Luftverkehr

SPD-Verkehrsexperte schreibt an Ryanair-Chef O’Leary

Michael O'Leary, Chef der Fluggesellschaft Ryanair, ärgert sich über die Streiks bei seiner Airline. Jetzt erhielt er Post von Andreas Rimkus, Bundestagsabgeordneter der SPD aus Düseldorf und Verkehrsexperte seiner Fraktion.

Michael O'Leary, Chef der Fluggesellschaft Ryanair, ärgert sich über die Streiks bei seiner Airline. Jetzt erhielt er Post von Andreas Rimkus, Bundestagsabgeordneter der SPD aus Düseldorf und Verkehrsexperte seiner Fraktion.

Foto: Jaspaer Jacobs

Düsseldorf.   Andreas Rimkus fordert von der Billig-Airline den „Abschluss eines anständigen Tarifvertrages“. Ryan müsse an den Verhandlungstisch zurückkehren.

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Die Tarifauseindersetzungen bei der irischen Billig-Fluggesellschaft Ryanair gehen weiter – und drohen zu eskalieren. So wurden unter anderem die Gespräche mit der Gewerkschaft Ufo (Unabhängigen Flugbegleiter-Organisation) am 16. Oktober von Ryanair abgesagt.

Entsetzt über die Personal-Politik der Airline, ie bisher durch billige Preise, niedrige Löhne und freche Sprüche ihres Chef Michael O’Leary vor allem gegen Mitbewerber auffiel, ist Andreas Rimkus, Düsseldorfer SPD-Chef, Bundestagsabgeordneter und Verkehrsexperte seiner Fraktion. „Ich fordere Sie mit Nachdruck und im Interesse der Beschäftigten Ihres Unternehmens auf, dass Sie (...) unverzüglich an den Verhandlungstisch zurückkehren“, so Rimkus in einem offenen Brief an Ryanair-Chef Michael O’Leary. „Für die Zukunft der Beschäftigten müssen mittels eines Sozialtarifvertrags, der deutschlandweit und uneingeschränkt gelten muss, existenzsichernde Arbeitsbedingungen und eine Personalvertretung sichergestellt werden.“ Das Unternehmen müsse Arbeitsplatzsicherheit garantieren, so Rimkus. Und er forderte den Airline-Chef auf, „uneingeschränkt die Anwendung und Einhaltung aller deutschen Gesetze sicherzustellen“.

Für den Düsseldorfer Politiker ist klar, dass Ryanair das Streikrecht der Beschäftigten respektieren und sicher stellen müsse, „dass es seitens des Unternehmens keinerlei Einschüchterungen oder Drohungen gegenüber den streikenden Beschäftigten gibt“.

Genau das aber macht Ryanair und hat Flugbegleitern und Piloten vor und während der letzten Streiks gedroht. Außerdem werden die in Bremen stationierten Ryanair-Flugzeuge abgezogen und die Station geschlossen. Die Bremer Ryanair-Mitarbeiter sollen einen hohen Organisationsgrad von 80 Prozent haben – und bekommen dafür jetzt offenbar die Quittung mit dem drohenden Verlust ihrer Arbeitsplätze.

„Ich erwarte von Ihnen den Abschluss von Tarifverhandlungen, die im Ergebnis Ihre Beschäftigten in die Lage versetzt, wieder stolz auf ihr Unternehmen zu sein“, so Rimkus an den Ryanair-Chef. Und als Streikpate der Ryanair-Mitarbeiter schreibt Rimkus abschließend: „Ich stehe solidarisch an der Seite der streikenden Beschäftigten von Ryanair. Es liegt jetzt bei Ihnen, das Bild von Ryanair in der Öffentlichkeit wieder positiv zu gestalten und mit dem Abschluss eines anständigen Tarifvertrages auch den Kunden das deutliche Signal zu senden, dass Sie ein verantwortungsvolles Unternehmen sind.“

Die Gewerkschaften gehen davon aus, dass bei Ryanair europaweit weitere Streiks anstehen. Auch von Düsseldorf fliegt die irische Gesellschaft – unter eigener Marke und für ihre Mehrheits-Beteiligung Laudamotion.

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