Konzert

Albert Hammond begeistert bei seinem Auftritt in Duisburg

Albert Hammond begeisterte seine Fans beim Auftritt im Theater am Marientor.

Foto: Lars Heidrich

Albert Hammond begeisterte seine Fans beim Auftritt im Theater am Marientor. Foto: Lars Heidrich

Duisburg.   Ob als Sänger, Songwriter oder Produzent: Albert Hammond verzückt seine Fans in allen Facetten. Umjubelter Auftritt im Theater am Marientor.

Unglaublich! Der braun gebrannte Mann, der da so entspannt „It Never Rains in Southern California“ singt soll ein Brite sein? Tatsächlich wurde Albert Hammond zwar in London geboren, aber aufgewachsen ist er in Gibraltar. Da bekommt man wohl schon von Kind an ein anderes Verhältnis zu Sonne und Trockenheit als in England.

Knallenge Jeans und eine ebensolche Jacke überm schneeweißen Hemd, ein wehendes Tuch an der Akustik-Gitarre und ein breites Lächeln im Gesicht: So stürmte der fast 73-Jährige wie ein Botschafter ewiger Jugend auf die Bühne und schlägt ein paar Akkorde an. Viele Besucher erkennen sofort das Stück und klatschen mit. „Everything I want to do“ ist der erste seiner Hits, die in den nächsten gut 100 Minuten fast im Drei-Minuten-Takt für Entzücken im gutbesuchten Theater am Marientor sorgen.

Im Hotelzimmer leicht verkühlt

Auch wenn die Stimme etwas kratziger als gewohnt klang (das Hotelzimmer war ein wenig kühl, erklärt Hammond später): Er schien Spaß an seinem Auftritt zu haben und sang sich frei. Hits mit denen er selbst bekannt wurde wie „Free Eletric Band“, das mitreißende „I’m a train“ oder „Down by the river“ wechselten sich ab mit solchen, die er für andere geschrieben hat. „Do yo love me anymore“ für Joe Cocker, „I don’t wanna live without your love” für Chicago oder „One moment in time” für Whitney Houston. Die Liste seiner internationalen Hits als Sänger, Songwriter oder Produzent ließe sich fast endlos fortsetzen.

Gestützt auf eine flexible, bestens funktionierende, vierköpfige Backing-Band stürzte sich Hammond in seine Songs, präsentierte sie mit einer gelungenen Mischung aus Enthusiasmus und Lässigkeit. Das riss das Publikum mit und schien auch ihm Spaß zu machen.

So unterschiedlich seine Stücke auch sein mögen: Hammond hat ein erstaunliches Gefühl für gute gemachte Melodien, mitsingbare Refrains und alltagsnahe, solide Texte. Auch ein melancholisches Stück wie „When I‘m gone“ behandelt Themen wie Abschied und Tod mit einem Schuss Leichtigkeit.

Musikalisch hat Hammond aus Einflüssen der 60er und 70er Jahre einen unverwechselbaren Softrock-Sound entwickelt, der – süffig, aber nicht billig – bestens unterhält.

Wer so etwas von einem Konzert erwartet, der war an diesem Abend allerbestens aufgehoben. Da brachen spätestens bei „One moment in time“ alle Deiche und die letzte halbe Stunde wurde zu einem Bad in „Standing Ovations“.

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