“On demand“

Rheinbahn plant in Düsseldorf neuen Bestell-Fahrdienst

Diese Busse bekommen bald Konkurrenz im eigenen Betrieb. Die Rheinbahn plant die Einfuhr eines eigenen Fahrdienstes nach Vorbild von Unternehmen wie Uber.

Diese Busse bekommen bald Konkurrenz im eigenen Betrieb. Die Rheinbahn plant die Einfuhr eines eigenen Fahrdienstes nach Vorbild von Unternehmen wie Uber.

Foto: Lars Heidrich

Düsseldorf.   Nach amerikanischem Vorbild soll in der Landeshauptstadt 2020 „Ridesharing“ etabliert werden. Kunden können E-Bus oder Taxi per App anfordern.

Nach dem Vorbild von Fahrdiensten wie Uber und Lyft plant die Rheinbahn die Einfuhr eines eigenen Fahrdienst „on demand“ (auf Anforderung) zu Beginn des nächsten Jahres. Der Dienst soll über eine App abgerufen werden können und es Gästen ermöglichen, nach Eingabe von Start und Ziel, ein Großraumtaxi bzw. einen Elektro-Bus anzufordern. Der Clou daran: Durch die App ist es weiteren Passagieren möglich, während der Fahrt zuzusteigen und ein Stück mitzufahren. Das Prinzip ist unter dem Namen „Ridesharing“ bekannt.

Das Rheinbahn-Angebot ist billiger als ein Taxi

„Ob der Dienst nur über eine Smartphone-App zu erreichen ist, oder ob auch telefonisch Kontakt aufgenommen werden kann, steht noch nicht fest“, sagt Annika Bödefeld, Mitarbeiterin der Rheinbahn in der Unternehmenskommunikation. Vorgesehen für den Dienst sind bisher zehn Elektro-Mini-Busse und 90 Großraum-Taxis, die von der Taxigenossenschaft zur Verfügung gestellt werden sollen.

Aber warum sollten Fahrgäste nicht weiterhin reguläre öffentliche Verkehrsmittel oder Taxis nutzen? Der Preis bewegt sich weiterhin zwischen Bus und Bahn sowie klassischen Taxis. Für unter zwei Kilometer werden 3,20 Euro berechnet und bis zehn Kilometer 8,70 Euro. Für Rheinbahn-Kunden, die bereits ein Abo vorweisen können sind Ermäßigungen eingeplant.

Wenig angefahrene Ziele sind besser erreichbar

„Möglicherweise liegt der Reiz des Dienstes in dem höheren Komfort, den ein Auto zu bieten hat und leicht billiger ist als eine reguläre Taxifahrt ist“, erklärt Bödefeld.

Ein anderer Grund könnte sein, dass der Öffentliche Nahverkehr nicht gleichermaßen alle Stadtteile frequentiert. „Der Dienst soll gezielt Routen anpeilen, die von der Rheinbahn wenig befahren werden. Darunter fallen die Stadtteile Knittkuhl, Ludenberg, Hubbelrath, möglicherweise Gerresheim und vor allem die Route durch Eller, bis nach Unterbach“, sagt Bödefeld.

Rheinbahn will keine Konkurrenz mit Taxi-Unternehmen

Um den Taxi-Unternehmen keine Konkurrenz zu machen soll der Dienst nur zu bestimmten Zeiten abrufbar sein. Und zwar genau dann wenn der reguläre Verkehr der Rheinbahn nachlässt. So sollen die Busse und Taxis in der Innenstadt nur von 17 bis 1 Uhr bestellbar sein.

Dass möglicherweise an dem Modell noch Veränderungen vorgenommen werden, was genaue Zeiten und Routen angeht, ist klar. „Wir werden genau beobachten wie der Dienst angenommen wird und uns dementsprechend den Wünschen der Passagiere anpassen“, erklärt Bödefeld. Bereits geplant ist aber schon, dass der Dienst sich an virtuellen Haltestellen orientieren wird – Fahrgäste können keine willkürlichen Ziele angeben.

Immer wieder werden die Fahrdienste „on demand“ kritisiert, weil Politiker und Verkehrsforscher die Sorge äußern, dass damit der innerstädtische Verkehr weiter belastet wird.

Bödefeld sieht in dem Dienst indes gegenteilige Chancen: „Letztendlich schaffen wir doch Anreize das eigene Auto stehen zu lassen.“

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