Welt-Down-Syndrom-Tag

„Wir meistern den Alltag mit einer positiven Einstellung“

Der kleine Parker (links) mit Vater Norman, Mutter Tanja, seinem großen Bruder Cooper und Hündin Nala.

Der kleine Parker (links) mit Vater Norman, Mutter Tanja, seinem großen Bruder Cooper und Hündin Nala.

Foto: Monika Plump Fotografie

Düsseldorf.   Der Sohn von Norman und Tanja Thalwitzer hat das Down-Syndrom – sie gehen mit Optimismus an die Diagnose heran.

Der kleine Parker sitzt auf dem Teppich und klopft mit sichtlicher Freude mit einem Pinsel auf den Boden. Es fällt ihm leicht, sich selbst zu beschäftigen und etwas zum Spielen zu finden. Manchmal wird auch Hündin Nala zur Spielpartnerin erkoren. Sie sitzt dann seelenruhig da während der Kleine um sie herum turnt. Im Mai wird Parker zwei Jahre alt, seit kurzem kann er laufen. Er ist ein ruhiges und entspanntes Kind, quengelt nicht. Man merkt es ihm in seinem Verhalten kaum an, doch Parker hat eine Besonderheit. Er hat Trisomie 21, das Down-Syndrom.

Mit Optimismus den Alltag meistern

Norman und Tanja Thalwitzer aus Mörsenbroich fiel diese Besonderheit erst nach der Geburt auf. Parker lag etwas schlaffer da als ihr erster Sohn Cooper (3). Der Grund ist die durch das Down-Syndrom bedingte schwächere Ausbildung der Muskulatur. Deswegen lernen viele Kinder mit dem Syndrom erst spät das Laufen. Die Thalwitzers haben während der Schwangerschaft keinen speziellen Test gemacht, um eine Trisomie 21 zu erkennen. Bei den Standardtests zeigte sich kein erhöhtes Risiko. Doch auch wenn sie es früher gewusst hätten, wäre eine Abtreibung für die beiden nicht in Frage gekommen. Auch dass der Bluttest, der mit hoher Sicherheit das Down-Syndrom bei ungeborenen Kindern erkennen kann, nun immer von den Krankenkassen übernommen werden soll, sehen die beiden kritisch. „So kann jeder diesen Test machen, ohne vorher groß über die Folgen nachzudenken“, sagt Tanja. „Dann stehen viele völlig unvorbereitet vor der Möglichkeit einer Abtreibung.“

Nach der Geburt erfolgte eine genetische Untersuchung und Ärzte stellten das Down-Syndrom bei Parker fest. „In den ersten zwei Tagen haben wir sehr viel geweint“, erzählt Tanja. Es war ein Schockmoment für die beiden. „Doch nach einiger Zeit haben wir uns zusammengerafft“, setzt Norman fort. „Wir haben uns dann gegenseitig motiviert, das Ganze jetzt optimistisch anzugehen.“ Eine positive Herangehensweise, immer nach vorne sehen. Das ist die Lebensphilosophie des Paares. Norman ist Lifecoach und Sportwissenschaftler. Der 33-jährige berät andere dabei ihr Leben zu verbessern. Auch Tanja möchte, wenn die Kinder etwas älter sind, in diesem Beruf durchstarten. „Wir haben uns von verschiedenen Stellen beraten lassen“, berichtet die 40-jährige. „Wir haben auch den direkten Kontakt zu anderen Eltern mit Kindern mit Down-Syndrom gesucht.“ Eine Kontaktmöglichkeit ist die Selbsthilfegruppe Kleeblatt. Dort können Eltern Erfahrungen austauschen und sich gegenseitig Ratschläge geben.

„Nala ist die beste Therapeutin“

Viele Eltern ließen sich von Ärzten entmutigen, sagt Norman. „Die Ärzte sagen einem, dass das Kind später im Leben vieles nicht schaffen wird. Aber wenn man so etwas gesagt bekommt, dann verhält man sich dementsprechend. So bewahrheitet man dann die Vorhersage der Ärzte.“ Norman und Tanja Thalwitzer wollten Parker nicht die Chance nehmen zu zeigen, dass er trotz des Down-Syndroms ein normales Leben führen kann. „Wir haben sehr früh mit einer Bewegungstherapie begonnen“, erklärt Tanja. „Deswegen kann Parker mit fast zwei Jahren schon laufen. Viele andere Kinder mit dem Down-Syndrom lernen das erst später.“ Auch eine Sprachtherapie haben die Thalwitzers schon mit dem Kleinen angefangen. Auch wenn er noch gar nicht sprechen kann. Doch auch hier sei es wichtig so früh wie möglich anzufangen, sagt Norman. Morgens macht Tanja zusätzlich zu Hause immer Bewegungs- und Sprachübungen mit Parker. Doch im Moment ist die größte Unterstützung für Parker wohl Hündin Nala. „Sie ist die beste Therapeutin, die man sich wünschen kann“, sagt Tanja.

Manchmal macht sich das Ehepaar Sorgen darüber, wie die Zukunft aussieht. Ob andere Kinder Parker später mal hänseln werden, wie es für ihn selber sein wird, wenn er realisiert, dass er anders ist als andere Kinder. Doch die beiden wollen sich nicht den Kopf darüber zerbrechen. Sie wollen weiterhin optimistisch bleiben und Parker mit dieser Lebensphilosophie erziehen. Auch andere Eltern von Trisomie 21 Kindern wollen sie dabei helfen an die Sache mit einer positiven Einstellung heranzugehen. So teilen sie ihre Erfahrungen jetzt mit anderen..

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