Duisburg. Die Stadt Duisburg hat das finanzielle Jahresbudget für das Tierschutzzentrum deutlich erhöht. Warum dies für den Tierheimbetreiber wichtig ist.

Die Stadt Duisburg hat das finanzielle Budget für das Tierschutzzentrum nach eigenen Angaben auf rund 500.000 Euro pro Jahr aufgestockt. Der Verein betreibt das Tierheim. Er hat bereits 2001 die Aufgabe von der Stadt übertragen bekommen, dort Tiere artgerecht unterzubringen, fachmännisch zu betreuen und zu versorgen. Der dazu gehörige Vertrag sei nun überarbeitet worden.

Wesentliche Neuerungen sind demnach angepasste Betreuungspauschalen und ein vereinfachtes Abrechnungssystem. „Seit vielen Jahren kümmert sich der Verein mit Unterstützung der zahlreichen ehrenamtlicher Helfer verantwortungsvoll um die Leitung des Tierheims. Ich möchte mich an dieser Stelle auch noch einmal bei allen Beteiligten für den unermüdlichen Einsatz bedanken. Mit dem angepassten Vertrag stellen wir die zeitgemäße Finanzierung des Tierheims sicher“, so Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link.

Stadt Duisburg: 500.000 Euro pro Jahr für das Tierschutzzentrum

Die Stadt habe sich dabei, so der Beigeordnete Matthias Börger, an den Beispielen von Großstädten in der Umgebung orientiert und die Gesamtfinanzierung auf einen Euro pro Einwohner, also rund 500.000 Euro pro Jahr, aufgestockt.

Norma Puchstein, Vorsitzende des Tierschutzzentrums Duisburg, freut sich sehr über die „deutliche Anpassung“: Tiere artgerecht zu halten, sei in den vergangenen Jahren nicht einfacher geworden“, erklärt sie. „Neben den hohen Personalkosten sind auch die Kosten für Futter, Energie und ärztliche Betreuung immens gestiegen. Viele Tiere landen nicht gesund bei uns. Die Erhöhung des Budgets kommt zur richtigen Zeit.“

Mehr Arbeit für das Tierheim: Viele Tiere werden zu Urlaubsbeginn ausgesetzt

Und gerade jetzt zu Beginn der Ferienzeit habe das Tierheim mehr Arbeit. Nur allzu oft werden demnach Tiere von ihren Besitzern zu Urlaubsbeginn einfach ausgesetzt. Eine vorübergehende Obhut finden die Ausgestoßenen dann im Tierschutzzentrum.

Wobei das aktuelle Heim an der Lehmstraße in Neuenkamp längst nicht mehr modernen Ansprüchen genügt. Die Stadt plant einen Neubau an anderer Stelle. Wie sie aktuell mitteilt, geht die schon seit Jahren andauernde Suche nach einem neuen Standort weiter.

Suche nach einem Standort für Neubau des Heims geht weiter

Es sei bisher noch keine geeignete Lösung gefunden worden. Zuletzt hatte sich die Stadt erneut intensiv mit einem privaten Grundstück an der Wilhelmallee am Rhein in Homberg beschäftigt.

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Ein 1,7-Millionen-Erbe einer bereits vor knapp zehn Jahren verstorbenen Katzenliebhaberin steht seit der 2017 gesichert zur Verfügung und soll bei der Finanzierung dieses Großprojekts helfen, wird alleine aber nicht reichen.

Puchstein und Kaczmarsch haben große Pläne

Lutz Kaczmarsch, der neue Leiter des Tierheims, rechnet nach ersten groben Schätzungen mit einem Investitionsvolumen im „unteren zweistelligen Millionenbereich“. Dies liegt auch daran, dass er gemeinsam mit Puchstein große Pläne verfolgt.

Es geht nicht nur um einen Neubau, sondern um ein „bürgernahes Tierschutzzentrum“ mit ganz verschiedenen Angeboten zum Beispiel an Schulklassen, einem Natur- und Handwerksraum für Kinder und Jugendliche, einem Café und einem fest installierten Trödelmarkt rund ums Tier oder auch Themenabende. Es gibt zudem die Idee, eine Tierarztpraxis auf dem neuen Gelände anzusiedeln.

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    • Das Tierheim in Duisburg hat aktuell 16 Mitarbeiter, darunter laut Puchstein sehr viele ausgebildete Tierpfleger.
    • Für Besucher ist die Einrichtung coronabedingt vorerst weiter geschlossen. Vermittlungen sind aber schon lange wieder möglich. Weitere Infos und einen Fragebogen für Interessenten gibt es online auf www.tierheimduisburg.de.