Entsorgung

Zu viel illegaler Müll in Düsseldorfer Altkleidercontainern

Auf Altkleidercontainern steht ausdrücklich, dass keine Abfälle eingeworfen werden sollen. Nicht jeder hält sich jedoch daran.

Auf Altkleidercontainern steht ausdrücklich, dass keine Abfälle eingeworfen werden sollen. Nicht jeder hält sich jedoch daran.

Foto: Katharina Gilles

Düsseldorf.  Stadt und Hilfsorganisationen beklagen, dass die Behälter zur illegalen Abfallentsorgung missbraucht werden. Dadurch werden Erlöse geschmälert.

Überfüllte Altkleidercontainer gibt es immer wieder. Doch es sind nicht immer unbedingt Klamotten, die die Container überquellen lassen. Auch Müll wird gerne in ihnen entsorgt. „Es kommt auch vor, dass Menschen Restmüll in die Altkleidercontainer werfen oder daneben ablegen“, bestätigt ein Stadtsprecher. Und Achim Schmitz, stellvertretender Diözesangeschäftsführers bei den Maltesern im Erzbistum Köln, geht einen Schritt weiter: „Es werden auch Gläser oder Bretter mit Nägeln wettgeworfen. Für die Leute, die das dann abholen müssen bedeutet das eine erhöhte Verletzungsgefahr“, so Schmitz.

Zusätzliche Container aufgestellt

Auch beim Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Düsseldorf hat man mit solchen illegalen Entsorgungen zu kämpfen, bestätigt die Sprecherin des DRK-Kreisverbandes Düsseldorf, Jasmin Schürgers. Oftmals befinden sich Kartons, Hausmüll – oder sogar vereinzelte Wohnungsentrümpelungen in den Kleidercontainern wieder.

Doch auch die überfüllten Container mit Kleidung ist ein altbekanntes Problem. An einigen, wenigen Stellen wurden daraufhin zusätzliche Container aufgestellt. „Es gibt auch zusätzliche Leerungen oder Reinigungsdurchgänge“, so ein Stadtsprecher. Üblicherweise werden die Altkleidercontainer der Stadt einmal die Woche geleert.

3220 Tonnen Material gesammelt

Insgesamt hat die Stadt 672 Altkleidercontainer im öffentlichen Straßenraum. 2018 wurden 3220 Tonnen Material aus damals noch 668 Behältern gesammelt, 2013 waren es 2039 Tonnen Material aus 652 Behältern, eine ordentliche Steigerung.

Neben den Behältern der Stadt gibt es neun Container von den Maltesern, die je nach Bedarf zwischen ein- und dreimal geleert werden. Das DRK hingegen hat im Stadtgebiet 50 Kleider-Container an etwa 40 Standorten.

Die DRK-Container werden – je nach Füllmenge – ein- bis zweimal in der Woche geleert. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass dieses Intervall ausreicht, damit die Container nicht überladen werden“, so Sprecherin Schürgers. Sollte dennoch einmal ein Container voll sein, so können Bürger rund um die Uhr die dort angegebene Nummer des Beratungszentrums wählen (0211/2299 2000). Die Leerung werde dann am nächsten Werktag veranlasst.

Schlechte Qualität

Doch nicht nur die schiere Menge bereitet Probleme. Stadt und auch die Malteser bestätigen den Eindruck, dass mehr Altkleider in schlechter Qualität eingeworfen werden. „Wir haben insgesamt 200 Qualitätsmerkmale“, erklärt Achim Schmitz. Je nach Zustand wird die Kleidung dann in „gute, brauchbare Ware“ eingeteilt, die weiterverkauft wird oder – was den wachsenden, größeren Teil mittlerweile ausmacht – Kleidung, die nicht mehr verwertbar ist. „Wir bekommen oft schmutzige, kaputte Textilien“, so Schmitz. Manchmal, wenn Leute sogar Motorenöl in die Container kippen, werden eigentlich gute Kleidungsstücke dadurch zerstört.

Viele Bürger kaufen dazu generell nicht mehr qualitativ hochwertig ein. „Manche kaufen sich lieber alle paar Wochen für wenig Geld ein neues T-Shirt, als für viel Geld eines, was dann aber vielleicht Jahre hält“, meint Schmitz. Doch die nicht mehr tragbare Kleidung macht sich wiederum im Erlös bemerkbar. „Die Kleidung muss dann entsorgt werden, wir können sie nicht weiterverkaufen.“ Dabei sind die Erlöse enorm wichtig, da sie bei den Maltesern in Projekte einfließen, die nicht mit Zuschüsse bedacht werden. Auch bei der Stadt seien diese Einbußen durchaus spürbar, auch wenn man „derzeit einen über mehrere Jahre laufenden Vertrag mit einem festen Erlös hat“, heißt es auf Anfrage.

In diesem Jahr bisher 100 Container-Aufbrüche

Und nicht nur das: Immer mal wieder werden die Container auch aufgebrochen. „In diesem Jahr wurden bei den Altkleidercontainern bereits mehr als 100 Aufbrüche festgestellt“, so der Stadtsprecher. Nach hiesiger Einschätzung gebe es eine ähnlich hohe Zahl an Versuchen.

Es komme zudem vor, dass Leute versuchen, in die Container hineinzukommen, so Achim Schmitz. „Das sind dann meist Erwachsene mit ihren Kindern. Hinein kommen sie vielleicht, aber dann nicht mehr raus“, so Schmitz weiter.

Tragisches Beispiel: 2016 kam ein junger Mann in Garath ums Leben, weil er kopfüber in einem Altkleidercontainer eingeklemmt war.

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