Stadtentwicklung

Architekten und Bürger diskutieren über Rheinort in Hochfeld

Wenn die Lager von Arcelor Mittal geräumt sind, soll der Weg für Wohnungen frei gemacht werden.

Wenn die Lager von Arcelor Mittal geräumt sind, soll der Weg für Wohnungen frei gemacht werden.

Foto: Hans Blossey

Duisburg.   Auf dem Rheinpark-Gelände sollen Wohnungen für 4000 Menschen entstehen. Diskussion in der Liebfrauenkirche, was das für Hochfeld bedeuten würde.

„Wie geht es weiter nach dem Stillstand im Rheinpark?“ fragte der Bund deutscher Architekten Rechter Niederrhein bei seiner Veranstaltung in der Liebfrauenkirche. Eingeladen waren Dr. Hanna Hinrichs vom Projekt „StadtBauKultur NRW“ und Prof. Dr. Claus-Christian Wiegandt von der Universität Bonn. Der Stadt- und Regionalforscher und die Architektin sollten eine Einschätzung geben, warum sich Städte wieder einer großen Beliebtheit erfreuen. Allein: Ihre Ausführungen, die sich im wesentlichen auf andere Städte wie Köln, Düsseldorf, Bonnoder Münster bezogen, gingen weitestgehend an Duisburg und insbesondere Hochfeld vorbei.

Die Ausgangslage

Nachdem Arcelor Mittal seine Drahtstraße nach Ruhrort verlegt hat, werden die Hallen derzeit noch als Lager genutzt. Das Areal soll allerdings bald geräumt werden und der Bezirksvertretung Mitte im November die neuen Pläne für das Quartier „Rheinort“ präsentiert werden.

Auf dem Gelände sollen Wohnungen für 4000 Menschen entstehen, außerdem neue Arbeitsplätze. „Außerdem entsteht eine neue soziale Infrastruktur, wir bauen einen neuen Kindergarten und eine Schule“, erklärt Projektmanager Björn Sommer.

In der Veranstaltung wurde heiß diskutiert, ob sich die Bewohner des neuen Stadtteils mit Hochfeld mischen werden und auf die Weise Hochfeld aufgewertet werden kann. Dabei wurde die viel befahrene Wörthstraße allerdings als Hindernis und Grenze benannt. Vorschlag von Prof. Wiegandt: Dort sollten Cafés oder Läden entstehen, die beide Teile miteinander verbinden. Die Auswirkungen auf die Wanheimer Straße lassen sich nicht absehen.

Die Hochfelder

„Die Menschen in dem neuen Quartier werden ja kaum nur vom türkischen Brot leben“, sagt Gerhard Panske. Er ist selbst als Student 1980 nach Hochfeld gezogen, inzwischen besitzen seine Frau Birgit und er eine Immobilie dort. „Durch Logport gibt’s jeden Tag eine Lkw-Rallye. Die 40-Tonner donnern nur ein paar Meter am Kindergarten vorbei. Das müsste man erst einmal in den Griff bekommen.“

Dagmar Domeier und ihr Mann Dirk Heckmann sind Hochfelder aus Überzeugung, haben sich bewusst für eine Immobilie im Stadtteil entschieden. „Stadtteile können sich verändern, wenn Freunde zuziehen“, hatte Hanna Hinrichs geraten. „Es wohnen schon viele Freunde hier. Wir sind Pioniere“, betont Dagmar Domeier, dennoch sei es schwierig. „Wir sagen immer, das beste wäre es, wenn Hochfeld nach Düsseldorf oder Köln eingemeindet würde“, erklärt Heckmann. „In Gesprächen hat man permanent das Gefühl, dass man sich entschuldigen müsse, dass man in Duisburg wohnt.“ Hinzu kommen die Probleme mit Menschen aus Südosteuropa.

Die Förderer

„Wir bekommen 38 Millionen für den Stadtteil. Das hört sich viel an, aber wir schaffen damit gerade einmal, den Bestand wie das Blaue Haus auf ein erträgliches Niveau zu heben“, erklärt Reinhard Schmidt, Stadtteilmanager von der Entwicklungsgesellschaft Duisburg. Manchmal rufen ihn Leute von außerhalb an, um sich nach den Wohnlagen zu erkundigen. Viele winkten allerdings ab, wenn sie von Hochfeld hören. „Der Frust ist groß bei allen, die sich seit Jahren hier engagieren“, hat Schmidt beobachtet. Das ändere sich nur langsam wieder. Momentan seien Schulen und Kindergärten übrigens „randvoll.“ Joachim Schneider (CDU) mahnte an, dass die Förderung des Stadtteils nachhaltiger werden müsse.

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