Anspruchsvolle Reise ins "Neuland"

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Tomas Vtipil und Max Bilitza begeistern in der Alten Feuerwache

Tomas Vtipil und Max Bilitza nennen ihr Projekt zwar "Neuland" - sie sind auf ihrem Gebiet jedoch schon Profis. Neuland betreten sie nur im übertragenen Sinne. Das Stück, eine Performance, wirft Schlaglichter auf die wichtigen Fragen des Lebens. Was ist sozial? Die beiden Künstler geben Denkanstöße, führen die Zuschauer jedoch nicht zu Lösungen, sondern lassen das Publikum mit dem Gesehenen allein. Die Besucher der Alten Feuerwache verließen ebenso nachdenklich wie begeistert den Saal.

Die Aufführung beginnt mit "Ein Wort ist ein Wort ist ein Wort ist ein Wort." Die gesungene und gerappte Sprache, die Musiker Vtipil und Bilitza verwenden, ist poetisch und stimmt nachdenklich. Die Wortspiele werden untermalt mit gezielt eingesetzten Requisiten, Lichteffekten und Gesten. Hatte Student Bilitza eben noch eine Kappe zum Rapgesang auf, ist die Kopfbedeckung im nächsten Moment ein Utensil für einen Bettler, der zusammengekauert auf der Bühne hockt. Dazu spricht er: "Das Paradies ist eine Finte. Eine Tür ohne Klinke". In einer anderen Szene zetert er: "Oh Deutschland, was soll werden - Goethes Erben verkaufen dein Tafelsilber."

Vtipil und Bilitza haben sich bei einem Dichtertreffen in den Niederlanden kennen gelernt. Beide sind anspruchsvoll und hervorragende Künstler, die viel von ihrem Publikum verlangen. Die Fragmente sind nicht eingängig und die Geschichte erschließt sich nicht auf den ersten Blick. "Jede Aufführung ist ein bisschen anders. Manchmal improvisieren wir. Alles ist richtig, nichts falsch", sagt Bilitza.

Am Ende schließt sich dann doch der Kreis: Ein Wort ist ein Wort ist ein Wort. Wie um diese Erkenntnis definitiv zu besiegeln, schlagen sie einen Nagel in das Buch der Bücher - in die Bibel.

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