dem „King of Pop“ auch auf die „Queen of Pop“ freuen: Am 28. Februar 1998 tritt Madonna in der Hamborner Halle auf, die sich nach der Performance ihres Welthits „Frozen“ sogar die Zeit nimmt, mit Thomas Gottschalk auf der Couch zu plaudern. Minutenlang wird das Gespräch von kreischenden Fans im Publikum unterbrochen. Als später in der Sendung Céline Dion ihren Titanic-Hit „My Heart Will Go On“ präsentiert, ist Madonna schon nicht mehr im Studio – auch das war eine „Wetten, dass..?“-Tradition: Weltstars blieben nur selten bis zum Schluss.

Das war "Wetten, dass...?" in Duisburg

5. November 1988: Zum ersten Mal wird die Sendung aus Duisburg übertragen, Moderator Gottschalk im Jeans-Outfit sagt die Bierkrug-Wette an.
5. November 1988: Zum ersten Mal wird die Sendung aus Duisburg übertragen, Moderator Gottschalk im Jeans-Outfit sagt die Bierkrug-Wette an. © Renate Schäfer/ZDF
3. März 1990: Heinz Bück wettet, dass er sein Auto in eine Parklücke einparken kann, die nur 10 Zentimeter größer ist als sein Auto. Die Wette hat er gewonnen
3. März 1990: Heinz Bück wettet, dass er sein Auto in eine Parklücke einparken kann, die nur 10 Zentimeter größer ist als sein Auto. Die Wette hat er gewonnen © Wolfgang Lehmann/ZDF
Peter Ustinov war am 2. März  1991als Wettpate in der 66. Sendung.
Peter Ustinov war am 2. März 1991als Wettpate in der 66. Sendung. © Friedhelm Geinowski/WAZ FotoPool
Bei der Saalwette schaffen es einige Duisburger auf die Couch neben Thomas Gottschalk. Besonders skurril war die Idee von Udo Hark. Er wettete, dass sich in Duisburg nicht zehn Männer finden, die Manni heißen, Manta fahren und eine Friseurin zur Freundin haben. 25 Pärchen wollen es dem Duisburger an diesem Abend zeigen. Jedes einzelne wird kontrolliert, aber nur zehn erfüllen letzlich auch alle Bedingungen.  Die Wette ist verloren, dafür sammelte der Duisburger mit Hella von Sinnen in einer Disco Spenden für dei Deutsche Krebshilfe.
Bei der Saalwette schaffen es einige Duisburger auf die Couch neben Thomas Gottschalk. Besonders skurril war die Idee von Udo Hark. Er wettete, dass sich in Duisburg nicht zehn Männer finden, die Manni heißen, Manta fahren und eine Friseurin zur Freundin haben. 25 Pärchen wollen es dem Duisburger an diesem Abend zeigen. Jedes einzelne wird kontrolliert, aber nur zehn erfüllen letzlich auch alle Bedingungen. Die Wette ist verloren, dafür sammelte der Duisburger mit Hella von Sinnen in einer Disco Spenden für dei Deutsche Krebshilfe.
Weit über 1000 Mal wurde bei
Weit über 1000 Mal wurde bei "Wetten, dass..?" gewettet. Darunter waren auch spektakuläre Kunststücke, wie dieses hier in der Sendung vom 29. Oktober 1994. Die Motorrad-Sportgruppe der Berliner Polizei bildete mit 84 Polizisten auf neun Motorrädern eine Pyramide und fuhr so 100 Meter weit. © Carmen Sauerbrei/ZDF
Damit stellte sie einen Weltrekord auf.
Damit stellte sie einen Weltrekord auf. © Renate Schäfer/ZDF
Weil er die Saalwette verlor, musste Thomas Gottschalk in zehn Metern Höhe in der Rhein-Ruhr-Halle herumklettern.
Weil er die Saalwette verlor, musste Thomas Gottschalk in zehn Metern Höhe in der Rhein-Ruhr-Halle herumklettern. © Carmen Sauerbrei/ZDF
In dieser Sendung war  US-Soul-Star Barry White musikalischer Gast. Außerdem traten Adriano Celentano und Shirley MacLaine auf.
In dieser Sendung war US-Soul-Star Barry White musikalischer Gast. Außerdem traten Adriano Celentano und Shirley MacLaine auf. © Renate Schäfer/ZDF
4. November 1995: Über die Farbe der Socken geht es im Gespräch mit Kanzlerkandidat Gerhard Schröder und seiner Frau Hiltrud. Gottschalk: „Darf ich Hillu sagen? Es ist ja so ein bisschen wie Super-Hillu.“
4. November 1995: Über die Farbe der Socken geht es im Gespräch mit Kanzlerkandidat Gerhard Schröder und seiner Frau Hiltrud. Gottschalk: „Darf ich Hillu sagen? Es ist ja so ein bisschen wie Super-Hillu.“ © Ulla Michels/WAZ/WAZ FotoPool
Neben ihrem Einsatz als Wettpate sammeln die Schröders auch für die Tschernobyl-Stiftung von Hillu Schröder. Sie müssen auf einen Schrank mit Porzellan werfen. Für jedes Teil, das zu Bruch geht, will Porzellanfabrikant Philip Rosenthal 2000 Mark stiften. Mit tatkräftiger Hilfe eines ZDF-Mitarbeiters, der hinter dem Schrank mit einem Hammer etwas nachhalf, konnte die 20.000 D-Mark  spielend erreicht werden.
Neben ihrem Einsatz als Wettpate sammeln die Schröders auch für die Tschernobyl-Stiftung von Hillu Schröder. Sie müssen auf einen Schrank mit Porzellan werfen. Für jedes Teil, das zu Bruch geht, will Porzellanfabrikant Philip Rosenthal 2000 Mark stiften. Mit tatkräftiger Hilfe eines ZDF-Mitarbeiters, der hinter dem Schrank mit einem Hammer etwas nachhalf, konnte die 20.000 D-Mark spielend erreicht werden. © Ulla Michels/WAZ/WAZ FotoPool
