Duisburg-Marxloh. . Frau voller Widersprüche: Die Marxloherin Marion Stöbbe ist Ratsfrau der AfD. Massive Anfeindungen durch linksextreme Gruppen.

Auf einer linksautonomen Website, deren Urheber mangels Impressum für den Besucher unbekannt bleiben, wurde unlängst ein Bild der Marxloher AfD-Ratsfrau Marion Stöbbe veröffentlicht.

Dort wird Stöbbe massiv persönlich angegriffen und ihre Wohnanschrift öffentlich gemacht. Parallel dazu wurden in Marxloh Handzettel mit Stöbbes Konterfei und Adresse verteilt. Die Kriminalpolizei ermittelt. Deswegen verzichtet die Redaktion auch darauf, Marion Stöbbe, die sich bedroht fühlt, im Bild zu zeigen.

Schwelgernpark sauberer, als AfD-Frau erwartete

Stöbbe wandte sich an die Redaktion. Am Donnerstag ein Treffen. Spaziergang durch den Schwelgernpark. Als im Gespräch die Namen Willy Brandt und Helmut Schmidt fallen, reckt die AfD-Frau energisch den Daumen in die Höhe. Klar, habe sie die gewählt. Sie habe nur SPD gewählt, bis zu Schröders Hartz-Reformen.

Seit 23 Jahren wohnt Stöbbe in Marxloh, hat mit Ehemann im Mehrfamilienhaus der Familie zwei Kinder groß gezogen. Früher habe es im Park ein Schwimmbad gegeben, man habe mit Kindern schöne Tage verbringen können.

Fotos auf dem Mobiltelefon

Heute müsse man Angst haben, durch den Park zu gehen. „Mag sein“, sagt Stöbbe, „dass es anderswo auch so ist, aber ich bin eben hier zu Hause.“ Marxloh ist für sie Heimat, die sie verbessern will.

Eigentlich will Stöbbe zeigen, wie verdreckt der Schwelgernpark doch sei. Abgesehen vom ziemlich zugemüllten Tümpel und Glasscherben auf dem Volleyballfeld, strahlt der Park am Donnerstag sauber mit der Sonne um die Wette: „Sonst ist es hier wirklich viel dreckiger“, sagt Marion Stöbbe und zeigt Fotos auf ihrem Mobiltelefon.

Neben deutschen auch türkische und serbische Mieter

Hin zum Haus der Stöbbes, das wie eine Festung gesichert ist. „Acht Einbrüche und jedesmal haben wir weiter in Sicherheit investiert“, sagt Stöbbe, die hier türkische, deutsche und serbische Mieter beherbergt. Plausch mit dem Türken im Untergeschoss. Der lässt auf seine Vermieterin nichts kommen, schätzt sie sehr.

Wie passt Marion Stöbbes Sympathie für Brandt und Schmidt zu einer Partei der Höckes, die das Andenken an den Holocaust ab sofort beenden wollen? Einer Partei mit Führungspersonal, das den Massenmörder von Kindern, Anders Brejvik, glorifiziert? Eine Partei, deren Mitglieder sich bei Pegida-Demos mit Nazis verbrüdern?

Setzt Petry sich nicht durch, tritt Stöbbe aus AfD aus

„Ich hoffe, dass die ausgeschlossen werden. Ich bin in der AfD, weil ich mich mit Frauke Petry identifiziere“, sagt Stöbbe, „weil es die einzige Partei ist, die die EU kritisch sieht.“

Ob ihr klar sei, was Deutschland ohne EU und mit hoch bewerteter D-Mark blühe? Export-Einbruch, Isolation Massenarbeitslosigkeit? „Gegenfrage“, sagt sie, „war es gut, Rumänien und Bulgarien so schnell Freizügigkeit zu gewähren?“ Die Regierungen dort, sagt sie, hätten erst bessere Lebensbedingungen schaffen müssen.

Was es für sie bedeuten würde, wenn Petry den Machtkampf mit den Scharfmachern a la Höcke verliere? „Dann trete ich aus der AfD aus.“