Polizeieinsatz

Selbsternannte „Aufpasser“ gehören rechter Gruppe an

Erneut muss die Düsseldorfer Polizei zum Rheinbad (Archivfoto) ausrücken, diesmal um selbsternannte „Aufpasser“ zu stoppen.

Erneut muss die Düsseldorfer Polizei zum Rheinbad (Archivfoto) ausrücken, diesmal um selbsternannte „Aufpasser“ zu stoppen.

Foto: David Young / dpa

Düsseldorf.  Unter den Menschen, die am Sonntag im Düsseldorfer Rheinbad „aufpassen“ wollten, waren auch einige Mitglieder der „Bruderschaft Deutschland“.

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Unter den selbsternannten „Aufpassern“, denen am Sonntag der Einlass in das Rheinbad verweigert wurde, befanden sich laut Auskunft der Polizei auch einige Mitglieder der rechtsextremen Gruppe „Bruderschaft Deutschland“. Unter den Personen seien wohl auch führendende Köpfe der Gruppe gewesen, sagte ein Sprecher am Montag. Die Gruppe sei vornehmlich im südlichen Düsseldorf aktiv. Ordnungsamt und Security-Dienst hatten die Polizei am Sonntag gegen 14.20 Uhr zum Rheinbad alarmiert.

Die Polizei habe später an der Haltestelle Messe die Personalien von 36 Personen aufgenommen, zu Straftaten sei es nicht gekommen. Gegen 16 Uhr sei der Einsatz der Polizei wieder beendet gewesen. Berichte der Einsatzkräfte seien dem Staatsschutz übermittelt worden.

„Rechtsgerichtete Mahnwache“ vor Düsseldorfer Hauptbahnhof

Diese Gruppe von etwa 50 Erwachsenen sei nicht in das Bad hereingelassen worden und habe darüber ihren Unmut geäußert, teilte die Polizei am Sonntag mit. „Die Leute gaben an, im Rheinbad aufpassen zu wollen, damit alles ruhig bleibt“, sagte der Polizeisprecher. Zu Straftaten sei es nicht gekommen.

Der Sprecher bestätigte Informationen der „Bild“-Zeitung, dass die Personen weitgehend identisch seien mit denen einer „rechtsgerichteten Mahnwache“, die vor dem Düsseldorfer Hauptbahnhof abgehalten worden sei. Die Kundgebung war nach Angaben der Polizei zum Thema Tod des achtjährigen Jungen am Frankfurter Hauptbahnhof angemeldet gewesen. Auch der „Express“ hatte über den Polizeieinsatz am Sonntag vor dem Rheinbad nach einer Mahnwache von Samstag online berichtet.

Polizei fuhr mit zehn Streifenwagen zum Rheinbad

Das Rheinbad war nach Tumulten binnen weniger Wochen mehrfach geräumt worden, was auch bundesweit Beachtung gefunden hatte. Erste Angaben der Polizei, wonach einige Dutzend junger Männer mit „augenscheinlich nordafrikanischem Typus“ hauptverantwortlich für die Störungen gewesen sein sollen, konnten nicht verifiziert werden. Die Stadt ergriff Maßnahmen wie Ausweiskontrolle und Videoüberwachung.

Mit zehn Streifenwagen seien Beamte am Sonntag vor Ort gewesen und hätten die Personalien von 36 Personen aufgenommen, die inzwischen zu einer Haltestelle weitergezogen seien, sagte der Sprecher weiter. Zu Straftaten ist es durch die Gruppe vor dem Rheinbad laut Polizei nicht gekommen. Das Ordnungsamt habe sie gerufen. (acf/ dpa)

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