Prozess

Abgas-Skandal: Marathon vor dem Duisburger Landgericht

Autokäufer aus Duisburg, Wesel und Dinslaken haben die Autohäuser, in denen sie Gebraucht- und Neuwagen gekauft haben, verklagt. Drei der Kläger richten ihre Forderungen zudem auch gegen die Volkswagen AG und Tochterfirmen.

Autokäufer aus Duisburg, Wesel und Dinslaken haben die Autohäuser, in denen sie Gebraucht- und Neuwagen gekauft haben, verklagt. Drei der Kläger richten ihre Forderungen zudem auch gegen die Volkswagen AG und Tochterfirmen.

Foto: Julian Stratenschulte / dpa

Duisburg.  Die Zivilkammer befasst sich mit neuen Klagen von Autokäufern gegen Händler und Hersteller. Entscheidungen werden erst im März erwartet.

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Fast täglich werden Autobesitzer mit neuen Nachrichten im Zusammenhang mit dem Diesel-Abgasskandal überrascht. Und auch die juristischen Folgen sind unübersichtlich: Bundesweit sprechen Gerichte ganz unterschiedliche Urteile. Die 8. Zivilkammer des Landgerichts Duisburg absolvierte gestern einen regelrechten Sitzungs-Marathon in Sachen manipulierte Software von Dieselfahrzeugen.

In gleich fünf Fällen und mündlichen Verhandlungen nacheinander verklagen Autokäufer aus Duisburg, Wesel und Dinslaken die Autohäuser, in denen sie Gebraucht- und Neuwagen gekauft haben. Drei der Kläger richten ihre Forderungen zudem auch gegen die Volkswagen AG oder gegen die Tochterfirmen des VW-Konzerns, also die Hersteller.

In zwei Fällen wollen Kläger neues Auto haben

Drei Käufer machen Wertminderung geltend und fordern Schadenersatz. In zwei Fällen wollen die Kläger ein neues Auto haben, wobei es das Modell, das sie einst kauften, inzwischen aber nicht mehr gibt. Der Streitwert der Verfahren liegt zwischen 6000 und 40.000 Euro.

Der Vorsitzende der 8. Zivilkammer wies gestern darauf hin, dass die Kammer sich bereits seit September 2016 mit einer ähnlichen Klage befasst. In diesem Zusammenhang wurde ein Gutachten in Auftrag gegeben, dass die Frage klären soll, ob sich auch noch nach dem Aufspielen eines Updates eine Wertminderung der mit manipulierter Software verkauften Autos ergibt.

Zeit arbeitet für VW

Ob die streitenden Parteien sich dem zusätzliche Prozesskosten vermeidenden Vorschlag anschließen, dieses Gutachten abzuwarten, ist derzeit noch offen. Zu der Frage, ob jene Kläger, die ein Ersatzauto haben wollen, in Ermangelung des Ursprungsmodells den aktuellen, hochwertigeren Typ verlangen können, bezog die Kammer gestern keine Position.

In den meisten Fällen zeichnet sich ab, dass die Zeit für die Beklagtenseite arbeitet. Der Anwalt der Volkswagen AG wies darauf hin, dass es nach ständiger Rechtsprechung bei der Bezifferung von Wertminderung bei Autos, die über fünf Jahre alt sind, schwierig wird. In mindestens einem Fall ist das Auto eines Klägers aber inzwischen sogar schon acht Jahre alt.

Die Kammer regte in allen Fällen einen Vergleich an, der allerdings nicht zustande kam. Mit den ersten erstinstanzlichen Urteilen ist frühestens im März zu rechnen.

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