Tourismus

Airbnb in Duisburg: Ferien in privater Atmosphäre

Caroline Nieskens im Flur der Wohnung, die sie über die Internetplattform AirBnB vermietet.

Foto: Tanja Pickartz

Caroline Nieskens im Flur der Wohnung, die sie über die Internetplattform AirBnB vermietet.

Duisburg.  Caroline Nieskens vermietet seit 2015 ihre Wohnung über die Internetplattform Airbnb an Gäste aus aller Welt. Sie erzählt von ihren Erfahrungen.

Ein Porträt von Horst Schimanski im Popart-Stil lacht den Gästen von Caroline Nieskens in der Küche entgegen. „90 Prozent derer, die nach Duisburg kommen und bei mir wohnen, sagen, dass sie die Stadt mit Schimmi verbinden“, weiß die 51-Jährige. Sie ist eine von insgesamt 220 Gastgebern in Duisburg, die ihre Wohnungen über die Plattform Airbnb – Airbedandbreakfast (englisch: Luftmatratze und Frühstück) – Menschen aus aller Welt zum Mieten anbieten.

Menschen aus 16 Ländern haben schon in Nieskens Meidericher Wohnung übernachtet. Seitdem sie 2015 ihre Wohnung vermietet, ist die fast jeden Monat ausgebucht.

„Die Leute kommen hierher, um ihre Familie zu besuchen, den Landschaftspark anzusehen, den Ruhrtalradweg langzufahren oder eben um die berühmte Schimmi-Tour mitzumachen“, erzählt sie. Mit einer so großen Nachfrage hatte die gebürtige Duisburgerin damals gar nicht gerechnet: „Ich habe die Anzeige an einem Dienstag reingestellt, und am Mittwoch hatte ich schon die ersten beiden Anfragen.“

Keine Probleme, Fremde ins Haus zu lassen

Die 60 Quadratmeter große Wohnung von Caroline Nieskens liegt in dem Elternhaus ihres Ex-Mannes. „Als die Kinder raus waren und meine Schwiegermutter gestorben war, haben wir uns überlegt, die Wohnung über uns als Inserat bei Airbnb reinzustellen.“ An feste Mieter eine Wohnung in Meiderich zu vermieten, sei aussichtslos gewesen. „Außerdem bin ich sehr offen und freue mich immer, neue Menschen kennenzulernen“, sagt sie.

Völlig Fremde in ihr eigenes Haus zu lassen, bereitet der 51-Jährigen keine Probleme. „Ich komme aus dem Gastgewerbe. Ich habe selbst mal in Ostfriesland ein kleines Hotel geleitet. Von daher ist es für mich ganz normal, sich immer wieder auf fremde Menschen einzulassen und sie in das eigene Heim zu lassen“, sagt sie.

Kaffee ohne Filter gekocht

Schlechte Erfahrungen habe sie bisher keine gemacht, eher im Gegenteil: „Man erlebt viele lustige Dinge“. Sie erzählt von zwei Indern, die wegen eines Ärztekongresses in Düsseldorf nach Deutschland kamen und wegen der Nähe zur Düsseldorfer Messe bei ihr übernachteten. „Ich habe im Bad immer Seife und Parfüm zur Deko stehen. Die beiden haben alles ausprobiert. Außerdem haben sie Kaffee ohne Filter gekocht. Das heiße Getränk lief aus der Maschine auf den Boden“, erinnert sie sich lachend. Nach solch einem Malheur, muss die Wohnung gründlich geputzt werden.

Nieskens ist Superhost

„Es gibt Gäste, die sehr ordentlich sind, aber ich hatte hier schon mal drei Jungs, die zur Elektronikmesse da waren und die Party gefeiert haben“, erzählt die 51-Jährige, die als Krankenpflegerin in einem Altenheim arbeitet. Die harte Arbeit in der Wohnung, macht sich jedoch auch bezahlt. Bei Airbnb bewerten die Gäste ihre Gastgeber. Alle drei Monate haben diese die Chance, den Titel „Superhost“ zu erhalten. „Wenn man 15 Mal mit jeweils fünf Sternen bewertet wird, bekommt man diesen Titel. Ich habe ihn schon seit drei Jahren in Folge“, erklärt Caroline Nieskens stolz.

Dafür wird sie von Betreibern der Plattform auch mit Reisegutscheinen belohnt. Durch die Arbeit im Pflegeheim und die Zeit, die sie in die Vermietung der Wohnung investiert, hat sie selbst kaum Zeit wegzufahren. „Über die Gutscheine freuen sich dann immer meine Töchter“, meint sie. Wenn diese zu Besuch sind, sitzen sie im Sommer oft mit Gästen im Garten oder gehen mit ihnen auch mal gemeinsam zum Duisburger Weinfest. „Aus solchen gemeinsamen Aktivitäten sind bereits schon Freundschaften zwischen meiner Tochter und Gästen von mir entstanden. Sowas ist immer toll“, sagt sie.

Kulturelle Angebote

Am schönsten findet Caroline Nieskens aber, dass die Gäste ihr als gebürtige Duisburgerin ihre Heimatstadt von einer ganz anderen Seite zeigen: „Manche Gäste sagen, dass nicht mal in Berlin so viel los sei, wie hier. Außerdem hat man als Duisburger selbst, durch solche Ereignisse wie die Loveparade, kein unbedingt gutes Bild von der Stadt.“

Gerade die neu gestaltete Innenstadt, käme bei ihren Gästen gut an. „Wenn man bei Sonne und einem Eis in der Hand auf das Theater schaut – da kommt bei vielen Urlaubsfeeling auf.“

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