Gericht

18 Monate Gefängnis für Raub auf Discounter

Der Gebäudekomplex des Land- und Amtsgerichts vom Opernplatz aus gesehen

Der Gebäudekomplex des Land- und Amtsgerichts vom Opernplatz aus gesehen

Foto: Stephan Eickershoff

Duisburg   Täter erbeutete 6345 Euro. Vergeblich beteuerte ein 41-Jähriger vor dem Amtsgericht, es müsse sich um eine Verwechslung handeln

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Eine böse Überraschung erwartete zwei Angestellte der Filiale eines Discounters in Wanheimerort am 29. Oktober 2014 kurz vor Feierabend: Als sie in einem Büro des Geschäftes an der Kulturstraße die Tageseinnahmen zählten, stand plötzlich ein Mann vor ihnen. Seine Forderung nach Geld, sein drohender Blick und zwei nicht weniger Angst einflößende Faustschläge reichten, um 6345 Euro zu erbeuten. Als Täter verurteilte das Amtsgericht nun einen 41-jährigen Mann aus Lünen zu einem Jahr und sechs Monaten Gefängnis.

„Das muss jemand anders gewesen sein“, beteuerte der Angeklagte. Es könne sich nur um einen Doppelgänger gehandelt haben. Und überhaupt: „Ich bin doch nicht so bescheuert und überfalle, nachdem mein Vater mich gerade mit mehreren Tausend Euro aus dem Knast ausgelöst hatte, unmaskiert einen Laden, in dem ich in meinem ganzen Leben noch nicht war.“

Angeklagter störte Verhandlung

Mehrfach unterbrach der Mann durch zynische Kommentare und wütende Zwischenrufe die Beweisaufnahme. Das änderte aber nichts an dem, was der Prozess zu Tage förderte. Und das ließ wenig Zweifel an der Schuld des Angeklagten.

Die beiden Zeuginnen erkannten den 41-Jährigen im Gerichtssaal zwar nicht als Täter wieder. Aber bei der Polizei hatten sie ihn unabhängig voneinander kurz nach der Tat auf Fotos als Räuber identifiziert. „Ich war mir da hundertprozentig sicher“, so eine Zeugin. „Wenn das damals sein Bild war, das ich herausgepickt habe, dann war er das auch.“

Der Angeklagte entschuldigte sich im letzten Wort für seine Ausbrüche während der Verhandlung. „Aber es geht hier um mein Leben.“ Nochmals beteuerte er seine Unschuld - und bedauerte, dass das wohl der einzige Supermarkt gewesen sei, in dem es keine Überwachungskameras gab. „Sonst könnte man die Bilder ganz leicht mit mir vergleichen.“

Das Schöffengericht hatte keine Zweifel. Strafschärfend wirkten sich im Urteil die zahlreichen Vorstrafen aus. Übrigens war der Angeklagte auch nach dem Überfall kein Kind von Traurigkeit gewesen: 15 der 33 Eintragungen im Vorstrafenregister stammten aus der Zeit nach 2014. Zu Gunsten des 41-Jährigen berücksichtigten die Richter lediglich den langen Gang des Verfahrens, für den der Mann nichts konnte. Die Anklage der Staatsanwaltschaft stammte erst aus dem Jahr 2017.

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