Duisburg. . Der Duisburger Künstler Josef Müller eröffnet eine neue Ausstellung im Künstlerhaus Goldstraße 15. Sie zeigt die Veränderungen seiner Arbeitsweise.

„Eine Retrospektive, die macht man, wenn man fast tot ist.“ Josef Müller aber, der in der Vorwoche seinen 80. Geburtstag feierte, denkt noch lange nicht ans Aufhören. Seine Jubiläumsschau im Künstlerhaus an der Goldstraße 15 zeigt ausgewählte Werke der vergangenen 30 Jahre, aber anstelle des ungeliebten Begriffs hat der Duisburger sie mit einem französischen Titel bedacht: „Regard en arrière“ (Blick zurück).

34 Werke sind im ersten Obergeschoss zu sehen. Sie dokumentieren die Veränderungen in Müllers Arbeitsweise. Die ältesten Bilder aus den 80er Jahren zeigen, dass der heute für seine informellen Arbeiten bekannte Künstler in frühen Phasen noch figürlich arbeitete: Nur leicht abstrahierte Torsi mit stilisierten Köpfen tauchen auf den ersten Leinwänden auf. Später orientierte sich Müller verstärkt an den großen Kunstrichtungen der Nachkriegszeit: am abstrakten Expressionismus aus den USA sowie dem deutschen Informel, mit dem er als Künstler „aufgewachsen“ sei. Nachhaltig beeindruckt habe ihn zudem der spanische Maler Antoni Tàpies.

Bei Müllers neuesten Arbeiten von 2015 – wasserlösliche Tusche auf Papier – lässt sich der Drang zur Reduzierung erkennen: Gab es zuvor noch mehrere Bildebenen und komplett ausgefüllte Seiten, steht nun die Tuschezeichnung mittig auf einem sonst leeren Blatt. Gut erkennbar wird hier Müllers Technik. Er tropft, verwischt mit Plastikkarten, zieht parallele Linien mit einem Kamm. „Je weniger Elemente, desto schwieriger wird es. Man achtet auf jeden Tropfen.“ So fordert sich der Künstler noch immer neu heraus.

INFO: Die Vernissage beginnt am Freitag, 12. Februar, um 19.30 Uhr. Nächster Öffnungstermin: So., 14. Februar, 15-18 Uhr.