Gericht

Angeklagter in der Pause vor Duisburger Gericht verprügelt

Wegen schweren Raubes stehen vier Männer vor dem Landgericht Duisburg. Nachdem er seine Mitangeklagten schwer belastet hatte, wurde der Angeklagte ganz rechts im Bild während der Mittagspause vor dem Gerichtsgebäude verprügelt.   

Wegen schweren Raubes stehen vier Männer vor dem Landgericht Duisburg. Nachdem er seine Mitangeklagten schwer belastet hatte, wurde der Angeklagte ganz rechts im Bild während der Mittagspause vor dem Gerichtsgebäude verprügelt.   

Foto: Foto: Bodo Malsch

Duisburg.  Vier Männer stehen wegen Raubes vor dem Landgericht Duisburg. Einer sagte zu Prozessbeginn aus und wurde kurz danach vor dem Gebäude verprügelt.

Gegen vier Angeklagte, denen Raub vorgeworfen wird, begann am Mittwoch der Prozess vor dem Landgericht am König-Heinrich-Platz. Nach der Mittagspause waren es nur noch drei. Ein 21-Jähriger wurde inzwischen im Krankenhaus behandelt. Er war in der Pause vor dem Gerichtsgebäude zusammengeschlagen worden. Zuvor hatte er drei Mitangeklagte, die im Gegensatz zu ihm alle in Untersuchungshaft sitzen, schwer belastet.

Die Anklage wirft den vier Oberhausenern im Alter zwischen 19 und 41 Jahren Raub vor. Da zwei der Angeklagten noch Heranwachsende sind, wird vor der Jugendkammer des Landgerichts verhandelt. Einer der 19-Jährigen soll im Internet, auf einem Dating-Portal für Homosexuelle, die Bekanntschaft des Geschädigten (29) gemacht haben. Unter dem Vorwand, dem 29-Jährigen geliehenes Geld zurück zahlen zu wollen, soll er sich am 28. November 2018 mit ihm in Oberhausen getroffen haben.

Geschädigten zwei Mal in Falle gelockt

Doch als der 19-Jährige zwischendrin kurz mal das Auto des Geschädigten verließ, soll verabredungsgemäß ein Mitangeklagter auf der Bildfläche erschienen sein. Er soll den 29-Jährigen mit einem Messer bedroht und Geld gefordert haben. Der Geschädigte reagierte cool und ließ den Räuber abblitzen. Er kündigte an, die Polizei rufen zu wollen und fuhr davon.

Erstaunlicherweise ging der 29-Jährige nur wenige Minuten später auf das Angebot des 19-Jährigen ein, sich erneut zu treffen. Diesmal wurde der Parkplatz der Niederrheintherme in Mattlerbusch vereinbart. Doch dort soll der Geschädigte nicht nur auf den 19-Jährigen, sondern auf alle vier Angeklagten getroffen sein. Während der 19-Jährige durch Ziehen der Handbremse verhindert haben soll, dass der Geschädigte fliehen konnte, sollen alle Täter auf den Mann eingeschlagen und ihm die Geldbörse mit 260 Euro abgenommen haben.

Belastende Aussagen

Der Geschädigte bestätigte diese Darstellung der Anklageschrift bei seiner Aussage weitgehend. Und er belastete alle Angeklagten, die er sämtlich bei verschiedenen Gelegenheiten schon einmal gesehen habe. „Es gab sexuelle Kontakte“, so der Zeuge. Allerdings habe das nichts mit Geld zu tun gehabt.

Eine belastende Aussage hatte zuvor auch schon der 21-Jährige gemacht: „Ich habe mich am Tattag mit den anderen auf dem Parkplatz der Niederrheintherme getroffen. Wir haben Drogen konsumiert“, so der Angeklagte. Dann habe es geheißen, dass gleich jemand Geld bringe. Zu seinem Erstaunen seien die Mitangeklagten auf den Mann losgegangen. „Ich habe ihn nicht geschlagen“, beteuerte der 21-Jährige.

Richter verurteilte Attacke vor dem Gerichtsgebäude

Vermutlich war es diese Aussage, die Angehörige eines anderen Angeklagten zu dem Übergriff vor dem Gerichtsgebäude veranlassten. „So etwas ist nicht hinnehmbar“, machte der Vorsitzende deutlich. Und wandte sich an die Zuschauer, in deren Reihen die mutmaßlichen Schläger noch kurz zuvor gesessen haben sollen: „Sie verkomplizieren das Verfahren dadurch nur und machen alles nur schlimmer.“

Da ein Angeklagter fehlte, wurde der Prozess vertagt. Er soll am 14. Oktober fortgesetzt werden.

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