Suchthilfe

Anlaufstelle für Trinkerszene: Suchthilfe Duisburg berichtet

Die Suchthilfe hat in Duisburg im Mai 2019 die neuen Räume eröffnet. Suchtkranke und Wohnungslose können sich hier duschen und ihre Sachen waschen. Im Bild: Streetworker Klaus Schwarz, Dita Gomfers, Mustafa Arslan vom Suchthilfeverbund und Streetworkerin Lisa Marie Kröll.

Die Suchthilfe hat in Duisburg im Mai 2019 die neuen Räume eröffnet. Suchtkranke und Wohnungslose können sich hier duschen und ihre Sachen waschen. Im Bild: Streetworker Klaus Schwarz, Dita Gomfers, Mustafa Arslan vom Suchthilfeverbund und Streetworkerin Lisa Marie Kröll.

Foto: Michael Dahlke / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Der Suchthilfeverbund Duisburg zieht Bilanz nach einem Jahr Streetwork in der neuen Anlaufstelle für die Trinkerszene. Tausende Kontakte geknüpft.

Der Suchthilfeverbund Duisburg kümmert sich um Alkoholkranke und Drogensüchtige, hilft Pflegeeltern, Lehrern oder Kindern von Suchtkranken - und das seit 10 Jahren.

Die Kontakt- und Anlaufstelle des Suchthilfeverbundes ist erst ein Jahr alt, hat sich aber schon etabliert. Der Jahresbericht zählt allein von Oktober bis Dezember über 1000 Besuche auf der Gutenbergstraße, darunter 148 Frauen. Mindestens zwei mal täglich läuft die Dusche, die Waschmaschine wird ebenfalls frequentiert.

Der Suchthilfeverbund, der sein zehnjähriges Bestehen coronabedingt lediglich begeht und nicht wirklich feiert, verweist für 2019 auf eine hohe Zahl von Kontakten in den unterschiedlichen Wirkungsfeldern.

Viele Kontakte zu Menschen aus der Alkohol - und Drogenszene

Allein die Streetworker hatten rund 3700 Kontakte zu Menschen aus der Alkoholikerszene. Im Kantpark konnten seit September letzten Jahres bei Menschen aus der Drogenszene 133 Beratungen, Vermittlungen oder Begleitungen durchgeführt werden.

Die Streetworker suchen die Klienten überall da auf, wo sie sich aufhalten: Auf der Königstraße, im Kantpark, am Bahnhof. Sie helfen bei der Wohnungssuche, bei der Beschaffung von Papieren. Inzwischen seien sie bei Geschäftsleuten und Anwohnern bekannt, hätten Beziehungen in die Szene aufgebaut, sagen Mustafa Arslan und Dita Gomfers, die Geschäftsführer des Suchthilfeverbundes. Um so wichtiger sei es, dass die Stellen entfristet werden, damit das qualifizierte Personal gehalten werden kann.

Streetwork auch in anderen Duisburger Quartieren

Langfristig sollten weitere niedrigschwellige Angebote ausgebaut werden, betonen Arslan und Gomfers in ihrem Jahresbericht: „Streetwork in anderen Quartieren von Duisburg, Notschlafstellen für Drogenkonsumenten und ein Konsumraum sind dringend erforderlich.“

Der Rat beschäftigte sich am Montag mit einer Vorlage, damit das Projekt Streetwork Osteuropa in Hamborn anlaufen kann. Mit den Mitteln aus der Integrationspauschale und in Kooperation mit den Mitarbeitern des Vereins gegen Kälte soll die Basis geschaffen werden für eine langfristige Anlaufstelle.

14.000 Kontakte in den drei Beratungsstellen

Aktiv war auch die Fachstelle Suchtvorbeugung, die Fortbildungen für Lehrer, Erzieher und Sozialpädagogen anbietet. Erstmals gehörte der Kurs „Hilfe mein Kind pubertiert“ für Pflegeeltern zum Programm. Rund 900 Schüler und Eltern haben Angebote wie Kurse und Beratungen genutzt sowie 404 Multiplikatoren.

Der Suchthilfeverbund hat drei Beratungsstellen in Duisburg. Hier wurden 2019 fast 14.000 Kontakte gezählt. Die Angebote haben 1505 Menschen in Anspruch genommen. Im Rahmen der Gesundheitsprävention wurden fast 20.000 Spritzen getauscht.

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