Sexistische Werbung

Gleichstellungsbeauftragte wendete sich an den Werberat

Archivbild: Die Kombo zeigt ein neues Werbeplakat der Düsseldorfer Hausbrauerei Füchschen vom Juli diesen Jahres und (re.) das wegen des Vorwurfs der sexistischen Darstellung in die Kritik geratene vorherige.

Archivbild: Die Kombo zeigt ein neues Werbeplakat der Düsseldorfer Hausbrauerei Füchschen vom Juli diesen Jahres und (re.) das wegen des Vorwurfs der sexistischen Darstellung in die Kritik geratene vorherige.

Foto: Oliver Auster / dpa

Düsseldorf.  Nach dem Wirbel um ein sexistisches Werbeplakat einer Düsseldorfer Hausbrauerei will die Stadt den Umgang mit solchen Fällen künftig verbessern.

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Kurzer Dienstweg: Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Düsseldorf hat wegen eines Werbeplakats, das sie störte, direkt den Deutschen Werberat informiert. Sie habe damit „eine schnelle Entscheidung“ herbeiführen wollen und „eventuelle zeitraubende Diskussionen mit den Verantwortlichen für die Kampagne“ vermeiden wollen, heißt es in einem Ausschuss-Bericht der Stadtverwaltung. Tatsächlich hatte der Werberat die umstrittene Werbung der Altbier-Brauerei „Füchschen“ letztlich als sexistisch beanstandet.

Das Plakat mit einer Comic-Füchsin auf einem Grillrost und dem Slogan „Medium rare oder richtig durch nehmen“ hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt, nachdem mehrere Landtags-Politikerinnen gemeinsam Kritik daran geübt hatten. Zu diesem Zeitpunkt hatte es laut Werberat bereits mehrere Beschwerden bei dem Gremium gegeben. Wie sich jetzt heraus stellt, auch von der Gleichstellungsbeauftragten - obwohl die Litfaßsäulen mit der „Füchschen“-Werbung der Stadt selbst gehören.

Stadtverwaltung will künftige Fälle „intern klären“

In der schriftlichen Antwort der Verwaltung auf eine Anfrage der Linke-Fraktion im Gleichstellungs-Ausschuss hieß es jetzt, dass umstrittene Motiv sei dem zuständigen Amt nicht aufgefallen, „da diese Werbung nur auf einigen der 600 Litfaßsäulen verwendet wurde“.

Die Gleichstellungsbeauftragte Elisabeth Wilfart ging ohnehin den direkten Weg, schrieb an Brauerei-Chef Peter König - der nichts Anstößiges an den Plakaten fand - und an den Werberat. Der beanstandete das Motiv als sexistisch und forderte König auf, zu handeln. Da die Kampagne ohnehin auslief, verschwand die Füchsin.

Künftig sollen solche Fälle intern im Rathaus der Landeshauptstadt geklärt werden. So heißt es in dem Bericht an den Gleichstellungs-Ausschuss: „Die zuständigen Verwaltungsbereiche haben vereinbart, die Zusammenarbeit zu diesem Thema besser zu verzahnen und damit zu optimieren.“ (dpa)

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