Handwerk

Düsseldorfer fertigt Schuhe aus der Königsklasse

Schuhmacher Nourredine Haj Haddou aus Düsseldorf hat kürzlich die Lizenz erhalten, Maßschuhe aus Leder von „Alden“ herzustellen.

Schuhmacher Nourredine Haj Haddou aus Düsseldorf hat kürzlich die Lizenz erhalten, Maßschuhe aus Leder von „Alden“ herzustellen.

Foto: Tobias Kaluza

Düsseldorf.  Der Düsseldorfer Schuhmacher Nourredine Haj Haddou hat die Lizenz, mit Schuhen eines renommierten Herstellers zu arbeiten.

„Als wäre es ein Stück von mir.“ Mit dieser Sorgfalt behandelt Nourredine Haj Haddou jeden Schuh, den er maßgefertigt oder der ihm zur Reparatur gebracht wird. Er ist mit seinem Laden „Soulier d’Or“ an der Beuthenstraße der einzige Schuhmacher in Düsseldorf, der in der Königsklasse seines Handwerks mitspielen darf. Seit kurzem hat er die Lizenz, aus Leder vom renommierten Hersteller „Alden“ Schuhe herzustellen und dessen Schuhe zu reparieren. Ein Ritterschlag für den 52-jährigen Meister, der seit 32 Jahren seinen Beruf ausübt und seit zehn Jahren seinen eigenen Laden betreibt.

Handarbeit nach alter Tradition

Zugegeben, wer Schuhe von Nourredine Haj Haddou haben möchte, muss tief in die Tasche greifen. Er ist der einzige Schumacher in der Stadt, der das gesamte Sortiment des US-amerikanischen Herstellers „Alden“ im Angebot hat. Die Preisspanne dafür fängt bei 775 Euro an. Wer sich sein Schuhwerk von Haj Haddou maßanfertigen lassen will, muss ein wenig mehr investieren. „Dafür erhält der Kunde dann aber auch einen Schuh fürs Leben“, sagt Haj Haddou. Er fertigt die Schuhe noch nach alter Handwerkstradition. Von den Schäften über das Aufzwicken bis zum Einstechen des – natürlich auch selbst angefertigten – Pechdrahts, macht der Meister alles von Hand.

Die Materialien, die der in Marokko geborene Haj Haddou verwendet, sind genauso erstklassig, wie seine Handwerkskunst. „Wir benutzen auch Leder aus Cordovan“, erklärt er. „Das ist ein besonderes Pferdeleder. Von einem Pferd bekommt man nur zwei Stücke.“ Das Material stamme natürlich von „Alden“. Der Hersteller setzt auf biologische Fertigung und verzichtet auf Chemikalien. Alleine das Rohmaterial kostet dann um die 700 Euro.

Ein maßangefertigter Schuh braucht bis zu zwei Monate

Wer maßangefertigte Schuhe von Nourredine Haj Haddou möchte, muss immer etwas Zeit einplanen. „Vom ersten Kontakt mit dem Kunden bis zur Fertigstellung der Schuhe dauert es etwa zwei Monate“, sagt Haj Haddou. „Zuerst wird der Fuß ausgemessen. Dann fertige ich einen Probeschuh aus Stoff an, den der Kunde dann beim nächsten Besuch anprobiert.“

So sieht er, ob der Schuh passt, bevor er mit dem Leder arbeitet. „Dann wählen wir das Leder aus und erst dann beginnt die Herstellung. Insgesamt stecken 68 bis 78 Arbeitsstunden in einem Schuh“, erklärt der Meister. Länger dauert es, wenn der Kunde besondere Wünsche hat. „Filigraner geht immer“, sagt Haj Haddou. Er bietet auch Leder aus Lachs oder anderen Fischen an. „Es gibt nichts, was man nicht machen kann. Man muss nur seine Hausaufgaben erledigen.“

Schuhe so hochklassig anzufertigen wie Nourredine Haj Haddou, das kann bei weitem nicht jeder. „Den Lehrlingen wird das auch gar nicht mehr richtig beigebracht“, berichtet der Meister, der als Vorstandsmitglied der Schuhmacher-Innung Mettmann auch für die Ausbildung zuständig war. „Es wird in der Lehre zwar behandelt, aber es wird nicht geprüft.“ Mit seinem Laden repräsentiere er diese Zunft, sagt Haj Haddou. „Es ist leider schon ein fast ausgestorbener Beruf.“

Sogar ein Scheich besuchte den Meister

Die Kunden, die zu Haj Haddou kommen, sind nicht selten Prominente oder Politiker. „Beim Eurovision Song Contest wurde ich vom Ausstatter der deutschen Stars ausgewählt“, berichtet er. „Ich habe dann Schuhe für Anke Engelke und Stefan Raab gemacht.“ Auch ein Scheich aus den Emiraten habe ihn einmal besucht. „Ich habe einen Anruf aus dem Breidenbacher Hof bekommen“, erzählt Haj Haddou. „Man sagte mir, ein Gast hätte einen Auftrag für mich, möchte aber alleine mit mir im Laden sein. Ich bin dann nach Ladenschluss noch geblieben.“ Erst seien dann ein paar Leibwächter eingetroffen. „Sie haben sich hier umgesehen und dann erst ist der Scheich mit seinem Auto angekommen. Er hat sich sehr gefreut, dass ich Arabisch mit ihm sprechen konnte und war am Ende auch mit seinen Schuhen sehr zufrieden.“

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