Polizei

Schrottsammler-Auto aus Castrop-Rauxel war selber Schrott

Moderne Kunst? Nicht ganz: Mit Bauschaum wurde der total verrostete Lieferwagen notdürftig zusammengehalten und auf fast schon kriminelle Weise teilweise getarnt. Das Foto zeigt ein Teil des Unterbodens.

Moderne Kunst? Nicht ganz: Mit Bauschaum wurde der total verrostete Lieferwagen notdürftig zusammengehalten und auf fast schon kriminelle Weise teilweise getarnt. Das Foto zeigt ein Teil des Unterbodens.

Foto: Polizei Kreis Mettmann / Polizei

Herne/Castrop-Rauxel/Haan.  Die Polizei hat im Kreis Mettmann einen total verrosteten Lieferwagen aus Castrop-Rauxel aus dem Verkehr gezogen. Der hatte aber frisch „Tüv“.

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Der Tüv-Stempel auf dem Nummernschild war frisch. Doch das entsprach nun überhaupt nicht dem optischen Zustand dieses Fahrzeugs: Die Polizei im Kreis Mettmann hat einen Lieferwagen aus dem Verkehr gezogen, der total verrostet war. Was sich den Beamten bei noch genauerem Blick zeigte, machte den Wagen zu einem rollenden Verkehrsrisiko.

Es war ein verdreckter ursprünglich weiß lackierter Kleinlastwagen vom Typ Renault Master mit Kennzeichen Castrop-Rauxel, der einem Motorradpolizisten der Kreispolizei Mettmann am Dienstagnachmittag auf einer Straße in Haan in den Blick geriet, weil er offenbar Schrott einsammelte. Anfangs wollte der Polizist nur kontrollieren, ob der Fahrer die behördliche Genehmigung dazu hatte. Doch dann rückte auch der Wagen selbst in den Blick, berichtete am Mittwoch die Polizei.

Verdacht der Urkundenfälschung gegen den Halter

„Bei der Überprüfung des 20 Jahre alten Transporters entstand schnell der Eindruck, dass es sich bei dem ‘Schrottsammler’ selber um ein Schrottfahrzeug handelt“, teilte die Polizei mit. Vor allem aber weckte der Tüv-Stempel das Misstrauen des Polizisten. Denn die Plakette auf dem Nummernschild war verdächtig frisch und stand im Widerspruch zum Zustand des Lieferwagens.

„Der Renault war erst am Vortag auf einen 37-jährigen Halter aus Castrop-Rauxel zugelassen worden“, heißt es im Polizeibericht. Welche Tüv-Bescheinigung der Zulassungsstelle dabei vorgelegt wurden, muss die Polizei noch ermitteln. Die Behörde leitete ein Strafverfahren wegen des Verdachts des Betruges und der Urkundenfälschung gegen den Castrop-Rauxeler ein.

Hohlräume des Renault waren mit Bauschaum gefüllt und getarnt

Der Renault wurde dann beim Tüv in Haan näher begutachtet. Ergebnis: „Die gesamte Karosserie war durchrostet“, berichtete die Polizei. „Hohlräume in Rahmen und Karosse waren mit Bauschaum ausgefüllt und zur Tarnung großflächig überspachtelt und zum Teil überlackiert“, entdeckte der Tüv-Prüfer. Die Bremsen funktionierten so gut wie nicht, einige Teile daran hätten sogar komplett gefehlt.

Ein fehlendes Lenkradschloss, Beleuchtungsmängel, defekte Radlager, kaputte Scheibenwischer, eine gerissene Frontscheibe und andere Dinge ließen dann die Frage stellen, was an dem Renault überhaupt noch in Ordnung war. Die Polizei reagierte prompt: Die Nummernschilder wurden sicher gestellt, das Auto darf nicht mehr weiterfahren.

Der Fahrer selbst, ein 25-Jähriger aus Herne, muss sich wegen mehrerer Verstöße gegen das Abfallrecht verantworten, berichtete die Polizei in Mettmann noch. Eine Genehmigung zum Schrott sammeln hatte er auch nicht. (dae)

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