Kultur

21-jähriger Duisburger träumt von einer Schauspielkarriere

Nicht nur vor, sondern auch hinter der Kamera steht Béla Can Leon Arslan. Als Kind litt er an Epilepsie.

Nicht nur vor, sondern auch hinter der Kamera steht Béla Can Leon Arslan. Als Kind litt er an Epilepsie.

Foto: Fabian Strauch / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Béla Can Leon Arslan stand schon für Babylon Berlin und eine neue Netflix-Serie vor der Kamera. Als Kind litt der Duisburger an Epilepsie.

Alles fängt mit dem Regenbogenfisch an. Da ist Béla Can Leon Arslan noch Grundschüler und in der Theater AG der ehemaligen Obermauerschule. Heute möchte der 21-jährige Duisburger als Schauspieler in das Haifischbecken der Filmindustrie. In kleineren Rollen hat er schon für Babylon Berlin und eine im Mai erscheinende Netflix-Serie vor der Kamera gestanden. Dabei meinte es das Schicksal nicht immer gut mit ihm.

Als Kind leidet Arslan an Epilepsie. „Jeden Tag hatte ich Anfälle“, sagt Belá Can Leon Arslan. Da ist er etwa zehn Jahre alt. Er verkrampft, sein Blick ist starr – nach wenigen Sekunden ist alles wieder normal. Drei Tabletten täglich können das Gewitter im Kopf unter Kontrolle bringen. Der Traum der Schauspielerei rückt aber in Vergessenheit. Doch nach wenigen Jahren verschwindet die Krankheit. Da ist Arslan 14 Jahre alt. Seitdem lebt der Duisburger anfallsfrei.

Erste Rollen nach der Schule

Nach dem Abitur am Steinbart-Gymnasium nimmt Arslan an einem Casting einer Agentur für Komparsen und Kleindarsteller teil. So kommt er an seine ersten Rollen. Er spielt etwa in einem französischen Kinofilm mit.

Für die Serie Babylon Berlin geht es zurück in die 1920er Jahre. „Eigentlich dachte ich, mein Gesicht passt nicht in diese Zeit“, sagt Arslan. Trotzdem versucht der Duisburger sein Glück und nimmt an einem Casting für die Erfolgsserie teil. Am Ende ergattert er eine Komparsenrolle. So spielt er in der dritten Staffel eine Szene mit Hauptdarstellerin Liv Lisa Fries, die in der Serie in die Rolle der Charlotte Schneider schlüpft.

Die erste Sprechrolle und Erfolg als Double

Mit Schauspieler Jürgen Vogel steht der Duisburger für die fiktionale Serie „Das wichtigste im Leben“ vor der Kamera. Es ist seine erste Sprechrolle und er verbringt vier Tage am Set. „Unglaublich, wie viel Aufwand in einem Film steckt“, sagt Arslan fasziniert. „Manche Szenen werden 40 Mal gedreht.“

Am 31. Mai erscheint die Netflix-Serie „How to Sell Drugs Online (Fast)“. In dieser ist der 21-Jährige als Double des Hauptdarstellers zu sehen. Zehn Drehtage ist Arslan am Set, an dem er für reichlich Verwirrung und für Verwechslungsgefahr sorgt. „Die Crew dachte, ich wäre der Hauptdarsteller.“

Die große Liebe am Set getroffen

Als Double steht Arslan dann für Detailaufnahmen vor der Kamera. In der Serie werden dann seine Szenen – etwa Nahaufnahmen seines Mundes – mit den Szenen des Hauptdarstellers vermischt. Der Zuschauer wird dabei keinen Unterschied erkennen – den jungen Duisburger aber auch nicht in einer eigenen Rolle sehen. Trotzdem war die Produktion für Arslan das große Los. „Ich habe meine Freundin am Set kennengelernt“, sagt der 21-Jährige.

Zweimal die Woche nimmt Arslan mittlerweile Schauspielunterricht, um seinen Ziel näher zu kommen. So lernt er etwa, seinen Körper richtig vor der Kamera einzusetzen und hat Sprechtrainings. „Ich möchte noch ganz viel spielen. Bei jedem Dreh lernt man sich neu kennen.“

Als Filmemacher hinter der Kamera

Doch nicht nur vor der Kamera steht der Duisburger – sondern auch dahinter. Arslan studiert nachhaltiges Design in Köln mit dem Schwerpunkt Foto und Film. So entstand sein erster eigener Kurzfilm mit dem Titel „Gewitter im Kopf“. In diesem erzählt er seine Geschichte – über einen Jungen, der an Epilepsie leidet. „Es ist ein Schritt für mich, es zu verarbeiten.“

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