Musik

Zakk feiert in Düsseldorf Geburtsstunde des Punks

Schon einmal rockten Male im Zakk die Bühne.

Schon einmal rockten Male im Zakk die Bühne.

Foto: zakk

Düsseldorf.   Male gelten als Vorreiter für die Düsseldorfer Punkszene. Sie treten am 8. Dezember bei Festival „Lieblingsplatte“ im Zakk auf.

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Vom Sound von Bands wie Sex Pistols und The Clash inspiriert, bildete sich sehr früh eine Punkszene in Düsseldorf. Lokaler Vorreiter: die Band Male. Ende 1976 wird die Band von den Düsseldorfern Jürgen Engler, Bernhard Malaka und Stefan Schwaab gegründet. Später, 1980, entscheiden sich Engler und Malaka, neue Wege zu gehen und gründen Die Krupps. Doch kurz zuvor, 1979, veröffentlichen sie noch mit Male ihr Debüt-Album „Zensur und Zensur“. Mit diesem Werk im Gepäck treten sie am kommenden Samstag, 8. Dezember, beim Lieblingsplatte-Festival im Zakk auf. Das ist so geil, dass sich auch die Toten Hosen angekündigt haben, um die Show zu sehen.

Seit Montag wird fleißig jeden Tag geprobt. Englers letzter Auftritt mit Male liegt schon ein paar Jahre zurück. „2003 müsste das gewesen sein.“ Doch die Songs sind immer noch drin. „Das ist ein bisschen wie Fahrradfahren. Man hat die Sachen lange nicht gespielt, und an der ein oder anderen Stelle hakt es schon mal, aber eigentlich kommt das wie von selbst.“

Engler: „Ich spiele die Sachen echt gerne.“

Während andere Leute bei alten Songs schon mal in Erinnerungen schwelgen, ist das bei dem charismatischen Frontmann Engler, der in den USA lebt, nicht so. „Ich spiele die Sachen echt gerne, aber ich hänge nicht so an der Vergangenheit.“ Vielmehr freue er sich über das „Jetzt“. Und ein bisschen neu wird es für ihn ja trotzdem – wird der Auftritt im Zakk der erste sein, bei dem Engler zusammen mit Bassist Georg Ritter spielt. „Durch die Neuzugänge fühlt es sich ein bisschen wie eine andere Band an.“

Wenn nicht gerade geprobt wird, nutzt der Musiker die Zeit, sich mit alten Freunden zu treffen. So hat er zum ersten Mal seit 37 Jahren Gabi Delgado-López, Sänger von DAF, wiedergesehen. Dabei war Gabis Bruder sogar mal bei den Krupps.

Er besuchte seine alte Schule

Mit Schulkollegen stattete er sogar seiner ehemaligen Schule, dem Geschwister-Scholl-Gymnasium, einen Besuch ab. „Da kamen dann die Lehrer an und haben uns gefragt, was wir da treiben. Die dachten wohl, wir sind Pädophile.“ In der Aula der Schule fand damals das erste Male-Konzert statt. „Vielleicht kann man das nochmal wiederholen und im nächsten Jahr dort mal ein kleines Konzert spielen. Das wäre doch eine schöne Sache“, so Engler weiter.

Neben Songs von „Zensur und Zensur“ wird es weitere Male-Lieder geben – und vielleicht auch einen Krupps-Song. „Es war mal angedacht, bisher hatten wir aber noch keine Nummer im Kopf“, so Engler, „aber heute haben wir eine längere Probe, mal schauen“.

Lieblingsplatte-Festival ist „eine coole Idee“

Auf das Lieblingsplatte-Festival aufmerksam gemacht wurde Engler von Initiator Miguel Passarge beim Krupps-Konzert im Zakk im April. „Ich fand die Idee cool, es musste nur zeitlich passen.“ Und da Engler mit den Krupps am vergangenen Samstag in Leipzig spielte, passte es ganz wunderbar.

Und wer weiß – vielleicht gibt es auch nochmal eine neue Platte. „Wir haben da noch eine komplette LP rumliegen, mit gut 15 Stücken“, so Engler.

>> VON MALE ÜBER KREIDLER BIS ZU RAG

Das Lieblingsplatte-Programm: 8.12.: Male – Zensur und Zensur; 10.12.: Kreidler – Mosaik 2014; 11.12.: Stereo Total – Musique Automatique; 12.12. Die Sterne – Posen; 13.12.: Gisbert zu Knyphausen – Gisbert zu Knyphausen; 15.12. RAG – Unter Tage.

Mehr Infos unter www.zakk.de

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