Ein besonderes Highlight der Sendung ist der Auftritt von Michael Jackson.
Ein besonderes Highlight der Sendung ist der Auftritt von Michael Jackson. © Ulla Michels/WAZ FotoPool
Kalt war es. Bitterkalt. Jener 4. November 1995, als Michael Jackson Top-Star bei „Wetten, dass...?
Kalt war es. Bitterkalt. Jener 4. November 1995, als Michael Jackson Top-Star bei „Wetten, dass...?" in der Rhein-Ruhr-Halle war. © Stephan Eickershoff/WAZ FotoPool
Das hielt seine Anhänger nicht ab. Etwa 2.000 Fans , die nicht in die Halle kamen, schauten sich auf einer Großleinwand vor der Halle den Auftritt ihres Idols an.
Das hielt seine Anhänger nicht ab. Etwa 2.000 Fans , die nicht in die Halle kamen, schauten sich auf einer Großleinwand vor der Halle den Auftritt ihres Idols an. © Stephan Eickershoff/WAZ FotoPool
Sein zweiter Titel war eine Weltpremiere: Der Earth Song. Und im Bruchteil einer Sekunde hatte Michael Jackson die ausverkaufte Halle eingenommen, die Besucher in seinen Bann gezogen. Am Geländer einer Hebebühne, schwebte Jackson über die Köpfe der Zuschauer der Rhein-Ruhr-Halle.
Sein zweiter Titel war eine Weltpremiere: Der Earth Song. Und im Bruchteil einer Sekunde hatte Michael Jackson die ausverkaufte Halle eingenommen, die Besucher in seinen Bann gezogen. Am Geländer einer Hebebühne, schwebte Jackson über die Köpfe der Zuschauer der Rhein-Ruhr-Halle. © Achim Scheidemann/dpa
Am Ende hatten alle ein Interview mit Thomas Gottschalk erwartet. Doch der Entertainer schien erstmalig sprachlos zu sein. So piepste Jackson sein unvermeidliches „I love you all” ins Mikro und verschwand.
Am Ende hatten alle ein Interview mit Thomas Gottschalk erwartet. Doch der Entertainer schien erstmalig sprachlos zu sein. So piepste Jackson sein unvermeidliches „I love you all” ins Mikro und verschwand. © Stephan Eickershoff/WAZ FotoPool
Die Sendung am 4. November 1995 hatte 52 Prozent und war mit 17,99 Millionen Zuschauer eine der bestgesehenen Sendungen.
Die Sendung am 4. November 1995 hatte 52 Prozent und war mit 17,99 Millionen Zuschauer eine der bestgesehenen Sendungen. © Stephan Eickershoff/WAZ FotoPool
Ein NRZ-Bericht über Jacksons Auftritt in der Rhein-Ruhr-Halle.
Ein NRZ-Bericht über Jacksons Auftritt in der Rhein-Ruhr-Halle. © Lars Fröhlich (Repro)
28. Februar 1998: Von wegen Blondschopf; Thomas Gottschalk überraschte mit schwarzgefärbten Haaren.
28. Februar 1998: Von wegen Blondschopf; Thomas Gottschalk überraschte mit schwarzgefärbten Haaren. © Renate Schäfer/ZDF
25. März 2000: Die Couch war prominent besetzt, Moderator Thomas Gottschalk (im Kilt) zeigte sich ganz als Kavalier, verhalf Star-Designerin Vivienne Westwood in die Schuhe, belustigt beäugt von den weiteren Gästen (v.li.) Cindy Crawford, Otto Waalkes, Eva Hassmann, Dieter Pfaff und Ottmar Hitzfeld.
25. März 2000: Die Couch war prominent besetzt, Moderator Thomas Gottschalk (im Kilt) zeigte sich ganz als Kavalier, verhalf Star-Designerin Vivienne Westwood in die Schuhe, belustigt beäugt von den weiteren Gästen (v.li.) Cindy Crawford, Otto Waalkes, Eva Hassmann, Dieter Pfaff und Ottmar Hitzfeld.
13,34 Millionen Zuschauer sahen einen kniefrei moderierenden Thomas Gottschalk, der nach dem Vorabvotum seiner Zuschauer im Schottenrock auftrat.
13,34 Millionen Zuschauer sahen einen kniefrei moderierenden Thomas Gottschalk, der nach dem Vorabvotum seiner Zuschauer im Schottenrock auftrat. © Franz-Peter Tschauner/dpa
Sabrina Setlur und Xavier Naidoo gaben
Sabrina Setlur und Xavier Naidoo gaben "Alles"... © imago stock&people
...und Peter Maffay ging
...und Peter Maffay ging "Bis ans Ende der Welt". © Carmen Sauerbrei/ZDF
Großes Finale der 123.
Großes Finale der 123. "Wetten, dass....?"-Sendung., die die letzte aus Duisburg war. © Carmen Sauerbrei/ZDF
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Zu einem Aufreger-Moment kommt es im März 1990: Auf dem Sofa in der Rhein-Ruhr-Halle zeigt sich Mickey Rourke nicht von seiner besten Seite. Der US-Schauspieler sollte über seinen neuen Film sprechen – hatte aber augenscheinlich wenig Lust. Er behielt die meiste Zeit seine Sonnenbrille auf, rauchte ganz ungeniert und legte seine Füße auf die Couch. „Der hatte solche Schweißfüße“, erzählte Frank Elstner einmal in einem Interview. Er saß an diesem Abend als Gast neben dem Hollywood-Star auf der Couch.

