Spende

47.000 Euro: Duisburger spenden Zahngold für den guten Zweck

Vorstandsmitglieder der Zahnärzte-Initiative Duisburg haben verschiedenen sozialen Organisationen eine üppige Spende überreicht.

Vorstandsmitglieder der Zahnärzte-Initiative Duisburg haben verschiedenen sozialen Organisationen eine üppige Spende überreicht.

Foto: Tanja Pickartz / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Über 47.000 Euro an Zahngold haben Patienten in Duisburg gespendet. Diese sozialen Projekte und Institutionen dürfen sich jetzt darüber freuen.

Einen oder mehrere Zähne gezogen zu bekommen, sorgt kaum für Freude. Wenn mit dem Zahngold jedoch gemeinnützige Organisationen unterstützt werden können, kann das dem Patienten sehr wohl ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Seit über 20 Jahren spendet der Verein Zahnärzte-Initiative Duisburg (ZID) regelmäßig die Erlöse aus den in den Praxen gezogenen Goldzähnen und Brücken. In diesem Jahr haben zahlreiche Patienten in 15 Praxen im gesamten Stadtgebiet mitgemacht. Exakt 47.386,52 Euro sind so zusammengekommen.

„Wir sind sehr stolz auf unsere Patienten, die mit ihren vielen kleinen Spenden zu diesem großartigen Erfolg beigetragen haben“, sagt Zahnarzt Christian Sternat, Vorsitzender der ZID. „So ist dies doch ein schönes Beispiel für die positive Wirkung, die erzielt werden kann, wenn jeder einen kleinen, fast unmerklichen Beitrag leistet.“ Über die Jahre habe man über eine Million Euro spenden können, rund 50 Institutionen seien bedacht worden.

Gold ist mittlerweile als Zahnersatz nicht mehr ganz so beliebt wie früher

Es gab sogar Jahre, in denen man mehr als 100.000 Euro zusammenbekam. Allerdings ist Zahngold heute nicht mehr ganz so weit verbreitet wie einst. Die Krankenkassen, so erklärt Sternat, übernehmen die Zahlung für das Gold nicht mehr. Dabei sei Gold weiterhin ein sehr gutes Material für die Zahntechnik, wie Dr. Frank Wiskandt von der ZID erläutert. „Gold hat in etwa die gleiche Härte wie Zahnschmelz und fühlt sich deshalb beim Beißen sehr angenehm an.“

Auf die goldene Farbe des Zahnersatzes würden allerdings heute viele Patienten eher verzichten, wie Wiskandt erklärt: „Das Gold wird mit einer Auflage verblendet, so dass der Zahn weiß ist.“ Werden die Zähne dann wieder gezogen, muss das Gold wieder freigelegt werden, bevor es eingeschmolzen wird. Er gibt an, dass rund 80 Prozent seiner betroffenen Patienten das Gold gespendet hätten. „Die Zähne werden dann eingeschmolzen und die einzelnen Materialien getrennt, denn es wird nicht ausschließlich Gold verwendet“, sagt er.

In den Goldzähnen sind unter anderem auch Silber, Platin, Zink und Kupfer zu finden

Da das reine Gold für den Einsatz im Zahnbereich zu weich und verformbar wäre, wird es immer als hochgoldhaltige Legierung verwendet, was natürlich den Preis nach oben treibt. In den Goldzähnen sind unter anderem auch Silber, Titan, Platin, Zink, Iridium und Kupfer zu finden. „Auch das sind zum Teil teure Materialien“, sagt Wiskandt. Wer seine Zähne verkaufen will, solle sich auf keinen Fall mit einigen Euros abspeisen lassen.

Die Spendensumme kommt in diesem Jahr sieben Institutionen zugute. Die Übergabe fand bei der Aids-Hilfe Duisburg statt. Dort will man mit der Spende die Beratung Gehörloser und schwer Hörgeschädigter vorantreiben. „Dieses Angebot schließt eine Zielgruppenlücke“, sagt Dietmar Heyde von der Aids-Hilfe. Auch der Förderverein „Spielträume“ vom Komma-Theater freut sich über die Spende: „Wir werden das Geld für die Förderung der kulturellen Bildung von Kindern und Jugendlichen einsetzen, besonders für mobile Theateraufführungen in den Kindergärten des Duisburger Nordens.“

Auch diese Einrichtungen freuen sich über eine Spende für ihre Projekte

Außerdem profitieren folgende Einrichtungen von der Spendenbereitschaft: Kinderschutzbund Duisburg, Verein für Köper-und Mehrfachbehinderte, Frauen helfen Frauen, Gemeinsam gegen Kälte, Förderverein Duisburger Theaterkultur. Die Mitglieder des ZID bemühen sich, jedes Jahr neue Einrichtungen mit einem Geldsegen zu überraschen.

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