Radverkehr in Duisburg

ADFC-Sprecher: Wir müssen aufeinander Rücksicht nehmen

Klaus Hauschild (69), Sprecher des Vorstands des ADFC Duisburg, schildert für eine Serie Radverkehr in der WAZ kritische Situationen und typische Konflikte zwischen Radlern und dem motorisierten Verkehr.

Klaus Hauschild (69), Sprecher des Vorstands des ADFC Duisburg, schildert für eine Serie Radverkehr in der WAZ kritische Situationen und typische Konflikte zwischen Radlern und dem motorisierten Verkehr.

Foto: Klaus Hauschild, ADFC

Duisburg.  Zwischen Radlern und Autofahrern kommt es immer wieder zu Konflikten. ADFC-Sprecher Klaus Hauschild wirbt für Rücksicht und um Verständnis.

„Fahrradfahrer sind nicht die besseren Verkehrsteilnehmer“, sagt Klaus Hauschild. Aber oft die schwächeren. Deshalb sind die Folgen von Unfällen für sie fast immer deutlich schwerwiegender als für die Autofahrer. In einer neuen WAZ-Serie macht der Sprecher des Fahrradclubs in Duisburg auf die häufigsten Gefahren aufmerksam.

Auf die Gefahren in Duisburg aufmerksam machen

Der 69-Jährige wird nicht müde, auf die Risiken aufmerksam zu machen. „Rad im Pott“, die Club-Zeitschrift, nutzt er etwa dafür. „Mehr Platz fürs Rad“ forderte der ADFC da auf der Titelseite der jüngsten Sommerausgabe. „Aber damit erreichen wir leider nur diejenigen, die mit dem Rad fahren, nicht die Autofahrer, die wir auch ansprechen wollen.“

Der ADFC-Sprecher ist, wie auch die meisten seiner Mitstreiter im Vorstand des Fahrradclubs, ein überzeugter Radler, aber kein Fundamentalist, der Autofahrer verteufelt. „Das Lastenrad ist keine Lösung für die Logistik von Edeka, aber es kann eine gute Ergänzung sein“, sagt Klaus Hauschild. Zu werben für ein friedliches, verständnisvolles und unfallfreies Miteinerander – darum geht es ihm.

Das wäre „eigentlich alles ganz einfach“, sagt er mit dem Blick auf Paragraf 1 der Straßenverkehrsordnung (StVO): „Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht“, steht da. Und: „Wer am Verkehr teilnimmt, hat sich so zu verhalten, dass kein anderer geschädigt, gefährdet oder, mehr als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird.“

Gedrängelt und gehupt

Im Alltag sieht das leider allzu oft anders aus. Wo Menschen in Eile oder im Stress sind, wird gedrängelt, gehupt, auf Radstreifen gefahren, gehalten und geparkt. Selten, so seine Erfahrung, sei dabei böser Wille im Spiel, oft aber Gedankenlosigkeit und Unaufmerksamkeit. Oder Stress, wie bei den zahlreichen Zustellern, die unter hohem Zeitdruck ihre Pakete an den Empfänger bringen müssen.

„Aber da gibt es natürlich auch die Radfahrer, die auf der Königstraße Rennen fahren“, redet Hauschild über Rücksichtslosigkeit auf zwei Rädern. Nicht nur als Anwalt der Radfahrer, sondern auch der Fußgänger versteht sich der ADFC, betont er: „Es geht uns um den nicht-motorisierten Individualverkehr.“

Dass alle drei, Autos, Radler und Fußgänger, in sehr unterschiedlichen Verkehrssystemen unterwegs sind, macht es nicht einfacher. Mal teilen sich Autos und Radler die Straße, mal Fußgänger und Radfahrer einen Fuß-/Radweg, an einigen Stellen sind sie in so genannten „Shared Spaces“ auch gemeinsam unterwegs, ohne das Schilder Regeln vorgeben. Das funktioniert ganz gut - die erforderliche Aufmerksamkeit bremst das Tempo. Dennoch hat der ADFC eine klare Linie. Klaus Hauschild: „Dort wo Platz ist, sollte man Auto, Rad und Fußgänger voneinander trennen. Dann entstehen manche Konflikte gar nicht erst.“

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