Unvergessen sind auch die Duisburger Saalwetten, mit denen es einige aus dem Publikum auf das berühmte Sofa und vor die Kamera schafften: Besonders skurril wird es im März 1991 mit der Idee von Udo Hark. Seine Wette: Mehr als zehn Manta-Fahrer namens Manni und mit einer Friseurin als Partnerin sollen bis zum Ende der Sendung mit ihren Autos in die Rhein-Ruhr-Halle rollen. Die Wette wird knapp verloren – am Ende sind es nur exakt zehn Manta-Mannis.

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>> „Wetten, dass..?“ in Duisburg

  • Am 25. März 2000 wurde „Wetten, dass..?“ das letzte Mal aus Duisburg ausgestrahlt und auch die Ära der Stars in der Rhein-Ruhr-Halle endete nur wenige Jahre später.
  • Seit Jahren verfällt das Gebäude. Weil sich die zwischenzeitlich angestrebte Sanierung der Rhein-Ruhr-Halle als zu teuer erwiesen hat, soll sie nun abgerissen werden.
  • Insgesamt wurden von 1988 bis 2000 sieben Sendungen in Duisburg produziert. Die erste „Wetten, dass..?“-Episode überhaupt lief am 14. Februar 1981 über die TV-Bildschirme. Seitdem absolvierten die Kandidaten mehr als 1000 Wetten.