Gericht

Arbeitskollegin heimlich auf der Sonnenbank gefilmt – Urteil

Beim Bräunen im Solarium hat ein Oberhausener in Duisburg seine Arbeitskollegin gefilmt.

Beim Bräunen im Solarium hat ein Oberhausener in Duisburg seine Arbeitskollegin gefilmt.

Foto: Simon Albers / WP

Duisburg/Oberhausen.  Ein Oberhausener (36) hat seine Arbeitskollegin (24) heimlich in einem Duisburger Solarium gefilmt. Vor Gericht war ihm die Tat peinlich.

Eine 24-jährige Frau hatte am 30. August 2019 in einem Solarium in der Duisburger City gerade ihre Bräunung beendet. Als sie sich wieder anzog, blickte sie zufällig auf den oberen Teil der Trennwand zur Nachbarkabine und sah ein Smartphone. Die Frau rief um Hilfe. Der 36 Jahre alte Oberhausener, der beim heimlichen Filmen erwischt worden war, stand nun wegen Verletzung des höchst persönlichen Lebensbereiches durch Bildaufnahmen vor dem Amtsgericht Duisburg.

Der Mann hatte sich auf einen Stuhl gestellt, um die Aufnahmen zu machen. Aufnahmen einer jungen Frau, mit der er damals in der selben Firma arbeitete. „Mein Mandant räumt die Tat umfänglich ein“, erklärte der Verteidiger. „Er bereut die Tat sehr.“ Dazu hatte der 36-Jährige auch allen Grund, denn nachdem der Arbeitgeber von dem Vorfall erfuhr, musste er sich eine neue Tätigkeit im Finanzdienstleistungssektor suchen.

Kollegin im Solarium gefilmt: Angeklagter legte Geständnis ab

„Was ich getan habe ist nicht zu entschuldigen. Ich schäme mich.“ Das sagte der Angeklagte auch der Zeugin. Bei fünf weiteren ganz oder teilweise entkleideten Frauen, deren Aufnahmen sich ebenfalls auf seinem Smartphone befanden, konnte er sich nicht entschuldigen. Die mutmaßlichen weiteren Taten hatten nicht angeklagt werden können, weil man zwar die Fotos, nicht jedoch einen Hinweis auf die Identität der Frauen fand.

„Dass das eine Sauerei ist, muss ich ihnen wohl nicht sagen?“ Im Gesicht des Strafrichters waren Zornesfalten zu sehen, als er diese Frage an den immer kleinlauter werdenden Angeklagten stellte.

Allerdings beendete er das Verfahren auf elegante Weise. Da der Angeklagte bislang noch nicht strafrechtlich in Erscheinung getreten war und bei seinem Geständnis durchaus Scham und Reue erkennen ließ, stellte er das Verfahren – mit Zustimmung der Geschädigten – gegen Zahlung einer vergleichsweise hohen Geldbuße ein. 4000 Euro muss der 36-Jährige nun an die 24-Jährige zahlen. Der jungen Frau wurde so ein zusätzlicher Zivilprozess um Schmerzensgeld erspart.

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