Wahlkampf

„AKK“ preist in Duisburg Europas Rolle in der Welt an

Eine gut gelaunte CDU-Chefin in Duisburg: Annegret Kramp-Karrenbauer wirbt für ihre Partei und die Europawahl.  Fotos: Lars Fröhlich

Eine gut gelaunte CDU-Chefin in Duisburg: Annegret Kramp-Karrenbauer wirbt für ihre Partei und die Europawahl.  Fotos: Lars Fröhlich

Foto: Lars Fröhlich

Duisburg.  Annegret Kramp-Karrenbauer, Bundesvorsitzende der CDU, macht EU-Wahlkampf auf dem König-Heinrich-Platz in der Duisburg Innenstadt.

Der Europawahl-Sonntag steht vor der Tür und die Parteien fahren im Wahlkampf die schweren Geschütze auf. Am Samstag war deshalb die Bundesvorsitzende der CDU, Annegret Kramp-Karrenbauer, auf dem König-Heinrich-Platz zugegen, um für ihre Partei und NRW-Europakandidat Dennis Radtke zu werben.

Während sich „AKK“ vom Duisburger CDU-Vorsitzenden Thomas Mahlberg und anderen Parteimitgliedern bei einem Stadtspaziergang die Innenstadt zeigen ließ, war rund um die schwebenden Wiesen schon einiges los. Eine Latin-Band spielte auf der Bühne, die Junge Union hatte Popcorn mitgebracht und die Gäste der Eisdiele im City-Palais amüsierten sich auf der Terrasse.

Europas Bedeutung in der Welt hervorheben

Anfangs, kurz von einer Gruppe kurdischer Demonstranten gestört, die das europäische Parlament zum Handeln gegen die türkische Politik aufforderten, begann die Bundesvorsitzende zunächst, ihre kommunalen Kollegen auf der Bühne zu loben. Gleichwohl, egal ob Kommune, Land oder Bund, sei man in Deutschland auf Hilfe aus Brüssel angewiesen. Das Geld, das es dort zu holen gibt, dürfe Deutschland nicht links liegen lassen.

Vor allem ging es Kramp-Karrenbauer aber um den innereuropäischen Zusammenhalt, nur als geeintes Europa könne man gegen Wirtschaftsmächte wie China oder die USA bestehen.

Generell war die Rednerin sehr bedacht darauf, die weltweite Bedeutung Europas hervorzuheben. So sei es Europas Pflicht, gegen die politischen Missstände in China zu kämpfen, und Europas Hoffnung, Lösungen für weltweite Probleme zu liefern, etwa die hohen CO2-Emissionen oder Krankheiten wie Alzheimer. Die überwiegend älteren Semester spendeten begeisterten Beifall.

Natürlich waren auch Schengen und offene Grenzen Thema, offene Grenzen seien ein Kernelement Europas, aber das bringe die Verpflichtung mit sich, diese Grenzen auch zu schützen. Im gleichen Atemzug setzte sich AKK auch für die Bundeswehr ein und dafür, den Soldaten auch genügend Geldmittel zur Verfügung zu stellen.

Auch beim Thema Klimaschutz relativierte die CDU-Bundesvorsitzende ihren Standpunkt. „Wir stehen zum Klimaschutz wie die anderen Parteien auch“, trotzdem dürften die Maßnahmen nicht auf Kosten von Arbeitsplätzen gehen. Den Strukturwandel, der das Ruhrgebiet gebeutelt hat, kenne sie aus ihrer saarländischen Heimat, so Kramp-Karrenbauer.

Emotionaler Höhepunkt

Den emotionalen Höhepunkt erreichte die Rede, als es um das Thema Rechtspopulisten ging, die paradoxerweise auch um den Einzug ins europäische Parlament kämpfen. Annegret Kramp-Karrenbauer wünschte sich, dass junge Widerstandskämpfer wie Sophie Scholl das moderne Europa noch hätten erleben können, mit all seinen Vorzügen.

Aber: Das NS-Gedankengut, dass Menschen jenseits der Grenzen, Menschen, die anders aussehen oder denken weniger wert seien, das komme heute wieder. „Nie mehr dürfen wir so etwas zulassen“, appellierte Kramp-Karrenbauer. Dennis Radtke fasste es in einer kurzen Ansprache in deutlichere Worte. Die populistischen Unarten, die zur Zeit zu erleben seien, treten auf „wenn man mit der AfD wieder Nazis im Parlament sitzen hat.“

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