Polizei

Rost mit Bauschaum repariert - Polizei legt Fiat still

Der Fiat Ducato war unter anderem völlig verrostet und an einigen Stellen mit Bauschaum 'repariert'.

Der Fiat Ducato war unter anderem völlig verrostet und an einigen Stellen mit Bauschaum 'repariert'.

Foto: Polizei

Hilden/Essen.   Die Polizei hat in Hilden einen Lieferwagen aus Essen gestoppt. Der war komplett verkehrsunsicher - aber die Prüfplakette war frisch.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Die Türen waren mit Gummischnüren verzurrt und am Unterboden ließ sich der Rost "in handflächengroßen Stücken lösen": Die Polizei hat am Montag in Hilden einen Lieferwagen gestoppt, der sich als vollkommen verkehrsunsicher herausstellte. Die Zahl der Mängel sprengt jede Prüfliste bei Dekra, Tüv und Co.

"So ein Auto finden wir auch nicht alle Tage", sagte ein Sprecher der Kreispolizei Mettmann am Dienstag auf Nachfrage. "Schon auf den ersten Blick konnten die Beamten des Verkehrsdienstes ausmachen, dass der Lieferwagen in desolatem Zustand war". Am Montag gegen 13 Uhr hatten Polizisten den weißen Fiat Ducato auf der Hochdahler Straße in Hilden an den Straßenrand gewunken. Der Wagen war in Richtung Hochdahl unterwegs. Am Steuer saß ein 48-jähriger Mann aus Essen. Zugelassen war der Fiat auf eine andere Privatperson, ebenfalls in Essen, sagte der Polizeisprecher.

Fiat-Lieferwagen hatte keinen Versicherungsschutz

Beim genaueren Blick auf den 2004 erstmals zugelassen Fiat offenbarte sich nicht nur Rost. Tragende Karrosserieteile am Unterboden waren zum Teil mit Bauschaum provisorisch ausgeschäumt. Die Türen des Laderaums waren nicht mehr verschließbar und durch Gummischnüre 'gesichert', berichtete die Polizei. Die Bremsen hatten zu wenig Bremswirkung und die Handbremse war ohne Funktion.

Bei einer Kfz-Prüfstelle wurden dann insgesamt 66 Mängel an dem Fiat entdeckt und aufgelistet, alle gelten als "erheblich" in punkto Verkehrssicherheit, zum Beispiel auch defekte Blinker. Der Fiat wurde letztlich aus dem Verkehr gezogen und ist ein Fall für den Schrottplatz.

Für die Polizei ist die Arbeit in dem Fall indes nicht beendet. Fahrer und Halter erwarten Straf- und Ordnungswidrigkeitsanzeigen. Es stellte sich nämlich noch heraus, dass der Fiat nicht versichert war. Und die Polizei ermittelt jetzt auch wegen des Verdachs der Urkundenfälschung. Der Grund: "Die Prüfplakette an dem Lieferwagen war im August frisch vergeben worden" - gültig für zwei Jahre. (dae)

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben