Autobahnsanierung

A59-Sperrung: 800 Tonnen neuer Asphalt in Duisburg

In Handarbeit wird der 230 Grad heiße Gussasphalt auf die Fahrbahn aufgetragen. Eine schweißtreibende Arbeit, selbst bei milden Außentemperaturen.

In Handarbeit wird der 230 Grad heiße Gussasphalt auf die Fahrbahn aufgetragen. Eine schweißtreibende Arbeit, selbst bei milden Außentemperaturen.

Foto: STEFAN AREND / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Die Fahrbahn der A 59 in Duisburg wird an diesem Wochenende erneuert, weil der Asphalt Risse bekommen hat. Ein Besuch auf der Baustelle.

230 Grad heiß ist der zähflüssige Asphalt, der aus dem Lkw auf die Straße fließt. Sofort macht sich ein halbes Dutzend Männer daran, ihn zu verteilen. Weißer Qualm steigt auf, es riecht unangenehm nach Teer. Hinter den Arbeitern lärmt die riesige Gussasphaltbohle, ein orangenes Ungetüm auf Kettenrädern. Sie streut den Belag mit vorgewärmten Rollsplitt ab.

„Da ist man doch manchmal froh, dass man nur einen Schreibtischjob hat“, sagt Annegret Schaber, Projektleiterin und Brückenexpertin bei Straßen NRW, angesichts der schweißtreibenden Arbeit.
Auf insgesamt 930 Metern erneuert der Landesbetrieb an diesem Wochenende die Fahrbahn der A 59 auf dem Berliner Brückenzug. Die Autobahn ist deswegen zwischen dem Kreuz Duisburg und der Anschlussstelle Ruhrort in Richtung Dinslaken gesperrt.

Grund für die Schäden unklar

Der Berliner Brückenzug besteht aus insgesamt sieben Teilen. Vier davon bestehen aus Beton, drei aus Stahl. Auf diesen hat der Asphalt Risse bekommen. Eigentlich soll er mindestens 15 Jahre halten, doch schon nach fünf traten im vergangenen Jahr die Schäden auf. Warum, das wissen die Techniker von Straßen NRW nicht. „Wir vermuten, dass es daran liegt, dass sich Stahlbrücken mehr bewegen, wenn Fahrzeuge darüber fahren“, sagt Schaber.

Weitere Sperrung auf A59 im Raum Duisburg Richtung NordenDie Schäden waren im vergangenen Jahr bei einer der täglichen Kontrollfahrten der Autobahnmeisterei aufgefallen. „Uns war klar: Noch einen Winter hält die Fahrbahn nicht durch. Die damals beauftragte Firma aber trifft keine Schuld. Wir konnten ihr keine Mängel nachweisen“, sagt Schaber. Deswegen muss Straßen NRW die Arbeiten selbst ausführen lassen und auch die Kosten von 1,3 Millionen Euro selbst tragen. Nun kommt eine neue Deckschicht auf die Fahrbahn, mit dreieinhalb Zentimetern etwas dicker als zu vor. „Wir hoffen, dass der Asphalt dann länger hält.“ Knapp 800 Tonnen Gussasphalt werden im Rahmen der Baumaßnahme aufgetragen. „Gussasphalt ist leider das lauteste Material, hält aber am längsten“, sagt Schaber.

Asphalt wird in Handarbeit aufgetragen

Nach der Sperrung am Donnerstagabend um 22 Uhr frästen die Straßenbauer zunächst die obere Schicht der Fahrbahn ab. Seit Freitagmorgen sind sie damit beschäftigt, den Randstreifen neu zu asphaltieren. „Den braucht die Maschine zur Orientierung, wenn wir später die gesamte Fahrbahn bearbeiten“, erklärt Schaber. Das wird am Samstagmorgen geschehen. Der Randstreifen ist gut 80 Zentimeter breit und wird Schubkarre für Schubkarre in Handarbeit aufgetragen. Bis zu 24 Stunden muss der Asphalt abkühlen und aushärten, dann kann die Fahrbahnmarkierung aufgetragen werden. Am Montagmorgen soll die A 59 wieder frei sein.

Die Entscheidung, die Arbeiten an diesem Wochenende durchzuführen, geht auf mehrere Faktoren zurück: „Erstmal mussten wir das Vorhaben öffentlich ausschreiben. Dann ist es so, dass wir Autobahnen für so etwas nur noch an Wochenenden sperren dürfen. Dazu mussten wir uns mit der Stadt abstimmen, damit die nicht parallel eigene Baustellen hat. Da blieben nur dieses und nächstes Wochenende für die Gegenfahrbahn“, erklärt Schaber. Die Sperrung nutzen die Techniker außerdem, um die Übergänge zwischen den Brücken auszubessern.

Pausen unmöglich - sonst entstehen Fugen

Ganz ohne Maschine geht es nicht: Hinter dem Kreuz Duisburg ist die Fahrbahn etwas breiter, der Randstreifen muss mit der Gussasphaltbohle gefertigt werden. 90 Meter schafft das Gerät in einer Stunde. Hinter der laut dröhnenden Maschine kriecht ein Arbeiter auf Knien hinterher, ausgerüstet mit einer Kelle, um Ungenauigkeiten auszugleichen. Davor sind die Bauarbeiter damit beschäftigt, den heißen Bitumen zu verteilen. „Zum Glück ist es heute nicht so heiß, sonst ist das noch anstrengender“, sagt Baustellenleiter Marco Quendt mit einschlägigem Dialekt. Seine Firma kommt aus der Gegend zwischen Berlin und Dresden. Die Männer arbeiten durch, denn eine Pause einlegen können sie nicht: „Sonst haben wir Fugen im Asphalt“, sagt Schaber. Der nächste Lkw mit kochendem Gussasphalt steht schon bereit.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben