Corona-Demos

Warnung und Aufklärung gegen Corona-Demos in Düsseldorf

Rechtsextremisten und Verschwörungstheoretiker vereinnahmen die Demonstrationen gegen die Corona-Auflagen auch in Düsseldorf. Das Bündnis „Düsseldorf stellt sich quer“ warnt davor und die Klimaliste Düsseldorf will mit Aufklärung gegen die Verschwörungstheorien vorgehen.

Rechtsextremisten und Verschwörungstheoretiker vereinnahmen die Demonstrationen gegen die Corona-Auflagen auch in Düsseldorf. Das Bündnis „Düsseldorf stellt sich quer“ warnt davor und die Klimaliste Düsseldorf will mit Aufklärung gegen die Verschwörungstheorien vorgehen.

Foto: Sebastian Gollnow / dpa

Düsseldorf.  Rechtsextremisten und Verschwörungstheoretiker vereinnahmen die Proteste gegen Corona-Auflagen in Düsseldorf. Ein Bündnis warnt nun vor ihnen.

Das Bündnis „Düsseldorf stellt sich quer“ (DSSQ) warnt vor Aktivitäten der extremen Rechten im Rahmen der Corona-Demonstrationen in der Landeshauptstadt. Am vergangenen Samstag waren rund 200 Personen auf dem Burgplatz erschienen, um gegen die Corona-Auflagen zu protestieren. Mit dabei: Rechtsextremisten und Verschwörungstheoretiker aus Stadt und Umland.

„Gegen Corona hilft kein Aluhut“

Den Demo-Tag begann die selbst ernannte Partei „Widerstand 2020“ mit einer Menschenkette, berichtet DSSQ. „Dort wurde vor einem vermeintlichen Impfzwang gewarnt wurde und mit antisemitischen Verschwörungstheorien gespielt, wie der Angst vor einer „New World Order“ oder Bill Gates’ Rolle in der Pandemie“, teilt das Bündnis mit. Von Antifaschisten habe es kleinere Gegenaktionen gegeben: „So wurde unter anderem auf der Rheinkniebrücke ein Transparent mit der Aufschrift: „Gegen Corona hilft kein Aluhut“, in Anspielung auf die Verschwörungstheoretiker herab gelassen“, so DSSQ weiter.

Klare Kante gegen Rechts gefordert

Auf dem Burgplatz seien später drei Demonstrationslager zu beobachten gewesen. „Die rechtsextreme Bruderschaft Deutschland meldete eine eigene Versammlung an, ebenso wie die „Corona-Rebellen“ und die Initiative „Familien in der Krise“. Letztere zeigte eine inhaltliche Distanz zu den „Corona-Rebellen“ und den Neonazis, heißt es seitens DSSQ.

„Sicherlich belasten die Maßnahmen Familien gerade sehr hart“, meint Oliver Ongaro von DSSQ. „Und für die eigenen Probleme und Interessen zu demonstrieren ist mehr als legitim. Wir würden uns dennoch wünschen, dass auch Eltern und Familien klare Kante gegen rechts zeigen, und nicht zeitgleich direkt neben Verschwörungstheoretikern und Neonazis demonstrieren.“

Aufklärung gegen Verschwörungstheorien

Neu sei, dass die Bruderschaft Deutschland selbst eine Versammlung anmeldete, so DSSQ weiter. Das hatte die Gruppe in der Vergangenheit abgelehnt. Ob sich hier eine neue Protestform der Bruderschaft entwickelt bleibt abzuwarten. Die Polizei sei zwar am Samstag aktiver gewesen, als bei vorigen Corona-Demos, jedoch unterschätze sie weiterhin die Gefahr, die durch die extreme Rechte ausgeht, kritisiert das Bündnis.

Als Antwort auf die Corona-Demos will auch die Klimaliste Düsseldorf am Samstag um 15 Uhr im Rahmen einer Kundgebung auf dem Marktplatz Bürger zu den auf den Demos verbreiteten Verschwörungstheorien aufklären. Bezüglich der Folgen der Coronakrise erkenne die Klimaliste, dass es viele verzweifelte Bürger gibt, die zurzeit von Verschwörungstheoretikern und Rechtsradikalen instrumentalisiert werden. Daher habe man zu einer friedlichen Kundgebung der Vernunft aufgerufen unter dem Motto „Vereint hinter der Wissenschaft alle Krisen bekämpfen“.

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