Demonstration

Protest gegen Bürgerdialog der AfD in Düsseldorf

In Bilk versammelten sich rund 200 Menschen, um gegen einen „Bürgerdialog“ der AfD zu demonstrieren. Linke Gruppierungen, Grüne und SPD beteiligten sich am Protest.

In Bilk versammelten sich rund 200 Menschen, um gegen einen „Bürgerdialog“ der AfD zu demonstrieren. Linke Gruppierungen, Grüne und SPD beteiligten sich am Protest.

Foto: Arne Lieb

Düseldorf.   200 Menschen demonstrieren in Düsseldorf gegen die „Alternative für Deutschland“ – auch die rechtsextreme „Bruderschaft Deutschland“ war vor Ort.

Ein linkes Bündnis hat am Donnerstagabend in Bilk gegen einen „Bürgerdialog“ mit drei Bundestagsabgeordneten der AfD demonstriert. Rund 200 Protestierenden waren erschienen, darunter auch Mitglieder der Grünen, SPD und der Linkspartei.

Rechtsextreme bei der AfD-Sitzung

Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz. Die Gegenkundgebung, die in einigem Abstand stattfand, verlief friedlich. SPD-Chef Andreas Rimkus sagte bei einer Ansprache, er kenne das „braune Gesülze“ der AfD aus der Arbeit im Bundestag. Die Partei blende mit vermeintlich einfachen Lösungen für komplexe Probleme. „Dort oben ist Hass, hier ist Liebe“, sagte er mit Blick auf die AfD-Veranstaltung in dem städtischen Saal am S-Bahnhof Bilk.

Viele Gegendemonstranten im Veranstaltungs-Saal

Gegen 19 Uhr begann die Veranstaltung im Bürgersaal. Die rund 100 Stühle waren besetzt, viele Besucher standen zudem an den Seiten. Polizeibeamte hatten am Einlass die Taschen kontrolliert. Viele Gegendemonstranten hatten sich unter die Besucher gemischt und störten durch ironischen Jubel, „Bürgerdialog“-Sprechchöre und Zwischenrufe die Einleitung und die Vorträge zu den Themen Grundeinkommen, Frauenquote und Verteidigung. Es kam zu Wortgefechten zwischen Anhängern und Gegnern der Partei, die Stimmung wurde zunehmend aggressiv. Rund 20 Polizisten postierten sich vorsorglich im Saal, nach und nach wurden Gegendemonstranten des Raumes verwiesen.

Demonstrierende sollen bedroht worden sein

Bei den Teilnehmern beim Bürgerdialog handelte es sich aber nicht nur um AfD-Sympathisanten und Gegendemonstranten, auch 15 Mitglieder der rechtsextremen Bruderschaft Deutschland hatten bei der Veranstaltung teilgenommen. Das berichtet das Bündnis „Düsseldorf stellt sich quer“ (Dssq). Diese extrem rechte Gruppierung mit Kontakten in die Rocker- und Türsteher-Szenen setzt sich laut Dssq aus rechten Hooligans und Neonazis zusammen und versteht sich als eine Art „Schutztruppe“ und „Bürgerwehr“. Sie tritt vor allem in Eller und Garath in Erscheinung (NRZ berichtete), ist aber auch auf Aufmärschen außerhalb von Düsseldorf anzutreffen. Immer wieder soll es während der AfD-Veranstaltung zu Beleidigungen und Bedrohungen durch die „Bruderschaft“ gekommen sein, heißt es von dem Düsseldorfer Bündnis.

Rechte treffen sich in Eller

Dssq-Sprecher Johannes Dörrenbächer sagt zum Verhältnis von AfD und „Bruderschaft“: „Die Teilnahme der ‚Bruderschaft‘ zeigt erneut, wie anschlussfähig die AfD für gewaltbereite Neonazis ist. Der breite und mutige Protest von deutlich mehr antifaschistischen Düsseldorfern werten wir als Erfolg und absolut notwendig. Wer die AfD wählt, gibt – wie wir beim Bürgerdialog in Bilk gesehen haben – auch gewaltbereiten Neonazis seine oder ihre Stimme.“

Nach der Veranstaltung in Bilk wurde die „Bruderschaft“ laut Dssq erneut in der Eller Gaststätte Fuchsjagd angetroffen, obwohl der Inhaber der Gaststätte ein Hausverbot gegen die Gruppe ausgesprochen hatte. DSSQ appelliert daher erneut und gemeinsam mit allen Fraktionen der Bezirksvertretung 8 an die Gastwirte aus Eller, der „Bruderschaft“ kein Gastrecht zu gewähren.

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