Vermisstenfall

Aktenzeichen XY bringt viele Hinweise auf vermissten Marvin

Michael Bock, Manuela Bock und Anke Gramer, mit einem Foto des vermissten Marvin aus Hochfeld. Am Mittwoch war der Fall Thema bei „Aktenzeichen XY … ungelöst“.

Michael Bock, Manuela Bock und Anke Gramer, mit einem Foto des vermissten Marvin aus Hochfeld. Am Mittwoch war der Fall Thema bei „Aktenzeichen XY … ungelöst“.

Foto: Lars Fröhlich / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Marvin (15) aus Duisburg wird seit über zwei Jahren vermisst. Nach der Fernsehsendung „Aktenzeichen XY ... ungelöst“ gibt es neue Hoffnung.

Wo ist Marvin aus Duisburg? Lebt der Teenager noch? Ist er einem Verbrechen zum Opfer gefallen oder freiwillig verschwunden? Diese Fragen beschäftigen die Polizei und quälen Marvins Mutter seit inzwischen mehr als zwei Jahren. Nun schöpfen die Ermittler neue Hoffnung, dass das Schicksal von Marvin vielleicht doch noch aufgeklärt werden kann.

Akribisch haben die Ermittler nach dem Jungen gesucht, wie die Polizei immer wieder erklärte. Zuletzt wurde sogar nach einem Hinweis eines Hellsehers, den Marvins Mutter aufgesucht hatte, zweimal ein Waldstück in der Nähe von Münster durchkämmt. „Wir gehen jedem Hinweis nach, und sei er noch so abwegig. Es könnten auch Täter sein, die sich unter fadenscheinigen Gründen unter die Zeugen mischen und Hinweise streuen“, erklärt Polizeisprecher Stefan Hausch. Gefunden wurde dennoch nichts. Jetzt, nach dem der Vermisstenfall in einer Sondersendung von „Aktenzeichen XY“ wieder aufgerollt wurde, gibt es neue Hoffnung.

Vermisster Marvin aus Duisburg – „Aktenzeichen XY“ brachte viele Hinweise

„Es sind zahlreiche Hinweise eingegangen“, bestätigt Polizeisprecherin Stefanie Bersin im Gespräch mit unserer Redaktion. Insbesondere über die Sozialen Netzwerken seien viele Informationen an die Duisburger Kripo herangetragen worden. Die Hinweise werden nun alle geprüft. „Wir hoffen, dass auch der entscheidende Tipp darunter ist, der uns zu Marvin führt“, so die Polizei.

„Mir kommt es vor, als sei es gestern gewesen“, sagt Manuela Bock. Dabei ist es schon zwei Jahre her, dass ihr damals 13 Jahre alter Sohn spurlos verschwand. Seither vergeht kein Tag, an dem es nicht um den vermissten Sohn geht, um die Frage, wo er sein könnte, ob er überhaupt noch lebt. Die Gedanken im Zaum zu halten und sich nicht das Schlimmste vorzustellen, ist eine der großen Herausforderungen für die Familie.

Die letzte Whatsapp-Nachricht stammt vom 11. Juni 2017

Zuletzt gesehen worden ist Marvin in Oer-Erkenschwick. Hier lebte er in einer Wohngruppe, die sich um „fast nicht betreubare Kinder und Jugendliche“ kümmert. Der Junge war nach dem Tod seines Vaters aus der Spur gekommen, hatte schulische Probleme und Bekanntschaft mit der Polizei gemacht. Die Einrichtung sollte ihm auf Wunsch der Mutter und des Jugendamtes helfen.

Hier verabschiedete sich Marvin am 11. Juni 2017 um 10 Uhr von seinen Erziehern, wollte sich mit Freunden auf dem Berliner Platz treffen. Eine letzte Nachricht kam um 11.37 Uhr per Whatsapp bei den Erziehern an, seither ist das Handy ausgeschaltet, ist Marvin für niemanden mehr erreichbar.

Ein Bekannter will Marvin am 5. Juli 2017, drei Wochen nach seinem Verschwinden, noch gesehen haben. Er soll in der Paulusstraße, im Duisburger Stadtteil Hochfeld, aus einem grau-silbernen BMW mit Essener Kennzeichen gestiegen und in Begleitung eines Mannes gewesen sein.

Seither gab es zwar Hinweise auf Sichtungen aus Roermond und Kärnten, aber eine richtige Spur nach Marvin ist bisher ausgeblieben.

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