Gewerkschaft

Warnstreik im Düsseldorfer ÖPNV verläuft ruhig

Auf einem Bildschirm wird über den Warnstreik informiert.

Auf einem Bildschirm wird über den Warnstreik informiert.

Foto: Fabian Strauch / dpa

Düsseldorf.  Keine Warteschlangen an Taxiständen. Der Sammeltaxi-Dienst DGB fordert OB Keller auf, sich für zügigen Tarifabschluss einzusetzen.

In Düsseldorf standen wie in vielen anderen NRW-Städten Busse und Bahnen still. Die Gewerkschaft Verdi hatte Dienstag zum Warnstreik aufgerufen. Dennoch blieb der große Ansturm etwa auf Taxis zum Teil aus. „Ich hätte mir mehr Fahrgäste gewünscht“, sagt ein Taxifahrer bedrückt, der mit seinem Wagen am Bertha-von-Suttner-Platz am hinteren Ausgang des Hauptbahnhofes wartet. „Aber die Menschen organisieren sich auch wegen Corona anders. Da fährt der Vater oder die Mutter die Kinder – oder Arbeitskollegen tun sich zusammen.“

Chaotische Lage am Taxi-Stand

Dort auf dem Platz für die Taxis stehen rund 20 Wagen und warten auf Fahrgäste. Auf der anderen Seite des Hauptbahnhofes, am Haupteingang am Konrad-Adenauer-Platz, sieht es bei den Fahrern indes anders aus. Zwar stehen dort auch um die 15 Autos, doch immer wieder kommen vereinzelt Fahrgäste. „An normalen Tagen ist bis 10 Uhr der meiste Betrieb“, so ein Fahrer dort. „Heute ist aber mindestens doppelt so viel los wie sonst, das zieht sich noch weiter.“

Zudem ist dort am Eingang die Lage teils etwas chaotisch. Einige Autofahrer, die entweder Mitfahrer ausladen oder einsammeln, versuchen in die Taxischleife zu fahren und dort kurz zu halten. Ein Bahnmitarbeiter versucht sie zu ordnen und ihnen andere Wege zu zeigen. Denn eigentlich dürfen dort keine normalen Pkw halten und fahren.

Der Sammeltaxi-Dienst „Clever Shuttle“ verzeichnete gestern ebenfalls eine stärkere Nachfrage. Diese sei zwölf mal höher im Vergleich zum letzten Dienstag ausgefallen, heißt es in einer Mitteilung. Die meisten Bürger nutzten den Dienst ab Hauptbahnhof.

Rheinbahn verzichtet komplett auf Bahn- und Busbetrieb

Bei der Rheinbahn indes verläuft der Streik-Tag ruhig. Bei vergangenen Streiks hatte das Unternehmen noch vereinzelt Busse und Bahnen eingesetzt, um zumindest einen Notbetrieb aufrechtzuerhalten. Wegen der Corona-Pandemie habe man darauf aber verzichtet, weil man einen Ansturm auf die Fahrzeuge befürchtet habe, so eine Sprecherin. Wegen Corona befinden sich zudem viele Menschen im Homeoffice, so die Sprecherin weiter. Außerdem sei der Streik bereits Freitag angekündigt worden. Die Bürger konnten sich anders organisieren, auch wenn einige ihren Unmut auf den Social Media Kanälen der Rheinbahn kundgetan haben.

Den Streik-Tag nutzte zudem der DGB um den neuen Oberbürgermeister Stephan Keller aufzufordern sich bei der Arbeitgeber-Verhandlungsgruppe für einen zügigen, anständigen und wertschätzenden Tarifabschluss einzusetzen. Doch auch der Stadtrat darf aus DGB-Sicht nicht untätig bleiben. ,,Vor wenigen Monaten noch waren die Kollegen des Öffentlichen Dienstes Helden und wurden von Politik und Öffentlichkeit gefeiert und beklatscht. Davon ist in der laufenden Tarifrunde leider nichts mehr zu spüren“, so die DGB-Stadtverbandsvorsitzende Sigrid Wolf.

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