Karneval

Duisburg nimmt in der Karmelkirche Abschied von Hans Dohmen

Prinzengardist mit Leib und Seele: Hans Dohmen starb im Alter von 85 Jahren

Foto: Stephan Eickershoff

Prinzengardist mit Leib und Seele: Hans Dohmen starb im Alter von 85 Jahren Foto: Stephan Eickershoff

Duisburg   Der Generalfeldmarschall der Prinzengarde war vor drei Wochen verstorben. 67 Jahre lang gehörte er dem närrischen Korps an.

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Die Fahne der Prinzengarde trug am Donnerstag Trauer. Es musste Abschied genommen werden von einem, dessen Name untrennbar für alle Zeit mit dem Korps verbunden sein wird: Hans Dohmen. Der Generalfeldmarschall der Prinzengarde war vor drei Wochen mit 85 Jahren nach langer schwerer Krankheit verstorben. Einzigartige 67 Jahre lang hatte er der Garde angehört.

Familie, Freunde und zahlreiche Weggefährten hatten sich in der Karmelkirche versammelt. Pater Hermann Olthof, der die Totenmesse zelebrierte, würdigte Dohmen als Familienmensch mit viel Humor. Den habe der Kaufmann, der erfolgreich mit Hefe und Backbedarf handelte, auch in der Prinzengarde bewiesen. Und Pater Hermann zitierte den Leitspruch, den die Familie auf die Todesanzeige gesetzt hatte: „Wenn ihr an mich denkt, seid nicht traurig. Sprecht lieber von mir und traut euch ruhig zu lachen.“

Sein Herz hing besonders an der Narretei

Musikalisch gestaltet wurde die Messe vom Neudorfer Männerchor, dem Hans Dohmen Jahrzehnte lang angehörte. Bis zuletzt hatte er sich zu den Proben fahren lassen.

Besonders hing das Herz von Hans Dohmen aber an der Narretei. Fotos beweisen, dass er schon als Dreikäsehoch Spaß am Karneval hatte. Ein frühes Foto zeigt den kleinen Hans mit Gardehut und Marschallstab - nur, dass der Hut damals noch aus Papier war und Papas Pfeife als Marschallstab dienen musste.

1950 war er als blutjunger Fähnrich in die damals gerade einmal 13 Jahre bestehende Prinzengarde eingetreten. Innerhalb von sechs Jahrzehnten hatte er viele Posten inne: Dohmen war Mitglied des Reiterkorps. Kassierer, Kommandeur, Präsident und Vizepräsident. Für seine Verdienste wurde Hans Dohmen 1984 zum Generalfeldmarschall befördert.

Pfeffermühle statt Marschallstab

Jedes neue Mitglied in Uniform und jeder frisch beförderte Offizier machte seitdem hautnah Bekanntschaft mit Dohmens Schlagkraft: Denn amtlich war alles erst, wenn Hans mit seinem Marschallstab auf die Schulter des Gardisten geschlagen hatte. Wenn der Stab gerade verlegt war, nutzte Dohmen mit einem humorvollen Grinsen auch schon einmal die ähnlich aussehende heimische Pfeffermühle.

Hans Dohmen war Träger hoher und höchster karnevalistischer Auszeichnungen. Dazu gehörten der Große Adlerorden der Prinzengarde und der Verdienstorden des Bundes Deutscher Karneval in Gold mit Brillanten. Als der Landtag Nordrhein-Westfalen 2010 erstmals einen neu gestifteten Orden für verdiente Karnevalisten verlieh, gehörte Dohmen zu den ersten 16 Personen, die im Plenarsaal in Düseldorf geehrt wurden.

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