Duisburg. Der Duisburger Pädagoge Burak Yilmaz engagiert sich gegen Diskriminierung. Am Wahlsonntag sei er beim Urnengang „rassistisch angegangen“ worden.

Der für sein Engagement gegen Rassismus und Diskriminierung überregional bekannte Duisburger Pädagoge Burak Yilmaz ist am Sonntag nach eigenen Angaben im Wahllokal vom Schriftführer „rassistisch angegangen“ worden. Wie er jetzt öffentlich bei Twitter und Facebook mitgeteilt hat, habe er sich danach nur mit Mühe beherrschen können. „Der Sonntag war für mich gelaufen.“ Umso erfreuter war er später über die aktuelle Reaktion des Wahlamtes.

Der Grund für die rassistische Attacke sei sein türkischer Nachname gewesen, erläuterte Burak Yilmaz weiter; er will sich im Gespräch mit dieser Redaktion jedoch nicht zu Details äußern. Ein Gesprächsprotokoll schickte er nach dem Urnengang ans Wahlamt, das offenkundig seine Einschätzung des Vorfalls teilt. Die Behörde habe ihm mitgeteilt, dass der Schriftführer künftig nicht mehr als Wahlhelfer eingesetzt werde, so Yilmaz.

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„Damit habe ich, ehrlich gesagt, nicht mehr gerechnet, aber hallelujah!“, freut sich Yilmaz, der im Obermarxloher Dichterviertel aufgewachsen ist und dadurch bekannt wurde, dass er mit jungen Musliminnen und Muslimen Bildungsfahrten ins Vernichtungslager Auschwitz organisiert. Für seine Projekte gegen Rassismus und Antisemitismus hat er das Bundesverdienstkreuz erhalten.

Duisburger Pädagoge zieht Parallelen zu anderem Rassismusvorfall während der Wahl

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Aufgrund der jüngsten Erfahrung mit dem Wahlamt habe er sich direkt für die nächste Wahl als Schriftführer gemeldet. Der neue Landtag wird am 15. Mai 2022 gewählt. Burak Yilmaz ist froh über diesen Ausgang, wie er auf Nachfrage sagt. Dies habe auch vielen jungen Menschen gezeigt, dass es sich lohnt, sich gegen Rassismus zu wehren.

Zudem zieht der Duisburger Parallelen zu einem weiteren Rassismusvorfall während der jüngsten Bundestagswahl. So hatten Wahlhelfer einer 21-jährigen Muslimin in der Stadt Bergheim zunächst den Zutritt zum Wahllokal verwehrt, weil sie zusätzlich zur vorgeschriebenen Corona-Maske ein Kopftuch trug. Sein Erlebnis, so Burak Yilmaz, sei bei der Bundestagswahl also „kein Einzelfall“.

>> BUCH VERÖFFENTLICHT GEGEN JUDENHASS

● Der Duisburger Burak Yilmaz ist neuerdings Autor und hat kürzlich sein Buch „Ehrensache – Kämpfen gegen Judenhass“, veröffentlicht. Es ist erschienen im Suhrkamp Verlag, hat 229 Seiten und kostet 16,95 Euro. ISBN: 978-3-518-47171-5.

Weitere Informationen auf www.burak-yilmaz.de.