Nahverkehr

Rheinbahn hat in Düsseldorf zu wenig Ressourcen

Die Rheinbahn wird in den Stadtrand-Bezirken künftig Busse und Taxen per Abruf einsetzen, statt den eigenen Fuhrpark auszubauen. Kann das die Lösung sein?

Die Rheinbahn wird in den Stadtrand-Bezirken künftig Busse und Taxen per Abruf einsetzen, statt den eigenen Fuhrpark auszubauen. Kann das die Lösung sein?

Foto: Rheinbahn

Die Taktung in der Innenstadt ist zu lang, die Anbindung an die äußeren Stadtbezirke eher schlecht. Doch die Rheinbahn setzt lieber auf Taxen.

Die dritte Umweltspur wird kommen, der autofreie Tag in den Innenstadt ist für den 15. September geplant und ab nächstem Jahr soll das „Taxi-on-Demand“ verkehren. Trotzdem – für eine Großstadt wie Düsseldorf warten die ÖPNV-Nutzer selbst in der Innenstadt vergleichsweise lang auf die passende Bahn. Bei der Verkehrswende fährt die Rheinbahn noch hinterher.

Verkehrspolitiker Jürgen Krüger (Tierschutz/Freie Wähler) hat die Idee ins Spiel gebracht, Busse und Bahnen zu Stoßzeiten dauerhaft fahren zu lassen. In einer Sondersitzung des Verkehrsausschusses, in der vor knapp zwei Wochen die dritte Umweltspur beschlossen wurde, hielt Krüger eine flammende Rede. Gerade im Berufsverkehr seien keine Fahrpläne nötig, meint Krüger. „Zu diesen Zeiten muss im Fünf-Minuten-Takt gefahren werden“, forderte er. Das beträfe auch die Randbezirke, die über den öffentlichen Nahverkehr mitunter schwer erreichbar sind. „Wenn wir wollen, dass die Bürger das Auto stehen lassen, dann muss der ÖPNV ein gutes Angebot haben“, so Krüger. „Die Leute, die im Zentrum arbeiten, wohnen oft in den Randbezirken. Es muss dort eine bessere Anbindung geben.“

Auch Lukas Mielczarek vom Jugenrat und Mitglied im städtischen Verkehrsausschuss sieht das Problem gerade auch in den Düsseldorfer Randbezirken: „Wenn ich meine Freunde und Freundinnen in Kaiserswerth besuchen möchte, habe ich erst einmal ein Problem“, erzählt er. Die Idee, dass man in einer Großstadt wie Düsseldorf nicht länger als fünf Minuten auf die nächste Bahn warten sollte, unterstützt er, allerdings: „Der Rheinbahn fehlen dafür die notwendigen Ressourcen. 307 Bahnen und 462 Busse sind einfach zu wenig. Auch ein neuer Betriebshof im Norden der Stadt, um mehr Bahnen und Busse vorhalten zu könne, wäre ein guter Lösungsansatz“, so Mielczarek.

Abhilfe soll vorerst das „Taxi-on-Demand“ schaffen. In Zusammenarbeit mit Taxi-Unternehmen und der Rheinbahn sollen – wie berichtet – dünner besiedelte Gebiete künftig günstig per Taxi oder eben per Kleinbus der Rheinbahn erreichbar sein. „Es wird dafür eine App geben, über die ein Taxi gerufen und bezahlt werden kann“, erklärt Verkehrsexperte Norbert Czerwinski (Grüne). „Das wird anders abgerechnet als ein gewöhnliches Taxi und ist günstiger. Die Fahrer haben den Vorteil, dass sie weniger Wartezeiten haben, in denen sie kein Geld verdienen.“ Das „Taxi-on-Demand“ per Telefon zu ordern, sei aus organisatorischen Gründen leider nicht möglich, so Czerwinski weiter.

Pilotprojekt im kommenden Jahr

Ab kommenden Jahr soll das Pilotprojekt getestet werden. Vorerst im Zentrum und im Düsseldorfer Osten. „Wir wollten auch Außenbezirke wie Hubbelrath und Unterbach direkt mit einbeziehen, damit nicht nur, wie üblich, das Zentrum von Innovationen profitiert“, berichtet Czerwinski. Das Projekt sei einzigartig in Deutschland, „da ÖPNV und Taxis normalerweise in Konkurrenz zueinander stehen. Hier arbeiten sie zusammen“. Das „Taxi-on-Demand“ soll nach erfolgreicher Testphase ausgeweitet werden, um dann auch die übrigen Randbezirke besser an das Stadtzentrum anzubinden.

Hanno Bremer, stellvertretender Bezirksbürgermeister im Stadtbezirk 7 unter anderem für Knittkuhl und Hubbelrath, stellt sich bekanntermaßen etwas vollkommen Anderes vor: „Das Dilemma ist, dass die Busse genau so im Stau stehen wie alle anderen Verkehrsteilnehmer, was dann etwa in Gerresheim auch Auswirkungen auf die Torfbruchstraße, Dreherstraße usw. hat. Aus diesem Grund bin ich Verfechter einer Seilbahn vom Staufenplatz über Knittkuhl und Kaserne bis nach Hubbelrath.“

Gerade im Blick hat er dabei die zukünftige Bebauung der Kaserne.

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