Kosten im Altenheim

Ärger wegen hoher Kosten im Neumühler Altenheim

Noch ist es eine Baustelle, doch schon in wenigen Wochen eröffnet das neue Seniorenheim in Neumühl. Das Bild entstand vor wenigen Tagen.

Noch ist es eine Baustelle, doch schon in wenigen Wochen eröffnet das neue Seniorenheim in Neumühl. Das Bild entstand vor wenigen Tagen.

Foto: Oleksandr Voskresenskyi

Duisburg - Neumühl.   In Duisburg-Neumühl eröffnet das deutsche Rote Kreuz in Kürze ein neues Altenheim. Die Bewohner müssen dann bis zu 50 Prozent mehr zahlen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Böse Überraschung für die Bewohner des Neumühler Seniorenzentrums St. Barbara: Wenn sie in wenigen Wochen in die neue Wohnanlage des Deutschen Roten Kreuzes an Ecke der Obermarxloher-/Schroerstraße umziehen, bekommen sie eine deutlich höhere Rechnung präsentiert. Teilweise werden die „Gebühren“ für Unterkunft, Verpflegung und Pflege um bis zu 50 Prozent steigen.

Unserer Redaktion liegt eine Berechnung vor, nach der eine Seniorin künftig monatlich 4070 Euro zahlen muss. Bislang überwies sie monatlich 2725 Euro. „Das kann ja keiner verkraften“, sagt der Sohn (Name der Redaktion bekannt). Er ist sich sicher, dass etliche der rund 80 Bewohner, die von der alten Einrichtung in die neue ziehen sollen, das Geld nicht aufbringen können. Auf seinen Hinweis habe er die Auskunft bekommen: „Dann muss das Sozialamt zahlen.“ Was den Neumühler auf die Palme treibt: „Wer ist denn das Sozialamt?“, sagt er und beantwortet sich die Frage selbst: „Das sind wir, die Steuerzahler.“

Vier verschiedene Kostenarten

Jasmin Schürgers, Pressereferentin des Deutschen Roten Kreuzes in Düsseldorf, kann den Unmut verstehen. Sie stellt aber klar, dass es nicht das Rote Kreuz sei, das die Tagessätze im neuen Haus festlege. Es handele sich um „gesetzliche Vorgaben“, die vom Landschaftsverband Rheinland berechnet würden. Vier verschiedene Kostenarten würden zusammengetragen: die für die Pflege der Bewohner, die für die Verpflegung, die für die Unterkunft und die, die durch die Neuinvestition anfielen. Sprich: Die Bewohner werden auch an den Baukosten beteiligt.

So kann der Tagessatz am Ende bei rund 133 Euro liegen. Das sei das Maximum sagt Jasmin Schürgers. Auf diese Höchstsumme sei man bei der Neuberechnung gekommen. Noch stehe allerdings nicht fest, ob tatsächlich alle Kosten so steigen wie angenommen. „Es ist lediglich eine Schätzung.“

Sozialleistungen beantragen

Beispiel: Was die Pflege betrifft, gebe es noch keine Klarheit. Die Pflegekassen, der Landschaftsverband Rheinland und das Deutsche Rote Kreuz stünden in Verhandlungen. Kurz vor Ostern rechnet Jasmin Schürgers mit einem Ergebnis.

„Wir haben die Bewohner so früh informiert, damit sie Zeit haben, Sozialleistungen zu beantragen“, sagt Jasmin Schürgers. Oder, um sich „einen neuen Heimplatz zu suchen“. Grundsätzlich gelte: Jeder Bewohner werde unterstützt, wenn gewünscht. Klar sei auch, dass „wir moderner werden müssen“. Die alten Senioreneinrichtungen entsprächen oft nicht mehr den heutigen Ansprüchen, etwa was die Einzelzimmerunterbringung betrifft.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (6) Kommentar schreiben